12 items tagged "Kolumne"

  • April, April!

    salburua
    Salburua-Gernika-Salburua

    Salburua ist ein Stadtteil der baskischen Hauptstadt Gasteiz, spanisch Vitoria. Ein neuer Stadtteil, der das 20. Jahrhundert nicht kannte. Bekannt war Salburua wegen des Flugplatzes, der dort seinen Standort hatte. 1935 wurde er als zweites Aerodrom in Gasteiz eröffnet, für Binnenflüge. 1936 wurde er zum Standort der Franco unterstützenden Nazi-Luftwaffe, die erst namenlos und dann als Legion Condor auftrat. Von Salburua aus starteten einige der Bomber, die das baskische Gernika dem Erdboden gleichmachten.

  • Bastronomie

    tomas
    Heiliger Tomas!

    Drei Tage vor Heilig Abend ist im Baskenland der Heilige Tomas angesagt. Die Tradition besagt, dass kurz vor Weihnachten die Bauern und Bäuerinnen aus dem Umland in die Stadt kamen, um ihre Produkte zu verkaufen, ihre Pacht zu bezahlen und selbst die nötigen Einkäufe zu machen. In Arrasate ist schriftlich dokumentiert, dass das entsprechende Fest zumindest bis in Jahr 1351 zurückgeht. Heutzutage ist es der letzte Anlass im Jahr, noch einmal richtig auf das Fiesta-Pedal zu treten. In Arrasate drei Tage lang, mit Vieh-, Gefieder- und Gemüsemarkt.

  • Diese Kolumne ist neu!

    ondarroa
    Vom Meer leben

    Mein Vater verlor seinen Hochzeitsring im Meer. Wie alle Seeleute nahm er den Ring vom Finger und hängte ihn an seine Halskette, wenn sie die Netze zu Wasser ließen. Das war eine Vorsichtsmaßnahme, dennoch verlor er den Ring eines Tages. – Einige Wochen und Fangzüge später fand meine Tante beim Ausnehmen von Fischen in den Eingeweiden eines Weißfischs einen Goldring. Sie wusch den Ring und sah Namen und Daten eingraviert. Es klang wie eine Lüge, doch es waren die Initialen und das Hochzeitsdatum meiner Eltern.

  • Ferien Flucht Fiesta: Juli!

    franquismo
    81 Jahre Militärputsch

    Am 18. Juli 2017 vor genau 81 Jahren putschten faschistische Generäle in Spanien gegen die demokratisch gewählte republikanische Regierung. Unterstützt wurden sie von der katholischen Kirche und der Oligarchie. Es folgte ein Krieg, der verwirrenderweise „Bürgerkrieg“ genannt wurde, obwohl er keiner war. Zu viele internationale Interessen mischten sich in die kriegerische Auseinandersetzung zwischen 1936 und 1939. 81 Jahre nach dem Militärputsch liegen noch immer mehr als...

  • Fluchtort Baskenland

    migration
    Sommerthema Flüchtlinge

    Migrant*innen aus Afrika gibt es im Baskenland seit fünfzehn Jahren. Nicht so viele aber überall sichtbar. In Bilbao leben sie vor allem in den alten Arbeitervierteln wie San Francisco. Seit Ende Juni hat sich die Situation geändert. Das Sommerwetter hat viele Afrikaner zum Sprung über die Meerenge motiviert. Die Flüchtlingsblockade der neuen Ultra-Regierung in Italien und der sozialdemokratische Regierungswechsel in Madrid haben die Fluchtlinien verändert. Auf dem Landweg über Melilla klettern andere Afrikaner unter Todesgefahr über den Stachelzaun.

  • Herbst in Baskat-Land

    piraten2
    Baskische Fischkutter entführen

    Baskische Fischkutter fischen regelmäßig im Indischen Ozean. Der nahe liegende Atlantik ist derart leergefischt, dass weitere Reisen gemacht werden müssen. Gefischt wird in sog. internationalen Gewässern, die dennoch vor irgendeiner Küste liegen. In diesem Fall die somalische. Deshalb ist diese Praxis umstritten. Es kommt zu Zwischenfällen. Zu diesen Zwischenfällen gehören Kaperversuche von somalischen Piraten. Zuletzt war am 19. November 2017der Kutter „Galerna III“ betroffen.

