medoc01Vergeltung des Gernika-Bataillons

Am 14.April jährte sich zum 70sten Mal die Medoc-Schlacht, eine der letzten des zweiten Weltkriegs. An dieser Vertreibungsaktion beteiligt war das Bataillon "Gernika", eine militärische Einheit, die ausschließlich aus baskischen Gudaris, baskischen Milizionären bestand. Bei diesen Gefechten auf der Halbinsel Medoc südwestlich der Gironde, zwischen Bordeaux und dem Atlantik, standen französiche Befreiungstruppen, unterstützt von baskischen Einheiten, den verschanzten Nazis gegenüber.

(2015-04-15) Dieses Ereignis, nur wenige Wochen vor dem Ende des Weltkriegs, kann als Höhepunkt der baskischen Beteiligung im Kampf um die Befreiung vom Nazismus bezeichnet werden. Tatsächlich betrachteten die baskischen Institutionen, mit dem Präsidenten Jose Antonio Aguirre an der Spitze (1) diesen von Hitler angezettelten Krieg als einen Kampf, dem sie sich nicht entziehen konnten und wollten, auch wenn es vordergründig insbesondere um Frankreich und England ging. Die Politiker der baskischen Exil-Regierung betrachteten diesen Kampf als ein Eintreten für die Demokratie und gegen die faschistischen Regime Europas. In diesen Kampf waren sie durch den Spanischen Krieg zwangsläufig hineingezogen worden, doch auch in seiner Fortsetzung auf europäischer Ebene wollten die Basken nicht klein beigeben. Viele baskischen Vertreter gingen davon aus, dass der Spanische Krieg von 1936 bis 1939 nur ein Vorspiel gewesen war zur folgenden weltweiten Auseinandersetzung. Nach diesem Verständnis war die Niederlage der Basken im Spanischen Krieg nur eine Etappe in einem Kampf, der weiter andauerte.medoc02

Basken im Zweiten Weltkrieg

Offiziell begann der Zweite Weltkrieg mit der nazideutschen Invasion in Polen am 1.September 1939. Bereits am 4. desselben Monats publizierte der baskische Exil-Präsident José Antonio Aguirre einen Aufruf an alle Basken, sich für einen militärischen Einsatz bereit zu halten. Dies geschah über die Internationale Liga der Freunde der Basken (2). Die Basken sollten sich als Freiwillige in Frankreich melden, für alle denkbaren Dienste. Im Unterschied zu dem, was sich in Polen abspielte, dem ersten von den Nazis besetzten Territorium, hatten die Auseinandersetzungen an der Westfront einen anderen Charakter. Die deutsch-französische Grenze erlebte über Monate hinweg den sogenannten "Drôle de Guerre", einen seltsamen Krieg ohne Einsatz von Waffen (3). Dies war der Hintergrund von Aguirres Angebot an Frankreich, Tausende von baskischen Kriegsfreiwilligen sollten in der Kriegsindustrie eingesetzt werden. Daneben lieferten Basken dem Deuxième Bureau, dem französischen Geheimdienst, weiterhin über die baskische Spionage erzielte Informationen.

Baskische Spionage-Dienste

Spionage war ein wichtiger Faktor während des Krieges. Nach der nazi-deutschen Besetzung im Frühjahr 1940 wurde der Kontakt zu den Franzosen unterbrochen, doch gleich danach waren die Briten an der Reihe. Sie waren interessiert an Agenten, die aus Frankreich berichten konnten, nachdem sich die eigenen Agenten nach dem Nazi-Einmarsch zurückgezogen hatten. Die baskischen Agenten informierten nicht nur über Frankreich, sie berichteten auch über Themen aus Spanien und Euskadi, die für Großbritannien interessant waren.medoc03

Diese baskisch-britischen Beziehungen dehnten sich auf die USA aus, als der baskische Präsident Aguirre es schaffte, im Oktober 1941 nach New York zu gelangen, nachdem er das von Belgien bis Schweden besetzte Europa durchquert hatte, mit einem längeren heimlichen Aufenthalt in Deutschland selbst. Bereits vorher hatte Aguirres Vertreter Manuel Irujo in London mit "France Libre" von de Gaulle ein Abkommen geschlossen. Irujo präsidierte den "Nationalen Rat von Euskadi" (Consejo Nacional de Euskadi), ein Organismus, der gegründet worden war, um das Vakuum zu füllen, das die Abwesenheit des Lehendakari (4) verursacht hatte. Das Abkommen sah vor, innerhalb der französischen Armee eine baskische Einheit zu gründen.

