Geschichte

Die Kategorie beinhaltet folgende sieben Bereiche: 1. allgemeine Geschichte Baskenland-Navarra; 2. Krieg, Diktatur, historische Erinnerung; 3. Migration, Diaspora; 4. Politische Normalisierung seit 2011; 5. Persönlichkeiten; 6. Deutsche Spuren im Baskenland; 7. Geschichten aller Art.

frieden03 1Die schwierige politische Normalisierung

Dreieinhalb Jahre sind vergangen, seit die baskische Untergrund-Organisation ETA (Baskenland und Freiheit) das definitive Ende ihrer bewaffneten Aktion bekannt gegeben hat. Nach dieser Zeit besteht kein Zweifel mehr, dass die Entscheidung endgültig ist und nicht mehr relativiert werden kann, wie einige Stimmen aus dem spanischen Staat befürchtet oder vorhergesagt haben. Bei ihren Initiativen haben ETA und die baskische Linke die Unilateralität zum tragenden Element gemacht.

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Euskal Etxeak - Baskische Zentren

Seit Jahrhunderten ist die Emigration ein fundamentales Thema für die Baskinnen und Basken, die aus unterschiedlichen Gründen ihre Heimat verlassen haben, um an anderen Orten etwas mehr Lebensglück zu finden. Auf diese Weise entstand die baskische Diaspora. Trotz der Suche nach einer neuen Umgebung wurde auch die Verbundenheit mit der alten Welt gepflegt. In vielen Migrations-Orten weltweit entstanden Euskal Etxeak, “baskische Häuser“, oder besser gesagt: baskische Kulturzentren.

01 batzar nagusiSonderrechte und Demokratie

Zwischen 1200 und 1512 wurden die verschiedenen vormals zum Königreich Navarra gehörenden Gebiete von der kastilischen und französischen Krone unterworfen. Durch Heirat, Pakte und militärische Eroberungen. Bei aller Unterschiedlichkeit haben sich die baskischen Provinzen die Option auf Selbstregierung offen gehalten. Neben der Garantie von historischen Sonderrechten – Fueros – entwickelte sich im Baskenland bereits früh eine Art von Demokratie mit Beteiligung breiter Volksschichten.

gernikapforzheim01Städtepartnerschaft und Geschichtsrevision

Städtepartnerschaften dienen symbolisch der Verbundenheit zwischen Orten verschiedener Staaten. Umso mehr, wenn die betreffenden Länder zuvor in kriegerischen Auseinandersetzungen gestanden hatten. Die Städtepartnerschaft zwischen Pforzheim und dem baskischen Gernika hat eine zusätzliche Komponente. Beide Orte werden von der deutschen Politik als Opferstädte bezeichnet, ein kurzer Blick in die Geschichte zeigt jedoch Unterschiede, die diese Ausgangsthese in Frage stellen.

barandiaran01Baskische Anthropologie

Fast 102 Jahre alt wurde "der weiseste unter den baskischen Anthropologen": José Miguel de Barandiaran. Im Jahr 1889 geboren, erforschte er die baskische Urgeschichte, die Kultur und die baskische Sprache. Dabei war seine Forschungsarbeit nicht nur von Entdeckungen und Anerkennung geprägt, sondern auch von Krieg, Diktatur und zwanzig Jahren Exil. Minutiös suchte er die baskische Landschaft nach Höhlen und Dolmen ab. Barandiarans Werk gilt als elementar für die Geschichte der baskischen Kultur.

erinnerung01Zwei Seiten einer Vergangenheit

Auch mehr als 77 Jahre nach den mörderischen Luftangriffen der nazi-deutschen Legion Condor sind im Baskenland sehr unterschiedliche Orte der Erinnerung zu finden. Auf der einen Seite faschistische Denkmäler, Straßennamen, Symbole – in Deutschland gänzlich undenkbar. Auf der anderen Seite Erinnerungsorte für die Opfer aus dem Krieg und der Franco-Diktatur. Nach dem Memoria-Gesetz von 2007 sind faschistische Symbole eigentlich verboten und müssten von den Behörden entfernt werden.

arch memo01Archäologie des Krieges

Das Baskenland, ebenso wie alle anderen Regionen und Orte, die Schauplatz des Spanischen Krieges waren, stehen auch 79 Jahre nach dem kriegsauslösenden Putsch und 40 Jahre nach Ende der folgenden franquistischen Diktatur vor einer großen Aufgabe: die der Aufarbeitung beider Zeitepochen: es geht um die Fragen von Wahrheit, dem Schicksal der Opfer, einer demokratischen Gerechtigkeit und der Wiedergut-machung für die Opfer. Bei der Bewältigung der Aufgabe reklamiert neuerdings die Archäologie ihren Platz.

martinugalde3Der Schriftsteller im Exil

Im Jahr 2004 starb der Schriftsteller und Euskaltzale Martin de Ugalde Orradre, ein baskischer Patriot, der sein Leben und Schaffen der Politik, der baskischen Kultur und Sprache gewidmet hatte. Die Erfahrung von wiederholtem Exil und Repression prägte das literarische und politische Werk von Martin Ugalde. Im Exil unterstrich er seine besondere Verbundenheit mit der baskischen Sprache, indem er bisher unbekannte Genre von Literatur in Euskara schuf.

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