wmboyk01Wer zum Teufel ist Cristiano Messi?

Für Fußball-Fans ist sie unverzichtbar – die Welt-meisterschaft – egal was in der Welt passiert, oder im Austragungs-Land selbst: Kriege unter den Teilnehmer-Ländern, ein live übertragener Völkermord, Politiker, die Frieden mit Massenmord verwechseln. Das ungleiche Dreigestirn USA-Mexiko-Kanada ist an der Reihe, dabei droht Nummer eins den Nummern zwei und drei mit Annexion oder Intervention. Eine Karikatur von “Sportfest“, ein Milliardengeschäft, Sports-Washing, Gentrifizierung. Der Gewinner steht fest.

Es gibt viele Argumente gegen den Fußball, aber nur eines für einen WM-Boykott: Schluss mit dem Sport-Kapitalismus, Ende der Selbstlüge vom völkerverbindenden Sportfest.

 

(2026-06-15)

KEINE WOHNUNG, KEIN WASSER

FIFA-WM 2026 in Mexiko verschärft Konflikte um Wohnen und Wasser. In Mexiko-Stadt wandern viele Wohnungen in kurzfristige Vermietung. Anwohnende protestieren gegen Massentourismus und knappen Wasserzugang. Mexiko-Stadt. In der mexikanischen Haupstadt werden im Zuge der Vorbereitungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die Mexiko gemeinsam mit den USA und Kanada ausrichtet, alle 48 Stunden drei Wohnungen dem regulären Mietmarkt entzogen. Das berichtet das unabhängige Medium Desinformémonos. Nach Angaben des Mediums werden Wohnungen zunehmend in kurzfristige touristische Vermietungen umgewandelt. Besonders in mehreren zentralen Stadtteilen wächst der Druck, Immobilien für internationale Besucher:innen bereitzustellen. Dadurch schrumpft der verfügbare Wohnraum für die lokale Bevölkerung.

Die Veränderungen auf dem Wohnungsmarkt treffen auf bereits bestehende soziale Spannungen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters protestierten Bewohner:innen von Mexiko-Stadt gegen den erwarteten Massentourismus im Zuge der Weltmeisterschaft. Sie verwiesen auf steigende Mieten und äußerten die Sorge, dass Nachbarschaften durch kurzfristige Vermietungen unter Druck geraten. Keine Werbung, keine Paywall, aber trotzdem Nachrichten aus Lateinamerika? Das geht nur mit den Spenden unserer Leserinnen und Leser. Unterstützen Sie uns jetzt. Die Auseinandersetzungen konzentrieren sich nicht nur auf Wohnraum. Im Umfeld des Estadio Azteca, einem zentralen Austragungsort, versammelten sich Aktivist:innen unter einer Brücke nahe dem Stadion während eines Besuchs der designierten Bürgermeisterin Clara Brugada. Wie Desinformémonos berichtete, verbanden sie Forderungen nach dem Schutz der Wasserversorgung mit Kritik am gewaltsamen Verschwindenlassen. Damit erweiterten sie die Debatte um das Turnier auf Fragen der öffentlichen Grundversorgung.

Auch internationale Medien greifen diese Entwicklung auf. Die britische Zeitung The Guardian zitierte Anwohnende mit der Aussage, sie profitierten nicht von Bauprojekten und Investitionen im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft. Stattdessen verwiesen sie auf anhaltende Probleme bei der Wasserversorgung sowie auf fehlenden bezahlbaren Wohnraum. Die Berichte zeigen, dass die Vorbereitungen auf das Sportereignis in Mexiko-Stadt Debatten über Wohnraum, Wasserzugang und städtische Entwicklung bündeln. Proteste gegen touristische Umnutzung und Forderungen nach Sicherung der Grundversorgung begleiten laut den genannten Medien die infrastrukturellen Maßnahmen rund um die Weltmeisterschaft 2026. Das Turnier fällt dabei in eine Phase steigender Mieten, wachsender touristischer Nutzung und anhaltender Engpässe in der Wasserversorgung. In diesem Kontext verdichten sich bestehende Nutzungskonflikte und Verteilungsfragen, die in Mexiko-Stadt bereits seit Jahren die Stadtentwicklung prägen. (amerika21-baskultur)
https://amerika21.de/2026/03/283478/mexiko-konflikte-weltweisterschaft