Aguirre hingegen bevorzugte die Beziehung zu den Amerikanern und bot der Administration des Präsidenten Roosevelt baskische Hilfe an. Sie beinhaltete zwei Bereiche. Zum einen die Spionage auf der iberischen Halbinsel und in Südamerika, zum anderen christdemokratische Propaganda in Lateinamerika als Gegengewicht zur nazi-faschistischen Penetration, die sich unter dem Mantel des spanischen National-Katholizismus (5) versteckte.

Dieses baskische Angebot hatte zwei Hintergründe. Zum einen sollte damit demonstriert werden, dass die Basken um einen Platz im demokratischen System Europa kämpften und sich aus diesem Grund den Diktatoren Hitler und Mussolini entgegen stellten. Gleichzeitig sollten die Alliierten animiert werden, dieses demokratische Projekt eines späteren Tages auch gegen die iberischen Diktaturen weiterzuführen, speziell in Spanien. Auf ein solches künftiges Szenarium hatte die baskische Führung ihren Blick gerichtet, sie zielte auf einen neuen Anfang, auf ein neues 1931, als die spanische Republik ausgerufen worden war.

Baskische Militär-Einheit

Um ins Baskenland zurückzukehren sah die baskische Exil-Regierung die Notwendigkeit, erneut eine Polizei-Einheit zu gründen. Die sollte zu gegebener Zeit die öffentliche Ordnung sichern und Unruhen verhindern. Zu diesem Zweck trafen sich sofort nach der Befreiung von Iparralde (französisches Baskenland) im September 1944 die baskischen Regierungsmitglieder Jesús María Leizaola und Eliodoro de la Torre mit den französischen Behörden und mit dem Kommandanten Kepa Ordoki, um eine baskische Militär-Einheit zu vereinbaren, die in den alliierten Streitkräften integriert sein sollte. Diese Einheit sollte gegen die Nazis kämpfen solange der Krieg dauerte und sich mit diesem Kampf vorbereiten auf ihre eigentliche Mission, den Krieg um das heimische Baskenland, gegen den Franquismus.medoc04

Der aus Irun stammende Kepa Ordoki, Mitglied der linksnationalistischen ANV (6) und Milizionär aus dem spanischen Krieg, war mit der Ausführung der Anweisungen von Leizaola und de la Torre beauftragt. Er schaffte es, in der Kleinstadt Sauveterre de Bèarn Dutzende von baskischen Guerrilleros zu versammeln, die bis dahin als Maquis, als Guerrilleros in den Bergen den Kampf gegen den Franquismus geführt hatten (7). Aus diesem Ort im Bearn wurden die Gudari-Kämpfer (8) nach Bouscat gebracht, in die Nähe von Bordeaux, wo sie am 26.Februar 1945 in die französischen Streitkräfte integriert wurden. Am 21.März wurde das "Bataillon von Freiwilligen Ausländern" (Batallón de Voluntarios Extranjeros) gegründet, zu dem neben Basken auch spanische Anarchisten und Soldaten anderer Nationalitäten gehörten, vor allem Italiener.

Mit der Eingliederung von marokkanischen Kämpfern wurde später das "8.Gemischte Regiment von ausländischen Marokkanern" gegründet, unter dem Befehl des Kommandanten Chodzko, französischer Militär polnischen Ursprungs. Im Frühjahr 1945 hatte sich der europäische Krieg bereits sehr stark auf deutschen Boden verlagert. Die Alliierten waren von zwei Seiten her auf dem Weg nach Berlin: Amerikaner, Briten und Franzosen von Westen her, die Sowjetarmee von Osten her.

Die Kämpfe im Medoc

Trotz des raschen Vormarsches der Alliierten auf französischem Boden nach der Landung in der Normandie am 6.Juni 1944 blieben große Gruppen von deutschen Soldaten zurück. Sie verschanzten sich in den Festungen, die im Laufe des Krieges an der Atlantikküste gebaut worden waren, von Dünkirchen bis Medoc. Die Alliierten hatten das Interesse, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden, ins Herz Deutschlands vorzustoßen und den Lebensmittel-Nachschub aus Spanien abzuschneiden. Die verbunkerten Deutschen stellten sich dieser Strategie entgegen.

