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Erfolg und Niedergang der Guerrilla

Maquis waren die republikanische Milizionäre, die nach dem Spanienkrieg (von 1936 bis 1939) den bewaffneten Kampf gegen den Franquismus in Bergen und Städten weiterführten. Viele reihten sich in die Resistance ein, andere gingen im spanischen Norden direkt zum antifranquistischen Widerstand über. 1944 und 1948 wurden zu Meilensteinen jener Bewegung, positiv wie negativ. Zweiter Teil der Maquis-Serie bei Baskultur.info: Stadtguerrilla – größter Erfolg des Maquis – Verrat und Niedergang des Maquis.

Die spektakulärste Aktion der Maquis-Guerrilla war 1944 der Angriff von Frankreich über die Pyrenäen auf spanisches Gebiet, als die Wehrmacht bereits auf dem Rückzug war und Tausende Guerrilleros die Grenze überquerten.

Als der Spanienkrieg noch im Gang war, begannen erste republikansiche Kämpfer in den Bergen der Nordküste einen Guerrilla-Krieg gegen die vorrückenden Franquisten. Nach der definitiven Niederlage schlossen sich umso mehr republikanische Flüchtlinge dieser Guerrilla-Bewegung an, die bis in die 60er Jahre an vielen Orten aktiv, aber wenig bekannt war. Der Beginn des 2. Weltkrieges fünf Monate nach Ende des Spanienkriegs überraschte viele auf französischem Territorium. Der Maquis war bekannt unter den Begriffen „Guerrilla” (la guerrilla), „Spanischer Widerstand“ (resistencia española) oder „Spanische Guerrilleros“ (Guerrilleros Españoles).

Der erste Teil der Artikelserie „Maquis-antifranquistische Guerrilla“ erschien bei Baskultur.info
unter dem Titel „Antifranquistischer Kampf nach dem Krieg“ (Link)

Die Invasion des Aran-Tals

Die 4.000 bis 7.000 Guerrilleros, die im Oktober 1944 die Grenze nach Spanien überschritten, waren gut ausgerüstet, sie hatten schwere Waffen. Die Aktion wurde ehrgeizig „Operation Wiedereroberung Spanien“ genannt (Operación Reconquista de España). Sie war im Hauptquartier der AGE geplant worden, der von der PCE kontrollierten „Gruppierung Spanischer Guerrilleros“ (Agrupación de Guerrilleros Españoles). Für die Invasion wurde die Division 204 gegründet, die aus 12 Brigaden bestand. Ihr Kommandant war Vicente López Tovar. (1- Wikipedia)

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Ziel dieser Offensive war die Besetzung eines Korridors zwischen den Flüssen Cinca und Segre und der französischen Grenze. Danach sollte das Gebiet von der Regierung der Republik als erobert erklärt werden, die sich damals in Paris im Exil befand. Das Ganze sollte einen allgemeinen Aufstand gegen Franco im ganzen Land auslösen. Gedacht war, dass dieser Aufstand auch die Intervention der Alliierten nach sich ziehen sollte, um Spanien zu befreien, so wie der Rest Europs ebenfalls vom Faschismus befreit worden war.

Das Hecho-Tal war einer der Wege, auf denen 1944 die Guerrilla von Frankreich aus ueber das Aran-Tal und die Pyrenaen zur „Operation Wiedereroberung Spanien“ einmarschierte.

Der Hauptangriff im Aran-Tal wurde begleitet von Ablenkungsmanövern in anderen Pyrenäen-Tälern in den Wochen davor, dadurch sollten die feindlichen Kräfte irritiert werden. Gleichzeitig sollte die Situation im Landesinneren analysiert und Kontakt aufgenommen werden mit Gruppen von Flüchtlingen. Die wichtigsten Orte dieser Grenzübertritte über die Bergkette waren Roncesvalles, Roncal, Hecho, Canfranc, Arán, Andorra und Cerdaña, dazu kamen Operationen an weniger wichtigen Orten. Die Offensive wurde gebremst von einer großen Anzahl von Repressions-Kräften, die das Franco-Regime in das Gebiet geschickt hatte,denn die bevorstehende Guerrilla-Offensive war ein offenes Geheimnis: Guardia Civil, bewaffnete Polizei und Bataillone der Armee aus der Umgebung waren bestens vorbereitet.