(2026-06-03)

ENDE DES FUSSBALLKRIEGS 1969

Sie waren sich schon vorher nicht grün, Honduras und El Salvador. Doch als sie um die Qualifikation zur Fußball-WM in Mexiko spielen mussten, brach ein echter Krieg aus. Nur wenige Tage später, am 18. Juli 1969, war der sogenannte "Fußballkrieg" wieder zu Ende. – Es war ein Streit unter Nachbarn. Auf der einen Seite: El Salvador, kleinstes Land Mittelamerikas, aber voller Menschen, auf der anderen Seite: Honduras, sechs Mal größer, aber mit weit weniger Einwohnern. Da ist noch Luft, dachten sich die armen Leute an der Grenze in El fbwmes4Salvador, gehen wir hinüber, nehmen wir das fruchtbare Land in Honduras, das keiner bewirtschaftet, in Besitz und ernähren davon uns und unsere Familien. So lebten Anfang der 60er-Jahre im Grenzgebiet von Honduras Hunderttausende illegal aus El Salvador eingewanderte Kleinbauern. Konflikte dieser Art werden in Lateinamerika gerne emotional ausgetragen.

Die Regierung von Honduras schickte Terrortruppen ins Grenzgebiet, die die Ansiedlungen verwüsteten und die Bewohner umbrachten. Viele Bauern flohen zurück nach El Salvador, wo man sich über diese Art, das Problem zu lösen, sehr echauffierte. Die Zeitungen beider Länder beschimpften die Nachbarn "als Hitleristen, Gartenzwerge, Säufer, Sadisten, Kasper, Aggressoren und gemeine Diebe". Und dann kam noch der Fußball dazu. Beim Fußball versteht der Lateinamerikaner erst recht keinen Spaß. Und ausgerechnet jetzt waren die Nationalmannschaften beider Streithähne für die Qualifikationsspiele zur Fußball-WM in Mexiko in eine Gruppe gelost worden. Das erste Spiel fand in Honduras statt. Vor dem Hotel, in dem die Fußballer der Gegenmannschaft einquartiert waren, machten die einheimischen Fans die ganze Nacht hindurch einen üblen Lärm, warfen Fenster ein und zündeten Böller. Unausgeschlafen und zermürbt sollte die Mannschaft aus El Salvador tags darauf eine schlechte Leistung bieten. Honduras gewann 1:0. Das Rückspiel fand in El Salvador statt. Vor dem Hotel, in dem die Fußballer der Gegenmannschaft einquartiert waren, machten die einheimischen Fans die ganze Nacht hindurch einen üblen Lärm, warfen Fenster ein und zündeten Böller. El Salvador gewann 3:0. Das Entscheidungsspiel in Mexico City gewann ebenfalls El Salvador, nach Verlängerung 3:2, Honduras war draußen. Die Fans beider Mannschaften lieferten sich Straßenschlachten, Polizei und Militär griff ein, es gab Verletzte und Tote.

Und drei Wochen später war Krieg. Der Präsident von El Salvador hatte die Euphorie nach den gewonnenen Spielen zum Anlass genommen, das Nachbarland zu überfallen, einfach so, ohne Ankündigung. Salvadorianische Bomber flogen Angriffe auf Städte in Honduras, danach drang Infanterie ins Land ein. Die Kämpfe zu Boden waren meistenteils verwirrend, weil beide Parteien ähnlich gekleidet und ausgerüstet waren, beide sprachen spanisch, und oft wusste keiner so recht, wen er da mitten im Dschungel grade vor sich hatte, Freund oder Feind. Aber: die Sache dauerte nicht lange. Die "Organisation Amerikanischer Staaten" hatte sofort interveniert und mit Sanktionen gedroht. Und so zogen sich am 18. Juli 1969, vier Tage, nachdem sie den Krieg angefangen hatten, die Soldaten von El Salvador wieder in ihr Land zurück. Zurück blieben 2.000 Tote und 5.000 Verletzte. Als Folge des Überfalls stellte Honduras die Handelsbeziehungen zu El Salvador ein. Auch die Warentransportwege zum Atlantik wurden dichtgemacht, ein herber Rückschlag für El Salvadors Wirtschaft. Zu einem Friedensvertrag konnten sich die beiden Staaten erst zehn Jahre später durchringen. Und weil die Historiker Kriegen hinterher immer einen Namen geben müssen, damit sie nicht den Überblick verlieren, haben sie diesen, nach seinem Anlass, den "Fußballkrieg" genannt. (br.de-baskultur)

