(*) Alfredo González Ruibal (naiz)
Wenig Respekt für die Opfer 

In einem Buch stellt der Archäologe und Schriftsteller Alfredo González Ruibal 20 Jahre Ausgrabungen zu Bürgerkrieg und Diktatur vor. Er kritisiert, dass die Darstellung des Übergangs zur Demokratie diejenigen ignoriert, die in den vorangegangenen Jahrzehnten des Franquismus Widerstand geleistet hatten. Er warnt davor, dass die post-franquistische PP „nach wie vor im franquistischen Gedächtnis“ verankert ist. „Die Archäologie belegt, dass das Franco-Regime versuchte, den Besiegten ihre Menschlichkeit zu nehmen“.

Alfredo González-Ruibal (*1976, Madrid) ist ein Archäologe und Ethno-Archäologe, der sich auf die Erforschung der Archäologie der jüngeren Vergangenheit spezialisiert hat. Derzeit forscht er am Institut für Kulturerbe-Wissenschaften in Santiago de Compostela, Galicien.

Sein Buch bildet den krönenden Abschluss von zwei Jahrzehnten intensiver Forschung zu einer Zeit von enormem sozialem Leid. „Ein Land in Ruinen“ (Un país en ruinas, Ed. Crítica, 2026) ist die neue Veröffentlichung eines Aktivisten für historische Aufarbeitung und eines der renommiertesten Vermittler dieses Themas im Land. Als promovierter Wissenschaftler der Universidad Complutense in Madrid und Forscher am Wissenschafts-Rat CSIC verbindet er Reisen durch Afrika und den Nahen Osten zur Erforschung alter Zivilisationen mit intensiven Untersuchungen von Massengräbern, Schützengräben, Konzentrationslagern und Barackensiedlungen aus der Zeit des Spanienkriegs und der gesamten Franco-Diktatur. 

In einem Interview mit der Tageszeitung Gara erläutert er, warum er sich dafür entschieden hat, im Buch seine Familiengeschichte zu erzählen. Aus archäologischer Sicht erklärt er die Ungleichheit der Ressourcen zwischen den faschistischen Putschisten und den Republikanern. Von der politischen Klasse fordert er mehr Mut, um die Feldforschung zu vertiefen und die Spuren, die jene Zeit hinterlassen hat, deutlicher sichtbar zu machen.

Dass Sie die Geschichte Ihres Großvaters erzählen, der wirtschaftlich vom Franco-Regime profitierte, ist eine Überraschung. Warum dieser so persönliche Akt der Aufrichtigkeit?

AGR: Nun, wenn man an Menschen denkt, die sich der historischen Erinnerung widmen und das Gedächtnis an diese Zeit des Franco-Regimes wiederbeleben, denkt man normalerweise automatisch, dass wir dies nicht nur aus beruflichen Gründen tun, sondern auch aus persönlichen Gründen. Mit einer Art persönlicher Botschaft. Aber das trifft auf mich nicht zu. Meine Familie war beiderseits sehr konservativ, nach dem Spanienkrieg ging es ihnen ziemlich gut. Mein Großvater mütterlicherseits beteiligte sich enthusiastisch an der Unterdrückung, und mein Großvater väterlicherseits profitierte direkt vom frühen Franco-Regime, von der Zeit des Baubooms. Das zum Thema zu machen, war keine persönliche Sühne, denn ich bin dafür weder verantwortlich noch schuldig. Vielmehr sehe ich es als Selbstverständlichkeit, über Vorfahren zu sprechen, die sich nicht richtig verhalten haben. Es scheint, als gäbe es in Spanien eine Art Schamgefühl, dass man nicht über diejenigen sprechen darf, die auf der anderen Seite standen. Mir ist das egal – ich habe nicht das Gefühl, meine Familie zu verraten.

Was meinen Großvater väterlicherseits betrifft, so empfinde ich Zuneigung für ihn und habe mit ihm zusammengelebt. Aber man muss das Persönliche vom Politischen trennen können. Das Verhalten meiner Großeltern war aus rein demokratischer Sicht falsch, und ich finde es richtig, darüber zu sprechen. Die Tatsache, dass man das in Spanien im Gegensatz zu Deutschland oder Argentinien nicht tut, hat mit dem Übergang zur Demokratie zu tun. Damit, dass bei all dem auf Zehenspitzen gegangen und vermittelt wurde, dass alle Geschichten legitim sind. So ist es nicht.

