183 Millionen im Baskenland
Das spanische Verteidigungs-Ministerium hat in den letzten drei Jahren (2022 bis 2024) bei baskischen Unternehmen für 183 Millionen Euro Rüstungsmaterial eingekauft. ITP Aero, Sener und Sapa haben 2% der Verträge im Wert von 10,667 Milliarden erhalten, die von der Zentralregierung nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine unterzeichnet wurden. Der nahm die EU zum Vorwand, um über den Europäischen Verteidigungs-Fonds 5 Milliarden Euro zur Verstärkung der Investitionen in diesem Sektor zu aktivieren.
Über die Erhöhung des Kriegshaushaltes hinaus verlangte die NATO die Verpflichtung, 2 Prozent des BIP jedes Landes für Rüstungsausgaben bereitzustellen.
Der Druck der NATO auf die einzelnen Mitgliedsstaaten wurde mit dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident (Januar 2025) verstärkt. NATO-Generalsekretär Mark Rutte selbst besuchte Präsident Pedro Sánchez im vergangenen April 2025, um diese Investitionen in Spanien zu beschleunigen, die 30 Milliarden Euro übersteigen dürften. Die westliche Kriegs-Organisation selbst bestätigte, dass diese Zahl im spanischen Staat im vergangenen August erreicht wurde.
Das Erreichen dieses 5%-Ziels, das eine Verdoppelung der 2012 in Spanien in die Rüstung investierten 12,242 Milliarden Euro erfordert, wurde durch eine beträchtliche Aufstockung der Ausrüstung-Beschaffung durch das “Verteidigungs“-Ministerium unterstützt. Allein zwischen 2022 und 2024 beliefen sie sich auf 10,667 Milliarden. Von diesen Aufträgen und Käufen gingen insgesamt 183 Millionen – rund 2% – an baskische Unternehmen. Dabei handelt es sich um ITP Aero, Sener und Sapa (das Unternehmen im Besitz des Präsidenten des baskischen Fußball-Clubs Real Sociedad San Sebastian). Diese Zahlen stammen aus dem Bericht "Aufrüstung 2022-2024", der von Opina360 (ein Statistik-Unternehmen) für die Nationale Sicherheits-Beobachtungsstelle erstellt wurde, nachdem die Verträge für Rüstung und Material, logistische Unterstützung für die drei Armeen, das Nationale Institut für Luft- und Raumfahrt-Technik und die Zentrale für Informations- und Telekommunikations-Systeme analysiert wurden. Insgesamt wurden 5.766 Aufträge vergeben. Die baskischen Unternehmen ITP, Sener und Sapa gehören zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige im Baskenland, der direkt und indirekt mehr als 20.000 Menschen beschäftigt und 14% des industriellen Brutto-Inlands-Produkts (BIP) ausmacht.
ITP Aero, das vom US-Investmentfonds Bain Capital kontrollierte Luftfahrt-Unternehmen mit Sitz in Zamudio, ist der Betrieb, der mit insgesamt 90,3 Millionen Euro die meisten Aufträge erhalten hat. Unter den vergebenen Aufträgen ist das Gewicht des Unternehmens bei der Entwicklung des Triebwerks für das neue europäische Kampfflugzeug FCAS hervorzuheben. ITP ist in Spanien der führende Industriepartner bei diesem Projekt, für das zwei Verträge mit dem Ministerium unterzeichnet wurden. Ein Vertrag im Jahr 2022 über 35 Millionen Euro zur Koordinierung der Arbeiten und zur Validierung der Technologien. Dazu kamen im vergangenen Jahr weitere 15,3 Millionen Euro, unter anderem für Prototypen-Tests. Für das europäische Flugzeug steht zwischen 2023 und 2027 ein EU-Budget in Höhe von 2,5 Milliarden zur Verfügung. Weitere Käufe betrafen Material und Wartungsprogramme für die Flugzeug- und Hubschrauber-Motoren der Luftwaffe.