(2026-03-20)

FUSSBALL-FUNKTIONÄRE SIND KORRUPT

wmboyk0320Die Arschkriecherei des FIFA-Präsidenten Infantino beim Pädophilen Trump hat einmal mehr deutlich gemacht, dass im Fußball ab der A-Jugend alles korrupt und sexistisch ist. Namen wie Blatter, Platini, Beckenbauer erzählen ganze Enzyklopädien von Bestechung und unmoralischer Kungelei. Hat jemand vergessen, dass der Bau der Stadien zur WM in Katar Tausende Arbeiter das Leben gekostet hat? Doch in Erinnerung geblieben ist nur das Siegtor von Argentinien. Wo die FIFA-Bosse machen, was sie wollen und was Milliarden in die Kassen bringt, kann der afrikanische Verband nicht passiv bleiben und hat nun mit einem eigenen Skandal nachgezogen. Fans auf die Straße gegen Ausbeutung – Fußball gehört boykottiert, von Marokko bis Seattle. Ein JW-Bericht.

Aufruhr um Afrikacup

Die Entscheidung des afrikanischen Fußballverbandes CAF vom Mittwoch, der Herrenmannschaft Senegals die Afrikameisterschaft zu entziehen und diese Marokko zuzusprechen, hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. In Dakar fordern Demonstranten, die Beziehungen zu Rabat abzubrechen und stattdessen die Westsahara-Befreiungsfront Polisario diplomatisch anzuerkennen (aber bitte nicht nur deswegen). Senegals Fußballverband FSF kündigte unmittelbar an, vor den Internationalen Sportgerichtshof zu gehen. Staatspräsident Bassirou Diomaye Faye verlangte zusätzlich eine „internationale Untersuchung über Korruption“ in der CAF (aber bitte nicht nur deswegen). Auf Facebook tauschte Faye sein Profilbild aus. Nun steht der Afrikapokal direkt hinter ihm im Bücherregal und soll vorerst auch nicht abgegeben werden. Auf Instagram schrieb Senegals Spielführer Sadio Mané: „Was geschehen ist, geht zu weit. Das ist nicht der Fußball, für den wir kämpfen, nicht das Afrika, an das wir glauben. Es gibt viel zu viel Korruption in unserem Sport, und sie erstickt die Leidenschaft von Millionen Fans. Die Spieler geben auf dem Rasen alles, aber am Ende wird abseits des Platzes über Spiele und Titel entschieden. Ich bin zutiefst enttäuscht, nicht nur für Senegal, sondern für den gesamten afrikanischen Fußball. Wir verdienen Besseres. Die Fans verdienen Fairness, Transparenz und Respekt.“