Das Guerrilla-Armee konnte verschiedenen Dörfer und Weiler erobern, die republikanische Fahne hissen und auf den Dorfplätzen antifranquistische Meetings durchführen. Ein Teil der Grenze war über Tage hinweg von den Guerrilla-Kräften kontrolliert. Lastwagen mit Material und Verstärkung kamen an. Doch scheiterte die Eroberung von Viella, das Hauptziel der Operation. Die Guerrilla war in Unterzahl und schlechter ausgerüstet, sie musste sich auf den Rückzug machen. Am 28. Oktober war dieser Rückzug abgeschlossen, die letzten Kämpfer kamen über die Grenze zurück, ohne den erhofften Volksaufstand ausgelöst zu haben.

Trotz bester Motivation der Maquis-Kämpfer war die Analyse der Situation, die die Guerrilleros südlich der Pyrenäen vorfinden würden, nicht realistisch genug gewesen. Mehr als fünf Jahre franquistischer Diktatur und Repression hatten ihre Spuren hinterlassen, noch nicht einmal im Ansatz gab es eine politische Kraft, die einen allgemeinen Volksaufstand hätte propagieren oder auslösen können. Auch gab es keine Möglichkeit, die Tatsache des Angriffs mehr als denen bekannt zu machen, die direkte Augenzeugen geworden waren, im restlichen Staat wusste kaum jemand von den Ereignissen.
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Die Guerrilla-Gruppen

Das Scheitern im Aran-Tal 1944 tat der Moral des spanischen Exils keinen Abruch. Denn auf internationaler Ebene schien eine generelle Niederlage des Faschismus nach wie vor möglich. In allen spanischen Regionen kam es zu einem Aufschwung der Guerrillas, von der Grenze wurden neue Kämpfer ins Land gebracht, die Gruppen wurden neu organisiert, ihre Strukturen wurden militarisiert.

Vom Exil aus koordinierte die spanische KP (PCE) die Gründung von Guerrilla-Gruppen in verschiedenen Gebieten, die Aktivitäten wurden koordiniert. Als Vorbild galt die „Föderation der Guerrillas von León-Galicien“, die erste Guerrilla-Organisation der Nachkriegszeit in Spanien, die bereits seit Jahren aktiv war. Aktivste Gruppe war die „Guerrilla-Gruppe Levante Aragon“ (Agrupación Guerrillera de Levante y Aragón - AGLA), die Operationen durchführte zwischen Süd-Teruel, dem Zentrum von Castellón und dem Norden von Cuenca.

Bekannteste Aktionen der Guerrilla

Über Jahre hinweg kamen immer wieder Guerrilleros aus Frankreich und reihten sich in die spanischen Maquis-Gruppen ein. Geschätzt wird, dass ca. 5000 bis 7000 Personen (die große Mehrheit Männer) bewaffnet aktiv waren, um die 20.000 Kontaktpersonen des Maquis wurden im Laufe der Jahre verhaftet. Der Maquis war somit die ernsthafteste Opposition gegen den Franquismus. Die Guerrilla-Praxis war sehr intensiv in jener Zeit Mitte und Ende der 40er Jahre. Die Aktionen konzentrierten sich auf Sabotage gegen Eisenbahn-Linien, Hochspannungs- und Telefon-Leitungen, sowie Bergbau-Firmen. Die spektakulärste Aktion war die Sprengung der Elektrizitäts-Station in Puertomingalvo im Jahr 1946. Geld wurde über Überfälle und Entführungen beschafft. Gleichzeitig legte die Guerrilla viel Wert auf Propaganda, um in der Bevölkerung den Sinn ihrer Aktionen zu vermitteln.
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Die Stadtguerrilla

Seit 1944 organisierten die spanische KP und die libertäre Bewegung Stadtguerrilla-Gruppen, um auch auf dieser Ebene die franquistische Diktatur zu bekämpfen. Damit sollte auch die Beschränkung der Land-Guerrilla überwunden werden, deren Aktivität nur sehr wenig politische und propagandistische Auswirkung hatte. Denn die Medien waren fest im Griff der Diktatur. Nur die Bewohner/innen der ländlichen Guerrilla-Gegenden erfuhren von den Aktionen. Weil die kleinen kommunistischen und anarchistischen Stadtguerrilla-Gruppen fast ausschließlich in Madrid und Barcelona aktiv waren, war ihre Relevanz letztendlich jedoch geringer als die des Maquis. Dennoch waren die Gruppen in der katalanischen Hauptstadt bis 1960 aktiv, acht Jahre nach Auflösung der großen Gruppen der Land-Guerilla. In Katalonien stützte sich die Guerrilla auf die anarchistischen Organisationen CNT und FAI, mit Unterstützung der Gruppe „Innere Verteidigung“ (Defensa Interior), die 1961 in Limoges beim CNT-Kongress gegründet worden war, um die revolutionären Aktionen gegen den Franquismus zu koordinieren.

