Reisekultur

In der Rubrik REISEKULTUR werfen wir einen kritischen Blick auf die Geschichte des Tourismus im Baskenland, seine Tendenzen und Aussichten im Sinne sozial verantwortlichen Reisens. Der traditionelle Massen-Tourismus wird beleuchtet, alternative Reisewege werden vorgestellt. Reiseberichte aus verschiedenen Epochen vervollständigen das Bild des Tourismus, der durch das Baskenland führt.

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Antifaschistische Geschichts-Aufarbeitung

Der in Bilbo ansässige gemeinnützige KULTURVEREIN BASKALE hat aus Anlass der 80-Jahr-Feiern in Gernika, Durango und Bilbo eine Broschüre mit dem Titel „Antifaschistische Erinnerung Bilbao Baskenland“ herausgegeben. Anlass für diesen Reader ist eine Reihe von 80. Jahrestagen verschiedener Kriegsereignisse, die im Jahr 2017 im Baskenland anstehen: die Bombardierung von Durango, die Vernichtung von Gernika im April, im Juni der Fall von Bilbao, der die definitive Niederlage des Baskenlandes besiegelte.

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Free Bilbo: besetzen, kämpfen, streiken

In touristischen Reisezielen stehen sich oft zwei Welten mit recht unterschiedlichen Interessen gegenüber: die Masse der Reisenden, die etwas kennen lernen will, und die Gruppe der Einheimischen, die sich ein Geschäft verspricht und dennoch nicht wie in einem Zoo leben möchte. Eine Stadtteil-Initiative in Bilbao hat sich dieses Widerspruchs angenommen und bietet einen erfrischend kritischen alternativen Rundgang an, der sich unbekannten Themen widmet, die mitunter sogar Tabu-Charakter haben.

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Alternativen zum gängigen Tourismus

Im vergangenen Jahr 2016 sind die Zahlen der Besucherinnen im Baskenland deutlich gestiegen. Gleichzeitig existiert ein wachsender Sektor von Reisenden, der sich nicht überall in die Schlange stellen will und Nischen sucht, Alternativen zur herkömmlichen Reiseform. Die Greeters geben darauf eine originelle Antwort. Mit der Vermittlung von freiwilligen Stadt-Begleiterinnen erhalten Besucherinnen einen subjektiven, aber nahen Eindruck ihres Reiseziels, die positive Rückmeldung spricht für sich.

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Bilbao, Venedig, Donostia …

Zwar wird auch im Tourismus mittlerweile häufig von Nachhaltigkeit gesprochen, bei näherem Hinsehen ist jedoch das Meiste Schall und Rauch. Wie alle Wirtschafts-Sektoren, die nach kapitalistischen Prinzipien funktionieren, setzt auch Tourismus nicht wirklich auf das Kennenlernen anderer Orte und Kulturen, sondern lebt vom Ausverkauf des jeweils Vorhandenen. Je zahlungskräftiger die Besucherinnen, desto „herzlich willkommen“. Einheimische und ihre Lebens-Interessen kommen in diesem Spiel wenig vor.

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Durch Gernika, Donostia, Bilbo, Rioja …

Neben Nordirland, Irland und Schottland bietet das alternative Reisebüro Partizan Travel im Jahr 2017 auch Bildungs-Reisen ins Baskenland an. Zwei Reisen sind geplant, die erste orientiert sich am 80. Jahrestag der Vernichtung der baskischen Stadt Gernika durch die nazi-deutsche Legion Condor (im April) und schließt Besuche in Bilbo und Donostia ein. Die zweite findet im Juni statt, beginnt in Bilbo und hat ihren Schwerpunkt im gipuzkoanischen Donostia – mit einer Option zur Reise-Verlängerung.

Stadt-Rundgang Free BilboFree-Bilbo statt Massentourismus

Die Stadtteil-Initiative Zirikatzen! aus dem Stadtteil Deustu hat für Bilbao-Reisende eine Handy-Anwendung vorgestellt, die es ihnen ermöglichen soll, die Stadt auf eigene Faust und in eigenem Rhythmus zu erforschen. An den verschiedenen Orten der Stadt wird eine alternative Sichtweise von Geschichte und vergangenen Ereignissen geboten. Die Anwendung kann mit Android-Telefonen einfach heruntergeladen werden, neben Information beinhaltet sie Links und Karten, die bei der Orientierung hilfreich sind.

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