Der ehemalige ivorische Stürmerstar Didier Drogba wandte sich mit einem ähnlichen Statement an die „Schwestern und Brüder im afrikanischen Fußball“: „Im Januar sahen wir, wie Senegal mit Mut kämpfte und Marokko in einem historischen Finale besiegte. Es war eine Nacht voller Leidenschaft, Opferbereitschaft und Stolz. Von Dakar bis Abidjan, von Lagos bis Nairobi – Afrika feierte seine Champions.“ Doch Monate später habe die CAF alles über den Haufen geworfen und die „Glaubwürdigkeit, die Würde und die Seele des afrikanischen Fußballs“ in Frage gestellt (aber bitte nicht nur deswegen). Senegals Spieler El Hadji Malick Diouf mahnt auf Instagram mit Blick auf den Afrikapokal: „Diese Trophäe gewinnt man auf dem grünen Rechteck“, nicht am grünen Tisch. Teamkollege Idrissa Gueye versichert: „Wir wissen, was wir an jenem Abend in Rabat erlebt haben. Das kann uns niemand nehmen.“ Manchesters Ex-Rekordschütze Wayne Rooney antwortete angesichts des Skandals so kurz wie prägnant im Fernsehen: „Es ist verrückt. Senegal hat Marokko fair und ehrlich geschlagen.“ Zum CAF-Urteil hat er einen klaren Rat: „Wenn ich ein marokkanischer Spieler wäre, würde ich das nicht akzeptieren.“ (jungewelt-baskultur)

(2026-03-12)

IRAN KOMMT NICHT ZUR WM

Nachdem Irans Sportminister eine WM-Teilnahme seines Landes ausschloss, aus gutem Grund, schließlich wurde sein Land vom WM-Austragungs-Land USA militärisch angegriffen, titelt eine deutsche Sportzeitung: „Iran Boykott der Endrunde in den USA?“ Zynismus kennt bekanntlich keine Grenzen, insbesondere, wenn es sich um einen Zynismus der Macht handelt – als würde die Nicht-Teilnahme des Iran einem Boykott gleichkommen! Damit nicht genug, auch der Befehlshaber der Angreifer ergriff sofort das Wort: „Die iranische Nationalmannschaft ist bei der WM 2026 in den USA willkommen“. Das hat US-Präsident Donald Trump dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino versichert. Und lacht sich einen Ast dabei. „Wie wirkt sich der Krieg im Nahen Osten auf die WM 2026 aus?“ fragt sich die Sportpresse. Neue Aussagen aus dem Iran säen große Zweifel an einer Teilnahme des Landes am Turnier in den USA, Kanada und Mexiko. Der iranische Sportminister Ahmad Donjamali schloss die Reise der Nationalmannschaft zur Endrunde aus. Man habe "definitiv keine Möglichkeit zu einer solchen Teilnahme", sagte Donjamali in einem TV-Interview. "Angesichts der bösartigen Maßnahmen, die gegen Iran durchgeführt wurden, wurden uns innerhalb von acht Monaten zwei Kriege aufgezwungen, und mehrere Tausend unserer Menschen getötet", sagte Donjamali weiter. „Ob diese Aussagen gleichbedeutend mit einem iranischen Boykott der WM sind, ist noch unklar“.

ERSTE ABSAGE SEIT 1950 - Allerdings äußert sich auch der iranische Verbandschef Mehdi Taj in diese Richtung. "Wenn die Weltmeisterschaft so aussieht - wer bei klarem Verstand würde seine Nationalmannschaft an so einen Ort schicken?" fragte Taj im Staatsfernsehen und verwies dabei auch auf die iranische Frauen-Nationalmannschaft. Fünf Spielerinnen des Teams hatten zuletzt während einer Reise zum Asien-Cup in Sydney humanitäre Visa in Australien erhalten und waren daraufhin nicht in den Iran zurückgekehrt. Sollte das Männer-Team, das sich sportlich für die Endrunde qualifiziert hat, zurückziehen, wäre es die erste WM-Absage eines Teilnehmerlandes seit 1950. Damals hatten Indien, Schottland, Frankreich und die Türkei aus unterschiedlichen Gründen auf die Teilnahme verzichtet.

IRAN LAUT TRUMP "HERZLICH WILLKOMMEN" – US-Präsident Trump macht sich derweil über den Iran lustig. Das geht aus einer Stellungnahme von FIFA-Präsident Gianni Infantino hervor. Wie Infantino in einem Instagram-Post am Mittwoch mitteilte, habe Trump ihm versichert, "dass das iranische Team natürlich herzlich willkommen ist, an dem Turnier in den Vereinigten Staaten teilzunehmen". Infantino und Trump hatten sich getroffen, um die Vorbereitungen auf das Turnier im Sommer zu besprechen. Im Rahmen dieses Meetings "haben wir auch über die aktuelle Situation im Iran gesprochen", schreibt Infantino. Die Frage nach der Teilnahme der Nationalmannschaft, die sich sportlich für das Turnier qualifiziert hat, stellt sich seit Ausbruch des Krieges der USA und Israel gegen Iran. In der vergangenen Woche hatte Trump öffentlich noch erklärt, es sei ihm "total egal", ob Iran am Turnier teilnehmen werde.