In Madrid konnte sich die kommunistisch inspirierte Stadtguerrilla drei Jahre halten, von 1945 bis 1947. Kleinere Gruppen agierten auch in Valencia, Bilbao, Leon und Granada-Malaga, wo die Gruppen von Antonio Raya und die vier Brüder Quero berühmt wurden. Letztere hatten ihr Quartier in den Sacromontesvon Granada und führten viele Aktionen in der Stadt und Umgebung durch. Nacheinander wurden sie zwischen 1944 und 1947 erschossen. Ihr spektakulärste Aktion war die Erschießung des Polizei-Kommissars Julio Romero Funes, der aus dem Krieg für seine Brutalität berüchtigt war. Sein Tod führte zum Einsatz einer Spezialeinheit der Polizei aus Madrid.

In Valencia wurde die Stadtguerrilla angeführt von José Corredor Pepito el Gafas und Florián García Grande, die sich jedoch schnell in die Berge zurückziehen und sich dem Maquis von Levante und Aragón anschließen mussten. In Bilbao war Victorio Vicuña Julio Oria für die Guerilla verantwortlich, er war von der PCE-Führung aus Paris gesandt worden. Seine „Operations-Zentrale“ war eine verlassene Mine nahe Basurto, von dort wurden Sabotage-Aktionen durchgeführt, doch wurden die Gruppenmitglieder bald verhaftet.

In Leon agierte ein Guerrillero alleine: Manuel Ramos Rueda. Dank seines Kontaktnetzes konnte er viele Aktionen durchführen und wurde nie gefasst. Er führte mehrere tödliche Attentate durch, sowie Sabotage. Bei einem Überfall erbeutete er ausreichend Geld, um eine Zeitung mit dem Namen „Lucha“ (Kampf) zu publizieren. 1948 verlor sich seine Spur, möglicherweise flüchtete er nach Frankreich. „Ein Guerrillero in der Stadt León war in der Lage, die franquistischen Behörden mehr zu beschäftigen als die hundert Guerrilleros in den Bergen der Provinz“, heißt es über ihn. (4 – Guerrilla Urbana)
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Das verordnete Ende

1948 änderte die PCE auf Stalins Anordnung hin ihre Strategie und verzichtete auf den Guerrilla-Kampf. Stattdessen wurde den Aktivisten und Aktivistinnen empfohlen, sich in staatliche Institutionen einzuschleusen und sie zu unterwandern. Der Exil-Politiker Santiago Carrillo war damit beauftragt, dieAuflösung der Guerrilla umzusetzen (2 - Carrillo). Der Niedergang der Gruppen war die Folge, durch staatliche Repression waren sie ohnehin schon in der Defensive. Die Guerrilla-Gruppen nahmen den Namen Widerstands-Komitees an (Comités de Resistencia). Die neue Strategie konnte jedoch nicht umgesetzt werden, 1952 wurden schließlich die Kämpfer abgezogen. Diese Evakuierung wirkte sich vor allem auf die Guerrilla in Levante-Aragon aus, mit der die PCE eine bevorzugte Verbindung gehabt hatte. Die Organisationen im Zentrum und im Süden erhielten noch nicht einmal logistische Hilfe von der PCE, um nach Frankreich zu gelangen.

Das Ende der letzten Maquis

Verschiedene Faktoren führten zu Niedergang und Verschwinden des spanischen Maquis. Einerseits der internationale Kontext. Mit Beginn des Kalten Krieges wurde klar, dass mit einer ausländischen Intervention gegen die Diktatur nicht zu rechnen war. Vor diesem Hintergrund ereignete sich der Strategiewechsel der PCE, die den bewaffneten Kampf aufgab, die materielle Untersützung beendete und sogar so weit ging, Guerrilla-Chefs zu ermorden, die sich weigerten, die Berge zu verlassen. Übrig blieben anarchistische Organisationen mit Waffen und Infrastruktur.

In seinem Buch „So zerstörte Carrillo die PCE“ (Así destruyó Carrillo el PCE) schreibt der spanische Kommunist Enrique Lister: „Anstatt der Auflösung des Maquis einen politischen Sinn zu geben, wurde er heimlich aufgelöst, es wurden Intrigen lanziert, Rivalitäten und Provokation, um Gründe zu haben für die Zersetzung. Die Auflösung der Guerrilla-Gruppen wurde von Paris aus organisiert, wo Carrillo die Leute seines Apparates sitzen hatte“ (5 – Enrique Líster).

