WDR 5 – Podcast
Der Burgos-Prozess vor einem Kriegsgericht im Dezember 1970 sollte ein Schauprozess gegen sechzehn Aktivist*innen der bewaffneten baskischen Untergrund-Organisation ETA werden, denen Morde und Propaganda-Aktionen vorgeworfen wurden. Doch machten die angeklagten den Prozess zu einer Anklage gegen die Diktatur. Am Ende standen sechs Todesurteile und hohen Haftstrafen. Massen-Mobilisierungen und internationaler Druck sorgten für die Umwandlung der Todesurteile. “Zeitzeichen“-Podcast von WDR 5 zum 50. Jahrestag.
Zum 50. Jahrestag des Urteils im Burgos-Prozess (28.12.2025) blickt WDR 5 mit einem Podcast zurück auf die Repression in der Endphase der franquistischen Diktatur in Spanien. Titel: “Der Burgos-Prozess: Als die ETA Franco vor der Welt blamierte“.
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Podcast-Vorstellung
Mitte der 1960er Jahre regt sich in Spanien Widerstand gegen das Franco-Regime. Junge Basken gründen die Untergrund-Organisation "Euskadi ta Askatasuna" (Baskenland und Freiheit), kurz: ETA. Im Dezember 1970 werden 16 junge ETA-Aktivist*innen in der nordspanischen Stadt Burgos vor ein Militärgericht gestellt.
ETA-Angeklagte drehen den Schauprozess um, prangern Folter an – und zwingen Franco, die Todesurteile vom 28.12.1970 unter weltweitem Druck zurückzunehmen. Geplant ist er als schneller Schauprozess mit Todesurteilen. Doch die Anwälte stellen das Franco-Regime erstmals international an den Pranger – und erzeugen eine Welle internationaler Solidarität für die Angeklagten.
In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff: wie Diktator Francisco Franco in Spanien eine grausame Diktatur etabliert; dass es in Spanien nach Kambodscha die meisten Massengräber gibt; warum das Franco-Regime beim Burgos-Prozess internationale Presse zulässt; wie der Prozess danach aus dem Ruder läuft; warum die ETA nach dem Ende des Franco-Regimes ihre Waffen nicht abgibt.
Als sechs der Angeklagten zum Tod verurteilt werden, protestiert die Weltöffentlichkeit - von Picasso bis Sartre. Auch Papst Paul VI. fordert das erz-katholische Regime auf, die Urteile nicht zu vollstrecken. Ein Fiasko für Franco, der schon zwei Tage später öffentlich verkünden muss, die Todesstrafen zurückzunehmen.
Interviewpartner:
(*) Klaus Armbruster, Aktivist des Kulturvereins Baskale in Bilbao, Redakteur der Webseite baskultur.info.
(*) Raul Zelik, Politologe und Autor.
Weiterführende Quellen und Links:
(*) Lexikon der politischen Strafprozesse: Der Burgos-Prozess (LINK).
(*) Baskultur-Info: Der Burgos-Prozess (LINK).
(*) Zeitzeichen 20.11.1975: Todestag des Diktators Francisco Franco. (LINK)
(*) Zeitzeichen 06.12.1978: Das spanische Volk nimmt in einem Referendum die Verfassung an. (LINK)
(*) Raul Zelik: "Das baskische Labyrinth", Radiofeature WDR und DLF 2007.
(*) Raul Zelik: “Die Linke im Baskenland. Eine Einführung“, Wien 2019.
“Zeitzeichen“
WDR “Zeitzeichen“ 28.12.2025. Die Macher hinter diesem “Zeitzeichen“: Autor: Thomas Pfaff. Redaktion: Matti Hesse. Technik: Jürgen Beiner. Podcast verfügbar bis 29.12.2099 WDR 5. Das komplette Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier im LINK.
Auf der Webseite BASKULTUR.INFO fand der Burgos-Prozess des Jahres 1970 mehrfach seinen Niederschlag.
(2020-12-05): Der Burgos-Prozess – Franco auf der Anklagebank (LINK)
(2023-12-22): 50 Jahre Carrero Blanco – 50 Jahre Tyrannenmord (LINK)
(2025-08-29): Der Burgos-Prozess – ETA / Franquismus 1970 (LINK)
(2025-09-01): Juicios políticos – Contra la izquierda vasca (spanische Sprache) (LINK)
ABBILDUNGEN:
(*) Zeitzeichen WDR / Baskultur.info
(PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2026-02-03)
