Geschichte

Die Kategorie GESCHICHTE beinhaltet folgende sechs Themenbereiche: 1. allgemeine Geschichte des Baskenlands, Königreich Navarra; 2. Krieg, Gernika, Diktatur, historische Erinnerung; 3. Migration, Diaspora; 4. Aktueller Friedens-Prozess; 5. Historische Persönlichkeiten; 6. Deutsche Spuren im Baskenland.

uno aufarbeit 01Nachhilfe von der UNO

Wieder einmal geht es im spanischen Staat um die historische Erinnerung, um nicht aufgearbeitete Verbrechen während des Krieges von 1936, um die Verbrechen gegen die Menschlichkeit in den folgenden 40 Jahren Diktatur. Die Regierungen nach Franco hatten für den künftigen Staat nach 1975 zwar demokratische Institutionen gewählt, doch blieben die politischen, polizeilichen, militärischen und juristischen Vertreter alle in ihren Funktionen. Auf Francos Befehl wurde die Monarchie wieder eingeführt.

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Kampagne „Prozess gegen Martín Villa“

Am 31. Januar 2019 haben verschiedene antifaschistische Kollektive den Beginn einer Kampagne bekannt gegeben. Deren Ziel ist es, den altfranquistischen Politiker Rodolfo Martín Villa wegen seiner Funktionen im Franquismus und danach vor Gericht zu stellen und der Straffreiheit des Regimes ein Ende zu bereiten. Bei den Gruppen handelt es sich um Ahaztuak, Egiari Zor, Goldatu, Sanfermines 78 Gogoan und Martxoak-3. Sie alle sind seit Jahren mit der Aufarbeitung franquistischer Verbrechen beschäftigt.

urduna01kzExhumierungen in Urduña

Im gesamten spanischen Staat liegen noch mehr als 120.000 Leichen in Massengräbern, alle aus der Zeit des sogenannten Bürgerkriegs von 1936 bis 1939. Eine Kommission der Vereinten Nationen bezeichnet diese Toten als "Verschwundene" und hat die staatlichen Behörden wiederholt aufgefordert, sie zu suchen, zu bergen und zu versuchen, ihre Identität festzustellen. Die Kleinstadt Urduña in Bizkaia gibt seit zwei Jahren ein gutes Beispiel ab, wie Erinnerungarbeit funktionieren sollte.

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Europa korrigiert so gut es geht

Nie hat sich die spanische Justiz aus dem Schatten der Diktatur gelöst. Das politische Sondergericht (AN) blieb bestehen, Parteien wurden verboten, Künstler*innen eingesperrt oder ins Exil getrieben. Insbesondere katalanische und baskische Aktivist*innen sind davon betroffen. Die Generation der franquistischen Richter ist abgetreten, doch die Schule für die neuen Jurist*innen ist fest in ultrarechter Hand. Skandalöse Urteile gibt es nahezu am Fließband. Europa muss gelegentlich korrigierend eingreifen.

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Die Kriegsgefangenschaft von Marcelino Bilbao

Zu den schockierendsten Geschichten in "Leben in der Nazi-Hölle", einem Buch der katalanischen Journalistin Montserrat Llor Serra über die Leiden spanischer, katalanischer und baskischer KZ-Insaßen, gehören die Berichte von Marcelino Bilbao Bilbao, einem Basken aus Alonsotegi (Provinz Bizkaia), der fünf Jahre lang im österreichischen Konzentrationslager Mauthausen interniert war und Opfer grausamer Experimente von Nazi-Medizinern wurde. Er starb am 25.1.2014.

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2.606 Aktionen, 758 Tote

In ihrer letzten internen Schrift vom April 2018 legte die baskische Untergrund-Organisation ETA Zahlen ihres bewaffneten Kampfes vor. Sie erklärte sich verantwortlich für 758 Tote. Das sind einige Dutzend weniger, als das spanische Innenministerium oder einige spanische Opferverbände behaupten. ETA nutzte die Publikation außerdem für eine Beschreibung ihrer jeweiligen Strategie und deren Änderung über die Jahrzehnte. Dazu nannte sie Kriterien für die Auswahl von Zielen ihrer Attacken und Attentate.

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