Zweiter Grund für den Niedergang waren die Folgen des Kampfes in den Guerrilla-Gebieten: die Bevölkerung stand zwischen den Fronten. Der Mangel an Material führte dazu, dass sich die Guerrilla das Nötigste manchmal auch durch Raub holen musste (Vieh, Lebensmittel, Kleider), in einigen Fällen wurden sogar Bewohner/innen umgebracht. Die drohten mit Verrat. Die Repressionskräfte wandten verschiedene Strategien an: Hetzjagden durch die Berge, Bestechen der Bevölkerung zum Aufdecken der Verbindungspersonen; oder „verbrannte Erde“, wie im Maestrazgo (Teruel) praktiziert. Hier wurden weite Bergzonen entvölkert, die Bewohnerinnen vertrieben, Anbauflächen und Gehöfte wurden verlassen, die Guerrilla verlor ihre Unterstützung und ihre Lebensgrundlage. Folter gehörte bei Polizei-Verhören zur üblichen Praxis. Die Guerrilla war nicht mehr Fisch im Wasser.
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In der franquistischen Gesellschaft herrschte eine totale Nachrichtensperre. Außerhalb der Guerrilla-Gebiete erfuhr kaum jemand von den Aktivitäten des Maquis. Wenn ausnahmsweise doch Nachrichten durchsickerten, war von Banditen und Verbrechern die Rede, um den Guerrilla-Aktionen den politischen Gehalt zu nehmen. Mit der Zeit blieben die Guerrilleros alleine zurück. In den letzten Jahren gab es einige Versuche, sich nach Frankreich durchzuschlagen, um der Umzingelung zu entkommen. Viele wurden festgenommen, jene Guerrilleros und Unterstützer/innen wurden vor Gericht gestellt, erschossen oder eingesperrt. Andere wurden „auf der Flucht erschossen“ wie es im Jargon der Guardia Civil hieß.

Zwischen 1938 und Anfang der 50er Jahre gab es die meisten Guerrila-Aktivitäten. Obwohl sie eingekreist waren, setzten einige den Kampf fort. Endgültig besiegt war der Maquis mit dem Tod verschiedener Guerrilla-Führer: 1960 wurde der CNT-Kämpfer Quico Sabaté erschossen, 1963 Ramón Vila Capdevila Caracremada (beide aus Katalonien), sowie José Castro Veiga Piloto im März 1965 in Galicien. 1963 versuchte Julio Álvarez del Vayo die Aktionen mit seiner Nationalen Spanischen Befreiungs-Front fortzusetzen (Frente Español de Liberación Nacional - FELN), hatte aber keinen Erfolg.

Fazit

In einem Bericht der Franco-Polizei, die gegen den Maquis kämpfte, kam es von 1943 bis 1950 zu 8054 „Delikten“, die meisten 1946 (1558) und 1947 (1463). Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch höher liegen. Beim Vorgehen gegen den Maquis starben 2036 Guerrilleros, 3211 wurden gefangen genommen. Gleichzeitig erlitt die Guardia Civil 243 Verluste und 341 Verletzte. Als „Unterstützer“ und „Komplizen“ der Guerrilla wurden laut franquistischer Polizei 17.861 Personen festgenommen.
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Der Maquis im Film

Seit 1956 fand der Maquis auch Eingang in die Filmwelt, wie die folgende Liste von Dokumentar- und Spielfilmen zeigt: Torrepartida (Pedro Lazaga, 1956). La paz empieza nunca (León Klimovsky, 1960). Y llegó el día de la venganza (Fred Zinnemann, 1964). El espíritu de la colmena (Víctor Erice, 1973). Los días del pasado (Mario Camus, 1978). El corazón del bosque (Manuel Gutiérrez Aragón, 1979). Luna de lobos (Julio Sánchez Valdés, Basada en la novela de Julio Llamazares, 1987). Silencio roto (Montxo Armendariz, 2001). La guerrilla de la memoria (Javier Corcuera, 2002). El laberinto del fauno (Guillermo del Toro, 2006). Entrelobos (Gerardo Olivares, 2010). La voz dormida (Benito Zambrano, 2011). Guerrillero Quintana (Luis Felipe Capellin, 2013)

Artikel-Serie: MAQUIS - ANTIFRANQUISTISCHE GUERRILLA

Maquis – Guerrilla (1) - Antifranquistischer Kampf nach dem Krieg
(Link)

Maquis – Guerrilla (2) - Erfolg und Niedergang der Guerrilla
(Link)