Erzählen Sie, damit wir es erfahren: Was haben Ihre Großeltern getan?

AGR: Mein Großvater mütterlicherseits war Staatsanwalt und musste, bevor er sein Amt ausüben durfte, eine Probezeit absolvieren. Nach Ablauf dieser Frist erhielt man die Vollanstellung. Mein Großvater befand sich gerade in dieser Probezeit, als der Spanienkrieg angezettelt wurde. Er schrieb an den für Galicien zuständigen General, um eine Beförderung zu beantragen, damit er an der Unterdrückung teilnehmen konnte. Mein anderer Großvater, González, war nie ein überzeugter Franco-Anhänger, heute wäre er ein Wähler der PP und nicht von VOX. Tatsächlich hinterließ er in unserer Heimatregion Galicien einen sehr positiven Eindruck – die Menschen erinnern sich gut an ihn. Er hatte diese väterliche Art, gute Gehälter zu zahlen und den Menschen Arbeit zu verschaffen. Das hat mit den Grautönen zu tun, die es gibt. Er profitierte vom Franco-Regime. Sie hatten Sklavenarbeiter, sie nutzten die republikanischen politischen Gefangenen aus. So sind wir Menschen. Es gibt Figuren, die dazwischenliegen.

Das Gegenstück dazu ist Ihre Schwiegermutter María, der das Buch gewidmet ist.

AGR: Ja, meine Schwiegermutter wurde unmittelbar nach dem Krieg geboren und steht stellvertretend für die Frauen, die das Franco-Regime auf der Seite der Besiegten erlebt haben. Sie führte ein Leben, wie es für Frauen typisch war, die Hunger und Armut erlitten, die sehr hart arbeiteten, deren Angehörige Repressalien ausgesetzt waren und über die dennoch nicht geredet wurde. Sie profitierten nicht von dem symbolischen Sieg, den die Männer errungen haben; sie wurden zum Schweigen verurteilt.

Warum dieses Buch? Was bedeutet es für das historische Gedächtnis, den Franquismus aufzudecken?

AGR: Ich habe vor 20 Jahren begonnen, mich mit dem Spanienkrieg und dem Franco-Regime auseinanderzusetzen. Dies ist gewissermaßen der Jahrestag des Beginns meiner Forschung. Nach meinem ersten Jahrzehnt veröffentlichte ich „Zurück in die Schützengräben“ (Volver a las trincheras) und nun publiziere ich den Versuch, das Franco-Regime aus archäologischer Sicht zu schildern – es ist eine Art, diesen Zyklus abzuschließen.

(*) Alfredo González Ruibal (naiz)

Es gibt einen treffenden Satz von Ihnen: „Der Franco-Regime versuchte, die Menschlichkeit der Besiegten zu zerstören.“ Lässt sich das in der archäologischen Arbeit erkennen?

AGR: Ja, das lässt sich in zwei verschiedenen Kontexten gut erkennen. Die Massengräber sind per se ein Zeichen dafür, dass die Menschlichkeit dieser Personen zerstört wurde – nicht nur, indem man ihnen das Leben nahm, sondern auch, indem man etwas auslöschte, das den Menschen eigen ist: ihr Gedächtnis und ihre Identität. Die Erinnerung an sie wird ausgelöscht, diese Menschen existieren nicht, sie haben kein Recht auf eine würdige Erinnerung.

Auf der anderen Seite steht das Konzentrationslager, dieses gesamte Universum der späten 30er und 40er Jahre. Das Regime beabsichtigte, diese Menschen zu klassifizieren und zu erziehen, sie aber auch als Personen auszulöschen, sie auf den Zustand der Tierhaftigkeit zu reduzieren. Das zeigt sich in der Logik der Lager selbst, die keine geregelten Räume mit Baracken waren, sondern lediglich offene Flächen mit Zäunen auf dem Feld, ohne jegliche Ordnung. In den meisten Fällen wurden Gebäude wiederverwendet, aber das war nicht die Regel. Das Konzept war, Menschen zu einer Masse zu machen, im Gegensatz zu einem Gefängnis, wo es für jeden Häftling eine Zelle gibt. Dieser Vergleich ist nicht harmlos, denn in den Lagern wurde versucht, den Menschen als Abfall, als Tier zu behandeln. Im Lager von Castuera, das wir ausgegraben haben, gab es ein offenes Gelände mit Latrinen ohne Abwasserleitungen, offene Gräben.

