Krieg 1936

Die Kategorie KRIEG1936 behandelt die Ereignisse nach dem Militär-Aufstand vom 18.Juli 1936, insbesondere die Folgen des Krieges für das Baskenland: die Vernichtung der Stadt Gernika durch die Legion Condor, Geschichte des Picasso-Gemäldes. Konsequenzen der Diktatur in den baskischen Regionen, die nazistische Intervention während des 2.Weltkriegs in Südfrankreich, das Konzentrationslager Gurs, die Maquis-Guerrilla. Generelles Thema ist die Aufarbeitung von Krieg, Kriegsverbrechen und Diktatur.

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Nach 82 Jahren den Vater gefunden

Die folgende Geschichte hat ein glückliches Ende, dennoch handelt es sich um eine der tragischen Episoden des Spanienkriegs. Sie ereignete sich in der baskischen Region Navarra und forderte Hunderte von Menschenleben. Auf einen Massenausbruch aus dem Gefängnis Ezkaba folgte die blutige Rache der Franquisten. Viele Geflüchtete verschwanden spurlos, ihre Familien mussten mit der Ungewissheit leben, was aus ihren Vätern wurde. Eine 89-Jährige erlebte das späte Glück, ihren Vater “wiederzufinden“.

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Josefina Lamberto berichtet

Wenn Faschisten Krieg führen begehen sie Gräuel, die für Normalsterbliche kaum vorstellbar sind. Das gilt für die Nazis wie für die Franquisten. Nazis erfanden die Vernichtungslager und machten medizinische Versuche mit Menschen. Franquisten raubten, vergewaltigten und mordeten, lebende Opfer wurden in Erdgruben geworfen. In Navarra gab es keinen Krieg, dort stellten sich die Behörden umgehend auf die Seite der putschenden Faschisten. Alle Opfer in Navarra sind deshalb Mordopfer, 1% der Bevölkerung.

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Erinnerung im häuslichen Schutzbunker

Zum ersten Mal nach Ende des Franquismus kann der Gedenktag an die Bombardierung und Vernichtung der baskischen Stadt Gernika nicht stattfinden. Oder zumindest nicht in der gewohnten Form. Die Coronavirus-Pandemie hat es unmöglich gemacht, auf die Straßen zu gehen, schon gar nicht in Gruppen. Am 26. April 2020 sind es genau 43 Tage Alarm-Zustand, den die Zentralregierung über den gesamten Staat verhängt hat. Historische Erinnerung ist kein Ausnahmegrund, dem unerbittlichen Hausarrest zu entkommen.

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Das Ex-Frauengefängnis in Amorebieta

Das im Herbst 2019 erschienene Buch der Historikerin Ascensión Badiola mit dem Titel “Individuas peligrosas“ (Gefährliche Individuen), dokumentiert die Grausamkeiten, die die gefangenen Frauen in dieser Strafanstalt in Bizkaia während des Franquismus erlebten. Ein Ort, der eigentlich eher einem Friedhof als einem Gefängnis glich. So wurde die Anstalt unter den Gefangenen auch als “der Friedhof der Lebenden“ bezeichnet. Heute ist in dem ehemaligen Karmeliter-Kloster eine katholische Schule untergebracht.

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“Operation Spanische Wiedereroberung“

Der Spanienkrieg von 1936 - 1939 und der Zweite Weltkrieg stehen in unmittelbarem Zusammenhang. Der erste war kein Bürgerkrieg, sondern eine militärische Auseinandersetzung auf internationaler Ebene. Sicher war es kein Zufall, dass der Weltkrieg von den Nazis nur fünf Monate nach dem Ende des Krieges in Spanien begonnen wurde. Viele Verlierer aus dem Spanienkrieg organisierten sich als Widerstandskämpfer an verschiedenen Fronten: in der Resistance, mit Blick auf Franco; oder in Guerrillas in Spanien.

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Regierung legt Zahlen vor: 20.000

Der auf den franquistischen Militärputsch folgende Krieg von 1936 und die anschließende Repression forderten in der Region Baskenland (CAV) 19.998 Menschenleben. Dies ist das Ergebnis einer von der baskischen Regierung in Auftrag gegebenen Untersuchung, die den Titel “Bericht über die Verletzung grundlegender Rechte zwischen 1936 und 1978“ trägt. Als Experten hat sich die Regierung eine Professorin für Menschenrechte der baskischen Universität und die Wissenschafts-Gemeinschaft Aranzadi hinzugeholt.

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Der Enkel eines Häftlings berichtet

Der Historiker Etxahun Galparsoro, Enkel des Mauthausen-Häftlings Marcelino Bilbao, hat ein Buch über das Konzentrationslager Mauthausen geschrieben. Es beruht auf Erinnerungen und Erzählungen seines Onkels. Ab Sommer 1940 wurden nach Frankreich geflohene Kämpfer der spanischen Republik nach Mauthausen deportiert, darunter viele Basken. Lange bevor der Holocaust begann, wurden dort bereits viele Männer durch harte Arbeit im Steinbruch, Unterernährung und medizinische Experimente vernichtet.

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Brutalität franquistischer Repression

Nach ihrem militärischen Sieg im Baskenland führten die neuen faschistischen Machthaber eine bis dahin ungekannte Strafe ein, die ausschließlich gegen das weibliche Geschlecht angewandt wurde. Frauen und Mädchen wurden öffentlich erniedrigt, indem sie mit kahl geschorenen Köpfen durch die Straßen getrieben und der Lächerlichkeit ausgesetzt wurden. Diese und andere geschlechtsspezifische Strafen wurde während des Krieges und in der Nachkriegszeit zu einer politischen Waffe im gesamten Staat.

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