Das nach Auftrags-Umfang nächste baskische Unternehmen war Sener mit 81,17 Millionen Euro. Das baskische Ingenieurbüro von Sendagorta spielt eine wichtige Rolle bei Lösungen für die Satelliten-Ortung und -Verfolgung sowie in den Bereichen Telekommunikation und Cyber-Sicherheit. So nimmt es an dem Programm “Satnus" teil, das Simulationen für die Luftverteidigung umfasst. Dieser 2022 unterzeichnete Vertrag, der auch Teil des neuen EU-Kampf-Flugzeug-Programms ist, hat einen Wert von 25 Millionen. Ein weiterer Auftrag im Wert von 15,2 Millionen betrifft das Radar- und Kommunikations-Integrations-System für die Fregatten F-110.
Panzer
Das Unternehmen Sapa Placencia (Soraluze, Gipuzkoa) hat Aufträge im Wert von 12,1 Millionen Euro erhalten. Das Unternehmen der Familie Aperribay (Jokin Aperribay ist der Präsident des Proficlubs in Donostia) spielt eine Schlüsselrolle bei den Antriebs-Systemen der Kampfpanzer 8x8, für die es zwei Verträge im Wert von mehr als sechs Millionen Euro unterzeichnete. Darüber hinaus erhielt das Unternehmen weitere Aufträge für Ersatzteile für andere Militärfahrzeuge wie den Leopard- und den Pizarro-Panzer. Sapa ist auch an den Getrieben und Motoren für das neue VAC (Combat Support Vehicle) beteiligt, von dem das Ministerium 394 Einheiten bestellt hat.
Mehr Aufträge nach Israel als ins Baskenland
Das “Verteidigungs“-Ministerium hat zwischen 2022 und 2024 insgesamt 10,667 Millionen Euro in die Ausrüstung der Armee investiert. Die Unternehmen Airbus, Expal und Escribano (EME&E) nehmen mit insgesamt 4,4 Milliarden, also 41% des Gesamtbetrags, die ersten drei Plätze ein. Der europäische Flugzeug-Hersteller Airbus war mit 2,628 Milliarden der größte Auftrag-Empfänger, gefolgt von Expal, einem Munitionshersteller mit mehr als 1,048 Milliarden. An dritter Stelle steht EME&E, ein Unternehmen im Besitz der Familie des Vorsitzenden von Indra, Ángel Escribano, mit 726 Millionen (Indra bietet Beratungsdienste in den Bereichen Verkehr, Rüstung, Energie, Telekommunikation, Finanz-Dienstleistungen). Das israelische Unternehmen Rafael Defense Systems ist eine Überraschung auf der Liste. Es erhielt Aufträge in Höhe von 207 Millionen, mehr als alle baskischen Unternehmen zusammen. Es sei jedoch daran erinnert, dass die Regierung im vergangenen Juni einen weiteren Vertrag über 290 Millionen mit PAP Tecnos, einer Tochtergesellschaft des israelischen Staats-Unternehmens Rafael, aus politischen Gründen annulliert hat.
Rafael Advanced Defense Systems, früher bekannt als: RAFAEL Armament Development Authority, bekannt als Rafael (Englisch: Behörde für die Entwicklung von Rüstungsgütern), ist ein Unternehmen für Rüstungs-Technologie. Es wurde als Forschungs- und Entwicklungslabor für die “Nationale Verteidigung“ des Staates Israel zur Entwicklung von Rüstungsgütern und Militär-Technologie innerhalb des Kriegs-Ministeriums gegründet und 2002 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Die Rafael Corporation entwickelt und produziert Militärtechnologien für die israelischen Streitkräfte sowie für den Export. Alle laufenden Projekte sind als streng geheim eingestuft. Das Unternehmen nimmt bei der Durchführung des Krieges gegen das palästinensische Volk und den Völkermord in Gaza eine zentrale Rolle ein.
ANMERKUNGEN:
(*) “Defensa compró 183 millones a empresas vascas del sector en los últimos tres años, menos que a una sola firma israelí“ (Das Verteidigungsministerium hat in den letzten drei Jahren 183 Millionen Euro von baskischen Unternehmen des Sektors gekauft, weniger als von einer einzigen israelischen Firma), Tagesyeitng El Correo, 2025-09-17 (LINK)
ABBILDUNGEN:
(1) Kampfflugzeug (flug revue)
(2) ITP (elpais)
(3) ITP (addimat)
(4) Sener (new barcelona)
(PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2025-09-17)