Sie sagen, die Würde der Franquismus-Opfer sei immer vorhanden gewesen, aber verborgen oder ignoriert worden, „weil man zu sehr mit den großen Männern beschäftigt war, die die Demokratie gebracht haben“.

AGR: Ich glaube, dass die Erzählung, die über den Übergang zur Demokratie konstruiert wurde – auch von Seiten der Linken – in heroischem Ton gehalten ist; es werden immer Persönlichkeiten mit Vor- und Nachnamen gebraucht. Das kann Felipe González oder Marcelino Camacho sein, aber es sind immer einzelne Personen, fast immer Männer, die die Demokratie bringen. Dabei vergessen wir all die vielen Menschen, die die Demokratie erst möglich gemacht haben. Ohne diese Masse von Menschen, die während der Diktatur für die Demokratie gekämpft haben, wäre dies nicht möglich gewesen. Man muss die Rolle der einfachen Leute stärker würdigen, die sich in Gewerkschaften oder Parteien engagierten oder auch in der „Mikropolitik“ – jenen kleinen Akten des Widerstands und der Solidarität, die für die Aufrechterhaltung eines demokratischen Geistes von grundlegender Bedeutung sind. Oft gehen diese Handlungen auf das Konto von Frauen oder Menschen, die am Rande der Gesellschaft standen.

In Ihrem Buch sprechen Sie von „negativen und positiven Strukturen“ in der Archäologie und davon, dass manche negativen Strukturen auch in moralischer Hinsicht negativ sind. Können Sie das näher erläutern?

AGR: Tatsächlich stimmen die Strukturen, die wir aus der Franco-Zeit ausgraben, in hohem Maße mit dem moralisch negativen Charakter des Franco-Regimes überein. Um eine negative Struktur zu schaffen, muss man etwas ausgraben, zum Beispiel ein Massengrab oder einen Schützengraben. Man muss ausgraben, man fügt nichts hinzu, man entfernt etwas, im Gegensatz zu den positiven Strukturen. Die Massengräber, die Steinbrüche im Tal der Gefallenen (Francos Mausoleum, Valle de los Caidos) – diese große negative Bewegung drückt sich in einer negativen Beziehung zur Erde und zur Landschaft aus.

Ein ausdrucksstarkes und metaphorisches Beispiel für eine solche Ausgrabung ist das Hakenkreuz zwischen Rattenknochen im Asylheim Santa Cristina.

AGR: Ja, ich habe es gefunden, das ist eines der Dinge, die ich einzigartig finde. Die Metaphorisierung kommt zwar erst später, aber was für ein Symbol haben wir da entdeckt! Es war in einer Kloake aus der Zeit des Spanienkrieges, in die die Legionäre ihren Müll warfen, dorthin kamen die Ratten, um die Abfälle zu fressen. Das Hakenkreuz bestand aus wiederverwertetem Blech, ich glaube, aus der Auskleidung von Munitionskisten. Außerdem wurden Abzeichen der Falange gefunden. Es stammte sicher von einem Spanier, aber die in diesem Asylheim untergebrachten Soldaten waren zum Teil Marokkaner. Die Legionäre waren ein sehr motiviertes Korps, sie waren keine Wehrpflichtigen.

Ihr Buch schildert, wie archäologische Funde den Hunger in den republikanischen Reihen und die gute Ernährung auf der Seite der Putschisten belegen.