AUFEINANDERTREFFEN IM SECHZEHNTELFINALE? – Iran ist bei der WM in Gruppe G mit Belgien, Ägypten und Neuseeland gelost worden. Alle drei Gruppenspiele sollen in den USA stattfinden. Zwei Spiele soll das Team bei Los Angeles austragen, eines in Seattle. Pikant: Sollten sowohl das iranische Team als auch die US-Nationalmannschaft die Vorrunde als Gruppenzweiter beenden, würden beide Teams im Sechzehntelfinale aufeinandertreffen, dann in Dallas. Dafür müsste die iranische Mannschaft aber erst mal am Turnier teilnehmen. Bislang sieht die FIFA keine sportpolitischen Einschränkungen für die Teilnahme Irans. Oder sollten angegriffene Länder etwa ausgeschlossen werden? Auch die Einreise der Spieler soll kein Problem sein, obwohl Iran zu den Ländern gehört, die von einem Einreiseverbot in die USA betroffen sind – na was denn nun: Einreiseverbot oder nicht! "Wir brauchen alle mehr denn je ein Event wie die Weltmeisterschaft, das Menschen zusammenbringt", sagte Vollidiot Infantino, der sich bei Trump für seine Unterstützung bedankte. Auch der bei der FIFA für die WM zuständige Chef-Organisator Heimo Schirgi hatte Anfang der Woche erklärt: "Wir hoffen, dass jeder teilnehmen kann, der sich qualifiziert hat."

Sollten sich die USA weigern, Iran als Gastland aufzunehmen, könnte die FIFA dem Land die Weltmeisterschaft entziehen. Bei der U-20-WM 2023 war der Weltverband ähnlich verfahren, als Gastgeberland Indonesien sich geweigert hatte, die israelische Mannschaft aufzunehmen. Die FIFA hatte das Turnier daraufhin wenige Monate vor der Austragung an Argentinien vergeben. Grüße nach Indonesien an dieser Stelle. Angesichts der letzten Aussagen scheint aber „ein Boykott Irans“ deutlich realistischer als eine Absage von Seiten der USA. Als mögliche Nachrücker gelten der Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate. Darüber wird also bereits nachgedacht. (baskultur)

(2026-03-06)

Bomben im Iran - Eigentore der FIFA

wmboyk02Kriege und Militärputsche wirken sich manchmal auf sportliche Ereignisse aus. Aber nur manchmal. In Argentinien 1978 war es nicht so. Doch dass der aktuelle Krieg gegen den Iran seine Konsequenzen hat auf die Fußballwelt, ist kein Wunder. Zwar hat sich der Iran für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in USA, Mexiko, Kanada qualifiziert, doch seine Teilnahme ist fraglich. Die meisten Spiele sollen in den USA stattfinden. Doch die neuesten politischen Ereignisse werfen einen dunklen Schatten auf die Veranstaltung. Am 28. Februar 2026 griffen die USA und Israel den Iran. Bis starben bereits über tausend Menschen durch die Dauerangriffe, unter anderem wurde eine Mädchen-Schule bombardiert und 180 Schüler:innen getötet. Beim Angriff Russlands auf die Ukraine erhob der Internationale Fußball-Verband FIFA laut seine Stimme, zur Verurteilung und zum sportlichen Ausschluss “der Aggressoren“. Beim zionistischen Völkermord in Gaza wurde diese Stimme bereits deutlich leiser, und jetzt, angesichts des Angriffs auf den Iran ist sie vollends verstummt. Lieber verleiht der FIFA-Präsident dem Pädophilen, Vergewaltiger und Faschisten Trump im Oval Office Friedenspreise, um ihn nach der Nobelpreis-Blamage bei Laune zu halten. Perspektive analysiert die sportlich-politische Perspektive der nächsten Monate. (*)

Nimmt der Iran teil?

