Wissenschaft

WISSENSCHAFT ist die Rubrik für ausgewählte Beiträge zu wissenschaftlichen Themen aus unterschiedlichen Bereichen wie Sprachforschung, Genforschung, Soziologie, Psychologie, Geschichte, Anthropologie, Archäologie und Urzeitforschung.

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Epidemien: Grippe, Pest und Pocken 

Bilbao, wie das ganze Baskenland und halb Europa, steckt mitten in großen Anstrengungen, die Coronavirus-Pandemie unter Kontrolle zu bekommen. Mehr als vier Wochen nach den ersten Fällen steigen die Zahlen von Ansteckungen und Toten weiter. Die Coronavirus-Epidemie ist nicht die erste, die die Hauptstadt der Provinz Bizkaia heimsucht. Von der mittelalterlichen Pest ganz zu schweigen, kam es im Jahr 1918 zu der “Spanische Grippe“ genannten Pandemie. Im 19. Jahrhundert war mehrmals die Cholera angesagt.

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Seltener Fund in Bizkaia

Eine internationale Gruppe von Archäologen hat im bizkainischen Ort Barrika ein hölzernes Werkzeug gefunden, das vor ungefähr 90.000 Jahren von Neandertalern benutzt wurde. Es handelt sich um eine Art Hacke, mit der die Erde umgebraben wurde. Entdeckt wurde das Stück im Grabungsort Aranbaltza. Der Ausgrabungsleiter spricht von „einem außergewöhnlichen Fund“, denn ähnliche Gegenstände wurden bisher nur an vier weiteren Orten Europas entdeckt. Die Konservierung von Holzgegenständen ist selten.

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Die ersten Menschen in Dima

Es geschah vor 100.000 Jahren. Eine Gruppe von Jägern fing einen Hirsch und die Sippe machte sich an ein Festmahl in der nahe gelegenen Höhle – zwischen einem Kiefernwald und Birken verlief damals wie heute ein Bach, der den Wissenschaftlern im Jahr 2019 die Geräuschkulisse zu ihrer Ausgrabung lieferte. Die Archäologen lüfteten die Geschichte jener urzeitlichen Frauen und Männer. Wir befinden uns in der Axlor-Höhle in der Umgebung der bizkainischen Kleinstadt Dima, am Fuße der Urkiola-Hochebene.

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Rätselhafte Steinfiguren in der Sierra Andia

In der Sierra de Andia, eine zwischen den baskischen Provinzen Araba und Navarra liegende Berghochebene, wurden sieben rätselhafte Strukturen entdeckt. Sie haben ungefähr die Form eines Seesterns. Gebildet werden sie aus mittelgroßen Steinen, die in den Boden eingelassen sind. Sie umfassen einen Durchmesser von ungefähr 20 Metern, ihre Arme bilden eine Art Fünfkopf, auf baskisch „bostburu“ (bost = fünf, buru = Kopf). Über Geschichte und Funktion dieser Steingebilde gibt es bisher nur Hypothesen.

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Archäologische Entdeckung in der Altstadt

Erdarbeiten in einem altem Gebäude der Altstadt von Donostia (San Sebastian) haben eine interessante Entdeckung ermöglicht. Gefunden wurden dabei fünf riesige Tonkrüge, die aus dem 16. Jahrhundert stammen. Die Gefäße wurden entdeckt in der Erdschicht eines Hausportals der San Lorenzo Straße. Sie wurden benutzt um Öl zu konservieren. Nach Angaben der Verantwortlichen ist noch nicht ganz klar, ob es sich dabei um Olivenöl oder Walfett handelte. Die Funde wurden in ein archäologisches Lager gebracht.

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Cromlech Mendiluze in der Sierra de Encia

An einem „Mendiluze” genannten Ort, auf dem Weideland Legaire, das zur Bergkette Sierra de Entzia gehört, wurde 1984 ein prähistorischer Steinkreis ausgegraben. In seinem Inneren waren Reste eines verbrannten menschlichen Körpers und Reste von Grabbeigaben enthalten. Seine Erbauung wurde auf das Jahr 750 v.Chr. geschätzt und somit der Eisenzeit zugeordnet. Solcherart historische Funde gibt es im Baskenland zu Hauf. Lange waren sie unidentifiziert, bis der Archäologe Barandiaran ganze Arbeit leistete.

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Prähistorische Funde - wissenschaftliche Auskunft

Wenn die Bewohner*innen der Santa-Katalina-Höhle von Lekeitio vor 10.000 Jahren zum Essen ein Rentier brieten, schauten sie nicht auf das heutige kantabrische Meer. Vor sich hatten sie eine große Ebene, die heute unter dem Meerwasser liegt. Auf dieser Ebene lebten Bisons, Hirsche und Rehe, Rentiere, Löwen, Hyänen, Pferde und andere Tiere. Mit den Mitteln der modernen Wissenschaft kann mittlerweile vom Tierbestand und dessen Nahrungsgewohnheiten auf die klimatischen Verhältnisse geschlossen werden.

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Von den Chromosomen baskischer Männer

70% der baskischen Männer stammt von Vorfahren ab, die vor 4500 Jahren lebten – so das Resümee einer wissenschaftlichen Studie, die im vergangenen Sommer 2017 in der Wissenschaftszeitung „Nature“ vorgestellt wurde. Eine internationale Gruppe von Wissenschaftler*innen studierte anhand von Y-Chromosomen die Abstammung der aktuellen männlichen Bevölkerung nördlich und südlich der Pyrenäen. Die Beteiligung zweier Universitäten ermöglicht der Studie einen besonderen Grad von Anerkennung.

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