Besonders ärgerlich für die alliierten und besonders für die französischen Streitkräfte waren jene Nazigruppen, die sich auf beiden Seiten der Gironde-Mündung verschanzt hatten, in der Medoc-Stellung im Süden, und in Royan im Norden. Diese deutschen Militärstellungen bedrohten den Schiffsverkehr in Richtung La Pallice, dem Hafen von Bordeaux.

Zu Frühlingsbeginn 1945 stand das Nazi-Imperium kurz vor dem Fall. Die französischen Befehlshaber beschlossen, diese beiden verbliebenen Nazi-Bunker in Medoc und Royan anzugreifen. Mit der Eroberung der kleinen Halbinsel beauftragt war die Brigade Carnot, zu der auch das Bataillon Gernika gehörte. Ihr Auftrag war, bis zum Point de Grave im äußersten Norden der Halbinsel vorzustoßen, die von 4000 Nazi-Soldaten in 110 Bunkern verteidigt wurde. Zudem mussten Tausende von Minen und ein Panzer-Abwehr-Graben überwunden werden.

"Es lebe das freie Baskenland!"

Die Gefechte von Point de Grave begannen am 14.April 1945, einem Samstag um 15.35 Uhr. Vor dem Einsatz beauftragte der Kommandant Ordoki den Kapitän Martinez, einen baskischen Sozialisten, ein paar Worte an die Einsatztruppe zu richten. "Gudaris, wir sind weit weg von unserem Land, aber wir kämpfen für Euzkadi gegen den Faschismus. Es lebe das freie Baskenland!" Gleich darauf gab der Kommandant Ordoki den Befehl zum Angriff. (9)

Auf der rechten Seite unterstützt vom spanischen Bataillon "Freiheit", auf der linken Seite von marokkanischen Soldaten, führte das Gernika-Bataillon den Angriff. Zu Beginn waren die deutschen Stellungen 800 Meter entfernt, diese Strecke war nur zu überbrücken, indem ein 10 Meter breiter und verminter Streifen überwunden wurde, der keine Deckung bot. Dennoch kam das Bataillon Gernika bis auf 50 Meter heran und musste erst wieder zurückweichen, als die beiden Flanken-Verbände zurückblieben, weil sie von den Deutschen gestoppt wurden.

Ursprünglich sollte die Operation am nächsten Tag fortgesetzt werden, doch verhinderte ein Gegenbefehl den Angriff. Stattdessen beschlossen die alliierten Befehlshaber, die deutschen Stellungen aus der Luft zu bombardieren, was zu einem Waldbrand führte. Nach einigen Tagen der Ruhe wurde dem baskischen Verband der Vormarsch ins westliche Soulac befohlen. Dieser Marsch erfolgte ohne Verluste, war jedoch nicht einfach. Sonne, Wassermangel, Dünen und Minen – so sahen die äußeren Bedingungen aus.

Am 18.April gelangten die Basken in das Dorf Soulac, das die Alliierten mit Hilfe ihrer Luftwaffe und Marine unter Kontrolle brachten. Dasselbe geschah mit fast allen Bunker-Festungen der Deutschen. Es fehlte nur, dass sich die Besatzung des Bunkers Y-33 ergab. Mit einem entsprechenden Angriff wurde erneut das Bataillon Gernika beauftragt. Doch bevor der Kampf losging, ergaben sich die Deutschen. Dabei entstand eine gefährliche Situation, weil die französischen Kräfte die Basken mit den Deutschen verwechselten und auf sie schossen, ohne jedoch Tote oder Verletzte zu verursachen. Am selben Tag fielen die restlichen deutschen Stellungen.medoc06

Das Bataillon Gernika

Das Bataillon Gernika hatte fünf Verluste zu beklagen: Juan José Jausoro Sasia aus Alonsotegi, 29 Jahre alt, unverheiratet und Sozialist; Félix Iglesias Mina aus Atarrabia, wohnhaft in Errenteria, 32 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern, Kommunist und Mitglied des Larrañaga-Bataillons; Antton Lizarralde aus Durango, 37 Jahre alt und ANV-Mitglied; Antón Mugica, ein 18-jähriger aus Tolosa, Mitglied in der PNV; sowie Prudencio Orbiz aus Gipuzkoa. Die ersten vier starben beim ersten Angriff, in der Kampfzone und im Lazarett. Orbiz starb am 4.April, als eine Granate versehentlich explodierte.

