Reisekultur

In der Rubrik REISEKULTUR werfen wir einen kritischen Blick auf die Geschichte des Tourismus im Baskenland, seine Tendenzen und Aussichten im Sinne sozial verantwortlichen Reisens. Der traditionelle Massen-Tourismus wird beleuchtet, alternative Reisewege werden vorgestellt. Reiseberichte aus verschiedenen Epochen vervollständigen das Bild des Tourismus, der durch das Baskenland führt.

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Reiseangebote ins Baskenland

Das Baskenland ist in den vergangenen 20 Jahren zu einem beliebten Reiseland geworden. Dazu beigetragen haben die vielfältige Berg- und Küstenlandschaft und die Tatsache, dass die bewaffnete Organisation ETA ihren Kampf beendet hat. Ein wenig auch das Guggenheim-Museum. Um dem Massentourismus zu entgehen, setzt Partizan Travel auf kleine Reisegruppen, spezielle Reisethemen, die Vermeidung der Großstädte und den Kontakt zur Bevölkerung. Begleitet werden die Gruppen von Kenner/innen des Landes.

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Mit Einheimischen unterwegs in Bilbao

Die Greeters-Projekte entwickeln sich langsam und nicht unbedingt der jeweiligen Konjunktur im Tourismusbereich entsprechend. Denn während die Besuchs-Zahlen im Baskenland und im Staat kräftig anzogen, blieben die Anmeldungen bei dem sympathischen Freiwilligen-Projekt praktisch dieselben wie im Vorjahr. Zum einen ist das Projekt nach wie vor wenig bekannt, zum anderen ist es abhängig von Freiwilligen, die sich mit Tourist*innen treffen und mit ihnen zwei, drei Stunden ihrer Freizeit verbringen.

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Massentourismus tötet Alltag

In zehn Jahren können viele touristische Reiseziele komplett zerstört sein – sagt einer, der die Tourismus-Branche bestens kennt. Städte wie Barcelona, Dubrovnik oder Venedig haben den Abgrund bereits erreicht. Andere – wie Bilbao oder San Sebastian – steuern mit vollen Segeln auf die Katastrophe zu. Überall werden Hotels gebaut, neue Kreuzfahr-Anleger, Billigflug-Firmen bieten neue Linien. Im Tourismus zählt die Devise: alles für die Reisenden – keinen Respekt vor den Interessen der Anwohner*innen.

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Ein Reisebericht in Bildern

Es ist nicht einfach, die Rezension eines Fotobuchs zu schreiben oder seinen Reiz darzustellen. Denn Fotobücher leben vom Anschauen, von konkreten Eindrücken, Texte spielen eine Nebenrolle. Die Fotografin Gabriele Senft hat sich Gernika als Projekt vorgenommen und ein schönes Fotobuch geschaffen, das deutlich macht, dass Gedenkveranstaltungen nicht nur aus Politikerreden und Kranzniederlegungen bestehen müssen. In Gernika steht jeden 26. April Begegnung und Demonstration, Forderung und Besinnung an.

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Urbane Nomaden und prekäres Leben

Was touristische Unterkünfte anbelangt ist die Internet-Plattform Airbnb mittlerweile in aller Munde. Was für Tourist*innen eine billige Pension ist, bedeutet für viele Einheimische den Verlust an Mietoptionen. Viele Immobilien-Besitzer sind bereits in das lohnende Geschäft eingestiegen. Airbnb fördert die Immobilien-Spekulation und entzieht dem Markt Mietwohnungen. Neben dem Wohnungsmangel steigen die Mieten, arme Bevölkerungsgruppen werden vertrieben, ihre ganze Lebenswelt verändert sich.

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Tourismus tötet Alltagsleben

Mit einer Frage wandte sich in Bilbao eine Stadtteil-Initiative an Tourismus-Kritische: “Tourist, are you welcome?”. Die Frage war polemisch gewählt, denn ein Blick auf das Einladungsplakat zur Tagung legte bereits ein „Nein“ als Antwort nahe. Dieses „Nein“ in Bilbao mit guten Argumenten und Kooperationen zu unterfüttern, sollte die Funktion der Tagung sein. Nie zuvor wurde so viel Kritik am herrschenden Tourismus-Modell geübt wie im Jahr 2017 – nie zuvor war der Strom von Reisenden so stark.

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