Maquis – Guerrilla (3) - Die Baskische Guerrilla

Maquis – Guerrilla (4) - Frauen in der Guerrilla

ANMERKUNGEN:

(1) Wikipedia: der markierte Text basiert auf dem Beitrag „Maquis, guerrilla antifranquista” in spanischer Sprache, es handelt sich um eine freie Übersetzung mit Zusätzen. (Link)

(2) Santiago Carrillo (1915-2012): General-Sekretär der Kommunistischen Partei Spaniens (PCE) von 1960 bis 1982. Vorsitzender der Vereinigten Sozialistischen Jugend seit 1934. Beteiligt an den revolutionären Aufständen in Asturien im Oktober 1934, Gefängnisstrafe bis 1936. Seit 1936 Mitglied der PCE, 1937 Mitglied im Zentralkomitee. Am Spanienkrieg nahm er als Offizier und politischer Kommissar teil, leitete die Junta zur Verteidigung Madrids gegen die Truppen Francos (November 1936 bis Januar 1937) und fuhr einen entschieden prosowjetischen Kurs. Ging nach Kriegsende ins Exil nach Paris, gehörte dort der republikanischen Exilregierung an und versuchte, die KP zu reorganisieren. Carrillo lebte 38 Jahre im Exil, in Frankreich, der UdSSR und Südamerika. Ab 1942 war er am Aufbau einer geheimen Neu-Organisation der Partei in Spanien beteiligt. Als Abgesandter Stalins war er mit derAuflösung der Maquis-Guerrilla beauftragt, was ihm von verschiedenen Seiten den Vorwurf des Verrats einbrachte (siehe auch Maquis-Artikel 1). (Link)

(3) Maquis. La Guerrilla Vasca (Maquis. Die baskische Guerrilla), Buch von Mikel Rodríguez Alvarez, 2001, Txalaparta-Verlag (Link)

(4) Wikipedia “La Guerrilla urbana antifranquista” (Die antifranquistische Stadtguerrilla) (Link)

(5) Enrique Líster (1907-1994 in Madrid) war Steinmetz, Kommunist und wichtiger militärischer Führer der spanischen Republik während des Spanienkrieges. Einen Teil seiner Jugend verbrachte er in Kuba und kehrte 1925 nach Spanien zurück, um in Galicien aktiv an der Gewerkschafts- und Aufstands-Bewegungen gegen die Militärdiktatur Miguel Primo de Riveras teilzunehmen. 1932 ging Líster im Auftrag der PCE nach Madrid, Paris, Berlin und wurde für drei Jahre in die UdSSR geschickt, wo er an der Lenin-Schule der Komintern eine politische und militärische Ausbildung erhielt. 1935 kehrte Líster illegal nach Spanien zurück und wurde in Anbetracht des drohenden Militärputsches Mitglied der Militärkommission der KP. Er leitete die Antifaschistischen Arbeiter- und Bauernmilizen, die als militärischer Arm der PCE bezeichnet werden können. Lísters Aufgabe war es die Putschpläne der UME durch Aufklärung unter den Soldaten und Offizieren in den Madrider Kasernen zu durchkreuzen und dafür zu sorgen, dass die Soldaten nicht gegen die Republik in Marsch gesetzt werden konnten.
Nachdem der Krieg verloren war ging Líster in die Sowjetunion, besuchte die Militärakademie und nahm als General der Roten Armee am II. Weltkrieg teil. Nach dem Weltkrieg ging er nach Paris, um von dort aus an der Organisation des Widerstandes gegen die Franco-Diktatur mitzuwirken. Die Meinungsverschiedenheiten mit dem Generalsekretär der PCE, Santiago Carrillo, erreichten 1968 ihren Höhepunkt aus Anlass der Besetzung der Tschechoslowakei durch die Truppen des Warschauer Paktes. Obwohl auch Líster die Besetzung kritisierte, blieb er Vertreter der „orthodoxen Kommunisten“, Carrillo wurde zum „Eurokommunisten“. 1977 kehrte Líster aus dem Exil nach Spanien zurück.

ABBILDUNGEN:

(1) Maquis-Ehrung Bejes (FAT)

(2) Maquis-Ehrung Bejes (FAT)

(3) Maquis-Ehrung Bejes (FAT)

(4) Maquis-Ehrung Bejes (FAT)

(5) Maquis-Ehrung Bejes (FAT)

(6) Gurs-KZ-Gedenkstätte (FAT)

(7) Maquis-Ehrung Bejes (FAT)

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