Doch die Geschichte dieses baskischen Bataillons endete nicht bei Medoc. Einige der Soldaten wurden für einen Ausbildungs-Lehrgang ausgewählt, der in der Nähe von Paris von amerikanischen Militärexperten geleitet wurde. Dabei ging es um die Ausbildung von baskischen Militärs und Polizei. Vorgesehen war, dass die Teilnehmer dieses Lehrgangs die Elite einer Miliz bilden sollten, die das Baskenland von der franquistischen Diktatur befreien sollte. Als Polizei sollten die Ausgebildeten die baskische Ertzaintza-Polizei neu aufbauen, die in den 30er Jahren bereits Ordnungsfunktionen wahrgenommen hatte. Die übrigen Kämpfer des Bataillons Gernika blieben kaserniert, hinzu kamen junge Flüchtlinge, die ebenso bereit waren für den bevorstehenden Kampf.medoc07

Doch der Fall der Diktatoren Hitler und Mussolini bedeutete noch lange nicht, dass den Spanier Franco dasselbe Schicksal ereilen sollte. Kaum war der Weltkrieg zu Ende, begann die Inszenierung des kalten Kriegs. Viele Stimmen im Westen waren der Ansicht, dass Franco und sein Regime in diesem neuen Kapitel der Auseinandersetzung zwischen den imperialistischen Westkräften und dem Kommunismus eine strategische Rolle spielen könnten. Die Gudaris des Bataillon Gernika, wie die Soldaten der übrigen Einheiten, hatten alles gegeben, am Ende nur für einen warmen Händedruck. Die Basken hatten, wie ihre Vorgesetzten, ihre Hoffnung auf den Kampf nach diesem Krieg gesetzt und wurden ein Opfer des internationalen Mächtespiels, das nicht den Einsatz für demokratische Systeme belohnte, sondern Diktaturen wie Bauern auf dem Schachbrett bewegte.

Gedenkfeiern

Für den 18. und 19.April waren Gedenkfeiern geplant in Vendays-Montalivet auf der Medoc-Halbinsel, zur Erinnerung an die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs vor genau 70 Jahren. Die baskische Stiftung Sabino Arana organisierte eine Reise zu diesen Feiern, eingeladen waren Familienangehörige und Freunde der ehemaligen Gudari-Kämpfer. (10) Anwesend war auch der baskische Ministerpräsident Iñigo Urkullu. Sein Vorgänger Ardanza hatte vor 20 Jahren der Feier zum 50sten Jahrestag beigewohnt.

ANMERKUNGEN:

(1) José Antonio Aguirre: Der erste Ministerpräsident – Lehendakari – von Euzkadi, nachdem die republikanische spanische Regierung dem Baskenland im Oktober 1936 eine Autonomie zugestanden hatte. Hintergrund war der Anschluß der baskischen Rechtsnationalisten (PNV) an die republikanische Verteidigung gegen den Militärputsch faschistischer Generäle. Aguirre (1904-1960) ging erst nach Paris ins Exil und nach der Besetzung durch die Nazis über Umwege in die USA. 1946 kehrte er nach Frankreich zurück und führte die baskische Exilregierung.

(2) Die Internationale Liga der Freunde der Basken (Liga Internacional de Amigos de los Vascos) wurde am 16.Dezember 1938 in Paris gegründet, 18 Monate nach der militärischen Niederlage des Baskenlandes im Spanischen Krieg, aber noch vor Ende dieses Putschkriegs. Sie sollte einerseits den baskischen Flüchtlingen helfen, die nach der Niederlage ihr Land verlassen mussten; und sie sollte sich andererseits generell um die Wahrnehmung baskischer Interessen kümmern. Teil der Liga war die baskische Regierung im Exil.

