Architektur

Die Rubrik ARCHITEKTUR ist die bisher letzte und neueste Kategorie bei Baskultur.info, sie beleuchtet baskische Architektur und Architekt/innen, die ihre Spuren im Baskenland hinterlassen haben - zum Guten wie zum Schlechten.

 

zorrotz1Oteizas Insel-Traum

Rückblick auf das Bilbao der 1990er Jahre. Die Stadt hatte mit der Euskalduna-Werft ihr wichtigstes Stück Industrie verloren. Die Politik setzte auf Tourismus, man hatte den Zuschlag für ein futuristisches Museum in der Tasche, das Gebäude war bereits im Bau. Auf der zum Stadtteil Deustu zählenden künstlichen Halbinsel Zorrotzaurre zog der industrielle Niedergang ebenfalls seine Kreise, neue Ideen waren gefragt. Der Bildhauer Jorge Oteiza machte sich mit der Kreativ-Werkstatt Arteleku an die Arbeit.

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Autoritäre Erneuerung gescheitert

1945 herrschte in Bilbao der Franquismus, der gültige Urbanismus-Plan stammte aus dem Jahr 1875. Siebzig Jahre ohne Aktualisierung machten neue Projekte dringend notwendig in der von Industrialisierung und Inmigration geprägten Tal-Stadt. Der franquistische Bürgermeister Zuazagoitia erarbeitete in Zusammenarbeit mit den Zentral-Behörden einen Plan, bei dem es nicht nur um die Stadt selbst gehen sollte, sondern gleich um den ganzen Großraum. Autoritarismus und Egoismus verhinderten die Umsetzung.

isozaki001Twintowers in Bilbao

Der japanische Architekt und Pritzker-Preisträger Arata Isozaki hat seine beruflichen Spuren auf der halben Welt hinterlassen. Auch in Bilbao. Bei der Ausschreibung für das Guggenheim-Museum Anfang der 1990er Jahre unterlag er dem Kanadier Frank Gehry. Dafür durfte er im selben Jahrzehnt über dem ehemaligen Stadtlager mit Zwillingstürmen das Tor zum bilbainischen Himmel konzipieren. Was nicht ohne Probleme vonstatten ging und zu einem Rechtsstreit mit dem Architektur-Kollegen Calatrava führte.

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Ingenieur-Consulting am Ufer des Nervión

Seit dem Guggenheim Museum wurde Architektur in Bilbao zum Synonym für Modernität. Die Ästhetik der Bauobjekte tritt stärker in den Vordergrund. Das industrielle Bilbao mit seinen großen Fabriken und Lagerhallen zeichnete sich aus durch Praktikabilität und Nützlichkeit der Produktionsstätten. Demgegenüber tritt mittlerweile auch bei Büro- und Geschäftsgebäuden die Kunst des Baus in den Vordergrund. Dazu kommen ökologische Kriterien wie Nutzung der Sonnenenergie, des Regenwassers oder CO2-Absorption.

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Abriss oder Umbau der Kasernen?

Mit ihrer Zustimmung zum Haushalt der spanischen Regierung hat die baskische Regierungspartei PNV für die Stadt Donostia ein appetitliches Grundstück erkauft. In direkter Nähe des Zentrums befindet sich die historische Loiola-Kaserne der spanischen Armee. Sie wird nach dem Stimmendeal in den Besitz der Stadt übergehen. Ob die Gebäude abgerissen werden oder nicht, darüber besteht Uneinigkeit. Die Bauindustrie sieht einen dicken Fisch vor sich, die PNV ist bereit, ihn entsprechend zuzubereiten.

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Schöne Künste Bilbao wird ausgebaut

Im 105. Jahr seiner Existenz und 100 Jahre nach dem Erfolg der “Internationalen Ausstellung“ haben die Institutionen in Bilbao beschlossen, das Museum der Schönen Künste im großen Stil umzubauen und zu erweitern. Die Ausschreibung gewannen die Architekten Norman Foster und Luis María Uriarte mit ihren Entwürfen. Der Engländer Foster, Pritzker-Preisträger von 1999, ist in Bilbao kein Unbekannter. Anfang der 1990er Jahre hat er mit dem Design der Metro-Stationen (Fosteritos) seine Spuren hinterlassen.

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Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell

Für das Konzept von Energiespar-Häusern wird ein deutscher Begriff benutzt: “Passivhaus“. Erstens, weil das Konzept von einem Deutschen mitentwickelt wurde und zweitens, weil es im Baskenland keine adäquate Übersetzung gibt. An einem zentrumsnahen Platz der baskischen Hauptstadt Vitoria-Gasteiz mit guter Verkehrsverbindung wird ein Gebäude mit 180 Wohnungen auf neun Etagen hochgezogen. Die sollen zuerst verkauft und dann kurz- und mittelfristig vermietet werden, an Studierende und Nachwuchs-Unternehmer.

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Der Übervater des modernen Bilbao

Der in Kanada geborene Frank Gehry ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Architekten und Designer. Für seine dekonstruktivistische Architektur wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Pritzker-Award. Mit dem Baskenland steht Gehry in besonderer Verbindung. Mit dem Guggenheim-Museum gab der Stararchitekt der Stadtverwaltung Bilbao ein Instrument in die Hand, das die Geschichte der Stadt auf Jahrzehnte hinweg beeinflussen wird. Auch eine Brücke wurde nach Frank Gehry benannt.

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