Im Kontext der WM 2026 ist vor allem interessant, dass sich auch der Iran für das Turnier qualifiziert hat. Alle drei Vorrundenspiele würden in den USA stattfinden. Ob das iranische Team nun noch antreten kann (und will), ist (angesichts des Krieges) fraglich. Dies liegt allerdings nicht nur am von der USA und Israel gestarteten Krieg. Bereits im Vorhinein kamen Fragen auf, ob iranische Athlet:innen überhaupt in die USA reisen könnten. Grund dafür ist ein von US-Präsident Donald Trump verhängtes Einreiseverbot. Zwar sollen Athlet:innen und ihn zugehöriges Personal nicht von den Beschränkungen betroffen sein, jedoch kam es schon bei der Auslosung für die WM im vergangenen Dezember 2025 dazu, dass Mitglieder der iranischen Delegationen keine Visa genehmigt bekommen haben. Als Reaktion boykottierte die gesamte iranische Delegation die Veranstaltung. Die kriegerischen Angriffe verschärfen die Lage nun noch weiter. Eine Teilnahme wird auch vom iranischen Team selbst bezweifelt. So erklärte der Präsident des iranischen Fußballverbandes Mehdi Taj: “Nach den Angriffen durch die USA ist es schwer vorstellbar, dass wir mit Zuversicht auf die Weltmeisterschaft blicken können. Aber entscheiden müssen darüber die Führer des Sports“.

FIFA schweigt zu Krieg

Eine starke Reaktion zeigte die FIFA nach den Angriffen nicht. Wie genau der Umgang mit der Situation sein wird, dazu äußerte sich die FIFA ebenfalls nicht konkret. Zuletzt hieß es vom FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström, der Fokus läge darauf, eine sichere Weltmeisterschaft, an der alle Teams teilnehmen können, auszutragen. Präsident Trump erklärte wiederum in Antwort auf die Frage, ob der Iran teilnehmen würde: “Es ist mir wirklich egal“, und widerspricht der FIFA-Position damit zumindest im Ton. Eine Verurteilung der kriegerischen Aggressionen gegen eines ihrer Mitglieder bleibt von Seiten der FIFA aus. Stattdessen erklärten sie, dass sie die Situationen und Probleme weiter beobachten werden und dass es zu früh sei, über Details zu sprechen. Mit der Neutralitätspflicht scheint die FIFA durch die Annäherung an die US-Regierung immer mehr zu brechen, womit die Integrität des größten Fußballevents der Welt ins Wanken gerät.

FIFA und US-Regierung teilen Interessen

Die FIFA und die US-Regierung stehen sich dabei schon länger recht nah. So verlieh der FIFA-Präsident Gianni Infantino einen extra neu geschaffenen FIFA-Friedenspreis an den US-Präsidenten Donald Trump. Dieses Verhältnis geht auch über den Fußball hinaus; der FIFA-Präsident Gianni Infantino mischt auch politisch mit, so etwa beim (umstrittenen) “Friedensrat“, welcher aus Politikern, Geschäftsleuten und Familienangehörigen aus dem Umfeld Trumps besteht und der über das weitere Vorgehen in Gaza berät. Dementsprechend profitieren beide von der Zusammenarbeit: Trump kann sich mit der WM im eigenen Land profilieren und mit guter Public Relation punkten, während Infantino auch auf der weltpolitischen Bühne an Einfluss gewinnt und beim Wiederaufbau Gazas (ohne die Palästinenser:innen) mitbestimmen darf. Ganz konkret drückt sich dies beispielsweise durch einen FIFA-Plan zum Bau eines neuen Nationalstadions mit 20.000 Plätzen aus. Auch will die FIFA dabei helfen, 75 Millionen US-Dollar für geplante Investitionen im Gazastreifen aufzutreiben. (perspektive)

ABBILDUNGEN:

(*) Tagespresse

(ERST-PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2026-03-06)

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