  • Im Märzen der baskische Bauer

    sinkuartel
    Karneval

    Karneval ist Anlass zu Ausgelassenheit und Phantasie – nicht besonders geeignet für ernsthafte und tiefschürfende Themen wie Krieg oder Massenmord. Gegen diese Regel zu verstoßen ist gewagt oder fragwürdig. In Bilbo beim Karneval hat sich eine Konpartsa-Gruppe kürzlich getraut, im sonst überschwänglichen Karnevals-Umzug die Vernichtung der baskischen Stadt Gernika auf die Straße zu bringen. Grund war der 80. Jahrestag jenes unvergesslichen Ereignisses, das Picasso für die Ewigkeit dokumentierte.

  • Immer wieder Kriegszeiten

    kriegszeiten
    Wer hat angefangen?

    “Zu einem Streit gehören immer zwei Seiten”, sagen Mütter, wenn sich ihre Kleinen beschweren mit der Beschuldigung: “Der andere hat angefangen”. Konflikte haben immer zwei Seiten. Auch bei Erwachsenen. Und sowieso in der Politik. Im Baskenland scheint es derzeit nur Täter und Opfer zu geben. Täter sind die Pistoleros von ETA, Opfer ist der spanische Staat. ETA hat sich nun zwar aufgelöst, der Opfer-Diskurs geht jedoch weiter mit einer Entschlossenheit, als wären gestern 5.000 Polizeifahrzeuge der Guardia Civil abgebrannt.

  • Ma-ss-en-tou-ris-muss!

    architektur3
    Architektur

    Bilbao soll eine Architekturstadt sein. Das sagen anreisende Touristen. Als ich es das erste Mal hörte, dachte ich, die hätten sich getäuscht, sie hätten womöglich Bilbao mit Bologna verwechselt. Oder mit dem Phänomen, das jahrelang die europäischen Schlagzeilen zierte: Guggenheim-Effekt. Als ich den Begriff erneut hörte, wurde ich stutzig und musste mir eingestehen, dass ich wieder einmal der touristischen Propaganda-Maschinerie hinterher hinkte. Bilbao hatte einmal mehr den Effekt gewechselt, oder besser gesagt:

  • Opium fürs Volk

    wm2018
    Für Unabhängigkeit – und für Spanien spielen

    Bekannte Fußballer wie Carles Puyol, Xabi Hernandez, Xabi Alonso – allesamt Weltmeister – haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie es vorziehen würden, für eine eigene katalanische oder baskische Auswahl zu spielen, wenn es denn möglich wäre. Und warum ist es das nicht? Weil in jenen Weltverbänden des Sports, in denen Spanien vertreten ist, jene Spanier ein Veto einlegen gegen die Mitgliedschaft baskischer oder katalanischer Verbände. Deshalb kann Euskal Herria (Baskenland) beim Tauziehen Weltmeister werden, weil es im internationalen Tauzieh-Verband keine Spanier gibt.

  • Tierkreiszeichen Kat

    zorionak
    Sprachlektionen

    Sprachlich ist das Baskenland nicht der einfachste aller Lebensorte. Die beiden offiziellen Kommunikations-Varianten, Baskisch und Spanisch, stehen sich nicht gerade freundschaftlich gegenüber. Zuletzt mischte sich – über Tourismus vermittelt – auch Englisch in den Sprachsalat. Und als wäre das nicht schon genug – zu Hause sprechen wir übrigens Deutsch – erhalten wir im Fernsehen auch noch kostenlosen Unterricht in einer Zusatzsprache. Die emanzipatorischen Ereignisse in Katalonien sind derzeit Hauptthema baskischer Medien.

  • Wintertugenden

    kolum zebra
    Saramagos erster Blick

    Der portugiesische Nobelpreisträger brauchte bei einem Kurzbesuch auf der Kanarenisnel Lanzarote nur einen Tag, um sich spontan für ein neues Domizil in Tias zu entscheiden. Dabei half, dass er in seinem Land kurz zuvor öffentlich eine schmerzhafte Erniedrigung erlitten hatte. Seinen Besucher*innen auf der Lavainsel öffnete der Schreiber selbst, so heißt es, und lud sie in der Küche zu einem Kaffee ein. Über die Jahre fand sich dort allerlei Prominenz ein, nachdem Saramago – immerhin Kommunist – mit ...

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