(3) Drôle de Guerre: Als Sitzkrieg, früher auch Seltsamer Krieg (französisch: Drôle de guerre; deutsch: komischer, seltsamer Krieg; englisch Phoney War) wird der Zustand an der Westfront des Zweiten Weltkrieges zwischen der Kriegserklärung Großbritanniens und Frankreichs an das Deutsche Reich am 3.September 1939 infolge des deutschen Angriffs auf Polen und dem Beginn des deutschen Westfeldzugs am 10. Mai 1940 beschrieben, in dem beide Seiten militärisch weitgehend passiv blieben. (Wikipedia)

(4) Lehendakari: Der baskische Titel für den Ministerpräsidenten der Autonomen Region, im Übrigen wird der Begriff auch für Präsident (von Vereinen zum Beispiel) verwandt; wörtliche Übersetzung: Vorsteher.

(5) Nationalkatholizismus war ein vom Franco-Regime benutzter Begriff, der als wichtigstes ideologisches Symbol der faschistischen Bewegung galt.

(6) ANV: Acción Nacionalista Vasca (baskisch: EAE - Eusko Abertzale Ekintza) ist eine in den 30er Jahren gegründete links-nationalistische Partei, die aus der Unzufriedenheit mit der rechtsnationalistischen PNV entstand. Während des Franquismus war sie verboten, ihre Güter beschlagnahmt. Im Jahr 2006 wurde sie erneut verboten mit der Behauptung, sie sei Teil von ETA, erneut wurden ihre Besitztümer beschlagnahmt.

(7) Maquis: Milizionäre, die nach der militärischen Niederlage gegen die spanischen Faschisten den Kampf in den Bergen fortsetzten, von wo aus sie Guerrilla-Aktionen durchführten. Sie waren besonders stark in der Nordzone, in Asturien und Kantabrien, bis in die Pyrenäen. Im Baskenland selbst waren es nicht so viele. Die Maquis waren bis weit in die 50er Jahre aktiv, fast zwanzig Jahre nach dem faschistischen Sieg. Fernando de Leon schildert in seinem Film "El Silencio Roto" (Das gebrochene Schweigen) eindrucksvoll Leben, Wirken und Problematik dieser Berg-Guerrilla.

(8) Gudari: Baskischer Begriff für einen Soldaten. Guda ist der Krieg, Gudari der Soldat. Historische Bedeutung bekam der Begriff im Krieg nach 1936, als baskische Milizionäre – Gudaris – das Baskenland und die Republik verteidigten. Seither hat der Begriff einen ehrenwerten und heldenhaften Unterton, obwohl er schlicht den Kriegsakteur bezeichnet.

(9) Euzkadi: ist eine der vielen Bezeichnungen des Baskenlandes. Entwickelt wurde der Begriff von Sabino Arana, dem Gründer des baskischen Nationalismus und der PNV-Partei zur Benennung der drei baskischen Westprovinzen Bizkaia, Araba und Gipuzkoa. Bis heute wird der Begriff in abgewandelter Form benutzt, Euskadi, insbesondere von rechten Politikerinnen. Die Linke bevorzugt den historischen Begriff "Euskal Herria", was "baskisches Land" und "baskisches Volk" bedeutet.

(10) Große Teile dieses Artikel sind übersetzt aus der Publikation "La revancha del Gernika" in der baskischen Tageszeitung Deia.

ABBILDUNGEN:

(1) Das Bataillon Gernika bei einer Parade nach dem Sieg in Bordeaux. Aus: Deia vom 11.4.2015, Foto der Stiftung Sabino Arana
(2) Das Bataillon Gernika kämpfte gegen die verbliebenen deutschen Besatzer in Südfrankreich. Aus: Deia vom 11.4.2015, Foto der Stiftung Sabino Arana
(3) Gudari-Kämpfer des Bataillon Gernika im Medoc. Aus: Deia vom 11.4.2015, Foto der Stiftung Sabino Arana
(4) In Cernay-sur-Ville wurden von der amerikanischen Armee ausgebildet. Aus: Deia vom 11.4.2015, Foto der Stiftung Sabino Arana
(5) Bunker an der französischen Atlantikküste (Wochenzeitschrift Argia 14.4.2015)
(6) Urkunde des Kommandanten Chodzko für die Mitglieder des Bataillons (Wochenzeitschrift Argia 14.4.2015)

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