In den republikanischen Stellungen wurden am Ende des Spanienkriegs zahlreiche Gläser mit Nahrungs-Ergänzungsmitteln, Vitaminen und Ähnlichem gefunden, da sie keinen Zugang zu frischen Lebensmitteln hatten. Außerdem fanden wir Gläser mit Abführmitteln und abführendem Mineralwasser, da sie keinen Zugang zu ballaststoff-reicher Nahrung hatten und dies zu Darmproblemen führte. Im Falle des Spanienkriegs liegen uns nur wenige Briefe von Kämpfern und relativ wenige Zeitzeugen-Berichte vor. Oft lassen sich solche Sachverhalte nur anhand offizieller Unterlagen oder durch archäologische Funde ermitteln. Sie ernährten sich schlecht, die Kalorienzufuhr lag unter dem Bedarf, und zudem handelte es sich um minderwertige Lebensmittel ohne Gemüse und Ballaststoffe.

In den republikanischen Schützengräben stellten wir fest, dass es praktisch keine Tierknochen gab. In den Schützengräben der Franco-Truppen hingegen tauchen viel mehr davon auf, ebenso wie Reste einer abwechslungsreicheren Ernährung. Die Tatsache, dass die Franco-Truppen viel besseren Zugang zu Fleisch hatten, lässt vermuten, dass sie Zugang zu mehr und besseren Lebensmitteln hatten. Die Franco-Truppen hatten Zugang zu Lagern der Deutschen. Obwohl die Republikaner sich die besten landwirtschaftlichen Flächen gesichert hatten, verloren sie diese nach und nach.

Was hat Sie bei all dem, was Sie bei Ihrer Feldforschung gefunden oder gesehen haben, am meisten verblüfft?

AGR: Es gibt eine Reihe von Gegenständen, die eine ganze Geschichte erzählen können und die im Buch eine zentrale Rolle spielen. Ich erwähne immer wieder die Blechbecher, Konservendosen, die zu Bechern umfunktioniert wurden. Auf den ersten Blick mag das wenig relevant erscheinen. Aber die Geschichte, die sie erzählen, ist beeindruckend. Denn sie berichtet von Menschen, die zu nichts Zugang hatten, die vom Müll leben müssen und deren gesamte materielle Kultur, die Gegenstände, die sie besitzen, aus Abfall besteht. Sie fertigten Löffel aus Blech an, Teller aus Blech, sie binden sich die Hosen mit einem Stück Draht zusammen … Es ist eine Kultur des Mülls und zugleich ein Zeichen enormer Würde – Menschen, die sich nicht auf das Tierische reduzieren lassen. Die Blechdosen ermöglichten es, weiterhin zu essen und wie Menschen zu leben. Die Wärter wollten sie zu Bestien machen, zwangen sie, aus Gemeinschaftstöpfen zu essen, warfen ihnen Essen auf den Boden, sie leisteten Widerstand, indem sie diese Gegenstände nutzten, die es ihnen ermöglichten, sich weiterhin als Menschen zu fühlen. Erinnern wir uns daran: Was uns von den Australopithecinen (2) unterscheidet: dass wir Menschen Werkzeuge herstellen. All das konnten wir in den Konzentrationslagern beobachten.

Glauben Sie, dass es im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland, Portugal oder Argentinien ein Defizit an Archäologie des Franco-Regimes gibt?

AGR: In Deutschland und Argentinien wurde viel mehr getan als in Spanien, vor allem was die Haftanstalten betrifft. Spanien ist führend bei Exhumierungen aus Massengräbern, aber bei den Phänomenen der Repression hinken wir weit hinterher: Von den 300 Lagern, die es gab, wurden etwa sieben ausgegraben. Hinzu kommen Strafabteilungen und Bataillone. Viele davon werden niemals untersucht werden können, da es sich um umgenutzte Orte handelte, die keine Spuren hinterlassen haben. Andere hingegen schon, es gibt noch enorm viel zu tun. Es ist eine Aufgabe im Bereich des Kulturerbes, diese Orte zu identifizieren und für Besucher zugänglich zu machen.

Warum geht es mit der Aufarbeitung nicht voran?

