Verschiedene Aspekte rund um die baskische kapitalistische Gesellschaft, Rüstungs-Industrie, Kapitalismus, Touristifizierung, Alternativ-Währung, Kooperativen.
Die erfolgreiche Riesen-Kooperative
Die in Mondragon Corporación Cooperativa MCC integrierten Genossenschaften haben das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von 11,322 Milliarden abgeschlossen und in dieser Zeit 1.346 neue Arbeitsplätze geschaffen – die Belegschaft umfasst nun 71.415 Mitarbeiter. Gleichzeitig wurden 406 Millionen in neue Projekte investiert und weitere 49 Millionen für soziale Projekte bereitgestellt. Den größten Teil des Umsatzes im Bereich Vertrieb erwirtschaftet die Konsum-Genossenschaft Eroski.
Demokratie oder Kapitalismus
Triumph der Oligarchie. Umverteilung von unten nach oben! Dieser Raubzug läuft seit Jahrzehnten. Während sich “unten“ viele Menschen mit einem simulierten Ersatz für Demokratie begnügen, haben “oben“ längst jene triumphiert, die mittels ihrer finanziellen Macht den Kurs der Welt bestimmen. Eine Miniminderheit: die Oligarchen. Paradebeispiel Trump-Regierung, bis in die bürgerliche Presse als Regierung der Milliardäre bezeichnet. Beispiel Musk und Brezos: Ökonomische Macht gemischt mit medialer Macht.
Auf Rekordkurs
Dass die globale Gegenwart von Unsicherheit, Unruhe, Angst und Bedrohung gezeichnet ist, in denen Autoritarismus und Faschismus unverhohlen an Boden gewinnen, kann niemand entgehen. Die Frage ist nur, wer auf welcher Seite steht. Wo militaristische und ultranationalistische Diskurse vorherrschen, und die bisher gewohnten Dämme der internationalen Legalität und die Rolle der Vereinten Nationen gesprengt werden, herrscht ein günstiges Umfeld für die Rüstungsindustrie, die 2024 Rekordumsätze verzeichnet.
Kriegsproduktion auf Hochtouren
Die Welt treibt auf einen neuen großen Krieg zu. Der Rüstungs-Boom lässt global die Umsätze der Rüstungs-Industrien steigen, auch die baskische profitiert davon, sie verzeichnet ein Plus von 500 Millionen Euro. In Zeiten, in denen die so genannten “Verteidigungs“-Haushalte dramatisch erhöht werden, reiben sich Rüstungs- und Waffen-Fabrikanten die Hände, dass es qualmt. Egal, ob tatsächlich Krieg oder nicht: Jeder Rüstungs-Euro ist eine verlorene Anstrengung, die der ganzen Gesellschaft schadet.
Geschäftsbericht 2024
Als der junge Priester José María Arizmendiarrieta in den 1940er Jahren in der Kleinstadt Arrasate-Mondragon (Gipuzkoa) eine Genossenschaft mit Fachschule gründete, konnte er nicht ahnen, was aus diesem in den Krisenjahren nach dem Spanienkrieg gegründeten Projekt 80 Jahre später werden würde: eine weltweit agierende Mammut-Genossenschaft, zu der 96 Unternehmen gehören, die insgesamt 81.000 Personen beschäftigen. Der Geschäfts-Bericht für das Jahr 2024 ist trotz politischer Ungewissheit positiv.
Rebellion in Seattle / USA
Vor 25 Jahren kam die Welt-Handels-Organisation WTO in den USA zu einer Tagung zusammen. Die heftigen Proteste in Seattle dagegen bildeten den Höhepunkt der Anti-Globalisierungs-Bewegung und gleichzeitig den Beginn ihres Niedergangs. 1999 produzierten die Lohnabhängigen in den G7-Staaten noch die Hälfte des globalen Brutto-Inlands-Produkts, heute kein Drittel mehr. Wenig deutete zehn Jahre nach dem Untergang der Gesellschaften des Sozialismus auf dramatische Verschiebungen im Welt-Panorama hin.
Kapitalistische Freizeit-Industrie
Als 2006 der Wahnsinns-Plan scheiterte, in der Innenstadt Bilbaos ein Formel-1-Rennen zu installieren, setzte die Stadtverwaltung auf Kultur: die Geburtsstunde des BBK-Live-Festivals, zum dem jährlich 120.00 Personen erwartet werden. Mit dem Millionengeschäft, das jedes Jahr einen wichtigen Baustein des bilbainischen Massentourismus darstellt, ist ein Unternehmen mit Namen Last Tour beauftragt, das eng mit der PNV-Partei verbandelt ist, zu eng, um einfach als irgendein Unternehmen betrachtet zu werden.
Trumps Protektionismus
Der erneute Einzug des Faschisten Donald Trump ins Weiße Haus bringt unter anderem eine wiederholte Änderung in der Außen-Wirtschafts-Politik mit sich. Wie bereits in der ersten Amtsperiode praktiziert, wird die neue Administration wieder zu Einfuhr-Zöllen greifen, um die US-amerikanische Wirtschaft “zu schützen“. Protektionismus ist das Zauberwort, eigentlich obsolet in Zeiten kapitalistischer Globalisierung. Bedroht sind auch baskische Industrie-Exporte mit einem Volumen von 2,7 Milliarden Euro.