Krieg 1936

Die Kategorie KRIEG1936 behandelt die Ereignisse nach dem Militär-Aufstand vom 18.Juli 1936, insbesondere die Folgen des Krieges für das Baskenland: die Vernichtung der Stadt Gernika durch die Legion Condor, Geschichte des Picasso-Gemäldes. Konsequenzen der Diktatur in den baskischen Regionen, die nazistische Intervention während des 2.Weltkriegs in Südfrankreich, das Konzentrationslager Gurs, die Maquis-Guerrilla. Generelles Thema ist die Aufarbeitung von Krieg, Kriegsverbrechen und Diktatur.

gern24a87. Jahrestag der Vernichtung

Heute, am 26. April 2024, wird der 87. Jahrestag der Bombardierung und fast vollständigen Vernichtung der baskischen Stadt Gernika begangen. Der Tag war auch in diesem Jahr von einer gemeinsamen Erinnerung geprägt, die auf dem Friedhof, im Kulturhaus und auf den Straßen stattfand. Abgeschlossen wurde der Tag mit der Verleihung der Gernika-Friedenspreise, mit einer Kerzen-Demonstration und mit der Anprangerung des “kolossalen Schwindels“, der 1937 von einem franquistischen Militär verbreitet wurde.

37bilbo01Exekutionen und Gehirnwäsche

Am 19. Juni 1937 fiel Bilbo in die Hände der aufständischen Franquisten. Die ersten Jahre des Franco-Regimes waren geprägt von Propaganda, Indoktrination und Repression. Nach elf Monaten Krieg und schrecklichen Bombenangriffen auf die Zivilbevölkerung erlebte Bilbo nun die brutale Handschrift der faschistischen Sieger und ihrer deutschen und italienischen Helfer, die noch am selben Tag triumphal durch den Stadtteil Atxuri zogen. Der Krieg war vorbei, eine Ära des Mordens und der Indoktrination begann.

namufr1Aufarbeitung in Navarra

Weil die alte franquistische Garde in Amt und Würden blieb, kam die Aufarbeitung des spanischen Faschismus nur langsam in Gang und voran. Vor allem dank der Bemühungen einer links-republikanischen Basis-Bewegung und dem guten Willen einiger Regional-Regierungen wie im Baskenland oder Katalonien. Im Vordergrund standen bei dieser Aufarbeitung vor allem Männer, als Soldaten, Gewerkschafter, Abgeordnete. Die Frauen wurden – wie so oft – vergessen. Ein Buch über Navarra korrigiert diesen Mangel.

exhu01Überstürzte Exhumierungen

Überstürzter Start der Exhumierungen im größten Massengrab Spaniens, dem in Madrid gelegenen ehemaligen “Valle de los Caídos“ (Tal der Gefallenen). Wozu die einen „endlich“ sagen, dagegen laufen andere Amok: Linke und Republikaner gegen alte und neue Franquisten. Dass kurz vor den Neuwahlen am 23. Juli 2023 wieder mit Umbettungen begonnen wird, lässt den Schluss zu, dass es sich nicht allein um die Aufarbeitung des Franquismus und der Diktatur handelt. Ralf Streck aus Donostia im Neuen Deutschland.

navsym1Langsame Säuberung

Die Demokratie lässt sich alle Zeit der Welt zur Aufarbeitung des Faschismus, der offiziell 1975 endete. Das gilt für den spanischen Staat wie auch für die baskische Region Nafarroa. Nach der Verabschiedung des Memoria-Gesetzes wurden in Navarra seit 2015 insgesamt 435 franquistische Symbole entfernt – oder anders gesagt: bis 2015, 40 Jahre nach der Diktatur, war die Region voller faschistischer Symbole, die für Kriegsverbrechen, Morde und Verbrechen gegen die Menschlichkeit standen. Schöne Demokratie!

lc2023aGernika und die Spitze des Eisbergs

2023. Kurz vor dem 87. Jahrestag der Vernichtung der baskischen Stadt Gernika durch die nazi-deutsche Legion Condor jährt sich zum 50sten Mal der Todestag von Pablo Picasso. Gernika, Condor, Picasso – eine historische und fatale Dreiecksbeziehung. Nachkriegs-Deutschland hielt seine direkte Beteiligung am Spanienkrieg mittels der Legion Condor lange verborgen. Für seine mühsame Aufarbeitung der Interventions-Geschichte hat Deutschland mehr Lob erhalten als verdient. Viele KZ-Opfer mussten klagen.

gerpal1Initiative zur Konfliktlösung

"Gernika ist eine besondere Referenz, um den Krieg in Gaza anzuprangern, diese Mobilisierung kann eine weltweite Verbreitung haben". Bereits zu Beginn des Angriffs auf Gaza hat die baskische Initiative Gernika-Palästina mit der großen Demonstration in Donostia auf europäischer Ebene einen Meilenstein gesetzt. Nun, nach fast zwei Monaten Krieg und Völkermord, mit mehr als 17.000 vorwiegend zivilen Toten und einer Vertreibung der Bevölkerung, wie die Welt sie selten erlebt hat, folgt ein zweiter Aufruf.

minarro1Der nicht endende Franquismus

Anna Miñarro (Barcelona, 1959) ist als Psychologin spezialisiert auf die Arbeit mit Opfern des Franquismus. Für sie ist das offene Sprechen über die erlebte politische Repression ein Heilverfahren gegenüber dem aufgezwungenen Vergessen. Miñarro stellt unmissverständlich fest, dass fortgesetztes Schweigen die Grundlage für die Straffreiheit der Kriegs- und Diktatur-Verbrecher ist. Auf dieser Straffreiheit wurde die heutige Demokratie aufgebaut. Aufarbeitung sei ein unverzichtbares Menschenrecht.

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