AGR: In den letzten Jahren wurden in der Frage der Erinnerungskultur größere Fortschritte erzielt. Mit der Regierung Sánchez gab es einen Wandel im Vergleich zu den anderen Regierungen der PSOE. Das grundlegende Problem ist jedoch, dass die Sozialdemokraten stets versucht haben, Konflikte in dieser Frage zu vermeiden und eine neutrale Haltung einzunehmen. Was die Entwicklung einer Erinnerungspolitik verhindert hat. Es gibt einen Teil der Bevölkerung, den man ruhig verärgern darf – ja, der sich durch die Erinnerungspolitik sogar verärgert fühlen soll: diejenigen, die sich mit den franquistischen Tätern identifizieren. Die PSOE hat zu wenig Mut bewiesen. Die Geste, Francos Leiche aus dem „Valle de los Caídos“ zu entfernen, war die radikalste. Doch die Haltung war stets darauf ausgerichtet, die Wogen zu glätten. Die Politik in Bezug auf die Massengräber ist mittlerweile entschlossener, doch es besteht immer noch eine Tendenz, radikalere Maßnahmen zu vermeiden.

Es gibt ein Kräftemessen zwischen der PP von Ayuso in Madrid und der Regierung von Sánchez darum, eine einfache Gedenktafel an der „Real Casa de Correos“ am Puerto del Sol anzubringen, um daran zu erinnern, dass dort politische Gefangene gefoltert und festgehalten wurden. Was halten Sie als Archäologe und Aktivist für historische Aufarbeitung von solchen Konflikten?

AGR: Das löst bei mir ein Gefühl der Ohnmacht und Frustration aus. Ich glaube, es zeigt, dass es einen Teil der spanischen Rechten gibt – auch auf institutioneller Ebene –, der nach wie vor im franquistischen Kontext verankert ist und die Diktatur weiterhin verteidigt. In Madrid (Ayuso, Almeida) wird das besonders deutlich. Das sollten wir nicht tolerieren. Bei solchen Dingen sage ich immer: „Stellen wir uns einmal vor, es handele sich um Opfer der ETA – was würde passieren, wenn sich an diesem Ort jemand weigern würde, eine Gedenktafel anzubringen, auf der steht: ‚Hier gab es Opfer eines ETA-Anschlags‘ … Das wäre undenkbar und würde in Madrid einen Skandal auslösen.“ Bei den Opfern des Franco-Regimes geschieht es jedoch – nicht bei denen aus dem Jahr 1936, sondern bei Menschen, die in den 1970er Jahren starben oder gefoltert wurden, die heute Rentner sind und unsere Eltern. Sie sind nicht die Steinzeit, es ist eine Beleidigung für diese Menschen und für ihre Angehörigen. Man beleidigt das Andenken der Menschen, die für die Demokratie gekämpft haben. Die Botschaft, die damit vermittelt wird, ist gefährlich und schrecklich.

ANMERKUNGEN:

(*) “Die Archäologie belegt, dass das Franco-Regime versuchte, den Besiegten ihre Menschlichkeit zu nehmen”, Original: „La arqueología demuestra que el franquismo intentó quitar la condición humana a los vencidos”, Interview mit Alfredo González Ruibal, Archäologe und Schriftsteller, in: Tageszeitung Gara, 2026-08-30 (LINK)
https://www.naiz.eus/es/info/noticia/20260830/la-arqueologia-demuestra-que-el-franquismo-intento-quitar-la-condicion-humana-a-los-vencidos

(2) Der Australopithecus ist eine ausgestorbene Gattung der Hominiden, die vor 4 bis 2 Millionen Jahren in Afrika lebte. Sein Name bedeutet „Affe des Südens“ (vom lateinischen „australis“ und vom griechischen „pithekos“). Sie gehörten zu den ersten Primaten, die regelmäßig auf zwei Beinen gingen. Ihr Schädelvolumen entsprach in etwa dem der heutigen Menschenaffen und betrug etwa 400 bis 500 cm³. Sie waren zwischen 1,1 und 1,4 Meter groß und hatten einen schlanken Körperbau. Ihre Nahrung bestand hauptsächlich aus Pflanzen, Früchten, Blättern und Samen. Die Australopithecinen sind für das Verständnis der menschlichen Evolution von grundlegender Bedeutung, da sie den Übergang zum aufrechten Gang darstellen, noch bevor sich die Gehirne vergrößerten. Das berühmteste Fossil dieser Gruppe ist Lucy, ein Weibchen des Australopithecus afarensis, das 1974 in Äthiopien entdeckt wurde.

ABBILDUNGEN:

(*) Alfredo González Ruibal (naiz)

(PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2026-09-05)



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