Euskara

Beschrieben wird hier die Geschichte der baskischen Sprache, des EUSKARA, seiner Entwicklung und Verbote, sowie die aktuelle Sprachpolitik in den verschiedenen Regionen des historischen Baskenlandes: Navarra, Iparralde, Autonome Gemeinschaft Baskenland.

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Frankreich schießt den Vogel ab

"Frankreich ist das Land in Europa, das seine Minderheiten-Sprachen am schlechtesten schützt". Die Aussage stammt von Davyth Hicks, dem Generalsekretär des Europäischen Netzwerks für sprachliche Gleichheit (ELEN). ELEN hat bei den Vereinten Nationen eine Beschwerde gegen den französischen Staat eingereicht wegen anhaltender Diskriminierung von Minderheiten-Sprachen wie dem Euskara. Nachdem der französische Verfassungsrat das in Iparralde praktizierte Verbindungs-Modell für illegal erklärt hat.

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Interview zur Euskaldunisierung

Die Zahl der Baskisch-Sprechenden im nordbaskischen Iparralde wächst. Der Universitäts-Professor Eguzki Urteaga hat ein Buch mit dem Titel „La nouvelle politique linguistique au Pays Basque“ veröffentlicht. Seit vielen Jahren beschäftigt sich der im französischen Baskenland geborene Soziologe mit soziokulturellen Themen der baskischen Gesellschaft. Seit Beginn der 2000er Jahre verfolgt der ehemalige Leiter des Komitees der baskischen Sprache (2001-2003), die Entwicklung der sozio-linguistischen Programme.

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Auch in Nachbar-Regionen gesprochen

Wurde in Soria, 180 Kilometer südlich von Pamplona, vor 2.000 Jahren irgendeine Art von baskischer Sprache gesprochen? Und in Aquitanien in der Region südlich von Bordeaux. Oder in Andorra? Baskische Sprach-Spuren finden sich insbesondere in topografischen Begriffen und Ortsnamen in Gebieten außerhalb des historischen Baskenlandes. Sprach-Wissenschaftler*innen wollen in einem Sommerkurs der baskischen Universität die territoriale Ausdehnung der baskischen Sprache in früheren Zeiten analysieren.

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Euskara-Anfrage aus Kantabrien

Baskisch wird nicht nur im Baskenland, Navarra und Iparralde gesprochen und gelehrt. Baskische Migration hat dazu geführt, dass in vielen Ecken der Welt Euskara ebenfalls zu Hause ist. Baskische Kulturzentren haben dabei geholfen. Nun ereignet sich ein Sonderfall: aus der kantabrischen Nachbarstadt Castro Urdiales wird die baskische Regierung aufgefordert, beim Aufbau einer Baskisch-Schule zu helfen, weil die Nachfrage so groß ist und ein bedeutender Teil der Stadtbevölkerung aus Bizkaia stammt.

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Elf Bände für die Vielfalt

“Euskaltzaindia” ist die offizielle Akademie der baskischen Sprache Euskara, wörtlich “die Hüterin des Baskischen“. Dieses Baskisch bestand lange Zeit aus provinziellen Dialekten, die eine einheitliche Literatur unmöglich machten. Darauf folgte die Geburtsstunde des Batua, des vereinheitlichten Euskara. Nun geht die Geschichte rückwärts. Ohne das Batua in Frage zu stellen, soll der Wortschatz der alten Dialekte erhalten und dokumentiert bleiben. In 36 Jahren Arbeit hat Euskaltzaindia dies geschafft.

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Konsens im Parlament über Neuregelung

Dass das Lernen der baskischen Sprache Euskara umsonst und für alle sein soll, fordert schon lange eine ganze Reihe von Expert*innen, die um die Zukunft der Sprache besorgt sind. Nun könnte es erstmals dazu kommen, dass dieses Recht gesetzlich garantiert wird. Denn die linke Koalition EH Bildu hat eine Initiative gestartet, der sich drei der vier übrigen Parteien angeschlossen haben. Die Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes wäre ein Meilenstein in der Geschichte des Euskara und seiner Förderung.

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100 Worte in einem Schweizer Buch von 1610

Die baskische Sprache Euskara ist eine sogenannte “isolierte Sprache“ ohne Verwandtschaft mit anderen. Weil sie nur in einem relativ kleinen Gebiet gesprochen wurde, war sie mehrfach vom Aussterben bedroht. Über ihren zeitlichen Ursprung gibt es wenig Information. Alles Auffindbare trägt zum Mosaik der Euskara-Geschichte bei. In Turin wurde ein 1610 in Zürich herausgegebenes Buch entdeckt, das einem Schweizer Theologen und Linguisten zugeschrieben wird. Nun landet das Exemplar im Baskenland.

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Erwachsene studieren Euskara

In einhundertunddrei Baskisch-Schulen wollen im kommenden Jahr ungefähr 35.000 Erwachsene die baskische Sprache Euskara lernen. Als Ansporn verteilt die baskische Regierung dafür Subventionen an die Teilnehmer*innen, denn die Kurse sind nicht gerade billig. Dieser Zuschuss wurde für das anstehende Jahr um 44% erhöht und beträgt nunmehr 1,8 Millionen Euro. Die Tendenz bei den Einschreibungen ist der Einstieg in höhere Kursniveaus, weil viele Schüler*innen bereits Euskara-Kenntnisse mitbringen.

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