Die Antifaschistische Bewegung im Baskenland hat sich in den vergangenen 10 Jahren stark entwickelt. Nicht zuletzt aufgrund der politischen Veränderungen im Bereich der baskischen Linken und dem Aufstieg faschistischer, antifeministischer und rassistischer Bewegungen.
Faschismus und Zionismus
Bei der Unterstützung von Netanjahus zionistischer Regierung zeigt die europäische extreme Rechte weitestgehend Übereinstimmung. Sie teilt in jedem Fall die islamfeindliche Agenda und hat zugelassen, dass das zionistische Regime in der EU zu einem üblichen politischen Thema geworden ist. Dafür wurde von einigen Ultrarechten der traditionell antisemitische Diskurs hinten angestellt. Stattdessen wird die Schimäre kultiviert, der zionistische Kolonialstaat sei die einzige Demokratie im Nahen Osten.
Weil der Staat versagte
Die Premiere des Films “Antifa“ mit dem Untertitel “Schulter an Schulter, wo der Staat versagte“ fand in Berlin Friedrichshain statt. Der Film des linken Videokollektivs Leftvision erzählt die Geschichte der Bewegung. Was die Lehren für heute wären, bliebe jedoch unklar, meint die Tageszeitung in einer Filmkritik. Das Publikum wird zunächst in die Zeit der Baseball-Schläger-Jahre geworfen, in denen der Nationalismus grassiert und Flüchtlingsheime brennen. Filmkritik auch von autonomer Seite.
Xenophobie, Polizeikontrollen
“Ich habe seit 22 Jahren einen spanischen Personal-Ausweis, und die Polizei hat mich mehr als 50 Mal angehalten, weil ich ein Schwarzer bin“. Guillermo Akapo Bisoko Malabo sagt, dass er seit seiner Ankunft im spanischen Staat immer mit Rassismus gelebt hat, mit einem Unterschied: was er früher “an den Wänden der Straßen sah, ist jetzt im Kongress“. Er stellt fest, dass Spanier nicht verstehen, was Rassismus ist, und dass sie zudem “beleidigt sind und sich aufregen“, wenn man sie darauf hinweist.
Ultrarechte Programmatik
Anti-Feminismus ist zur Programmatik und zum Mobilisierungsfaktor der extremen Rechten geworden. Immer mehr soziologische Studien identifizieren die Macho-Reaktion gegen den unaufhaltsamen Vormarsch des radikalen Feminismus und von Bewegungen zur Geschlechter-Gleichstellung als eine der treibenden Kräfte hinter dem Aufstieg der extremen Rechten. Zusammen mit Fremdenfeindlichkeit und einem zentra-listischem Nationalismus. Verschiedene Forschungs-Studien belegen das. Aber nicht alle sind sich einig.
Faschisten mobilisieren
Nach dem Vorbild der Vorgänge im britischen Southport versuchten Rechtsextreme auch in Spanien über Kindermord-Fake-News einen rassistischen Aufstand anzuzetteln. Hat er keinen Vorwand, schafft sich der Rassist welche. Bekannte Hetzer mit vielen Followern auf Telegram-Kanälen und auf X spielen dabei eine zentrale Rolle, um Fake News breit zu streuen. Einer ist der gerade ins Europaparlament gewählte Alvise Pérez, dessen Hetze sich nun über den Schutz der parla-mentarischen Immunität verschärft hat.
Das erste Netzwerk
Es scheint eine kleine Ewigkeit her zu sein – im Jahr 2012 war das Internet noch weit weniger entwickelt als heute. Dasselbe gilt für das Thema Antifaschismus. Im Baskenland war Antifaschismus kaum ein Thema. Obwohl der spanische Faschismus (Franquismus) überhaupt nicht aufgearbeitet war, obwohl zumindest in Nafarroa nicht wenige neofaschistische Umtriebe zu verzeichnen waren. Sieben Jahre zuvor hatte sich ein kleines Netzwerk in Bilbao auf den Weg gemacht, diese Lücke zu füllen: Sare Antifaxista.
Gott, Vaterland, Amboss
“Gott, Vaterland, Amboss“ ist der Titel eines Podcast, verfasst von Miquel Ramos, Journalist und Rechts-extremismus-Experte. Darin untersucht er die ultrarechte Sekte mit dem Namen “El Yunque“. “Die reaktionären Ideen, die von der Sekte El Yunque verbreitet werden, haben Hochkonjunktur“. Der Einfluss der ultrakatholischen Organisation über Vox oder Christliche Anwälte und Hazte Oír in Spanien wächst. Erklärt wird Ursprung, Arbeitsweise, Rekrutierung junger Menschen und die Position des Episkopats.
Von London lernen
Die ultrarechten, rassistischen und islamophoben Mobilisierungen in britischen Städten sind ein Lehrbeispiel, wie schnell faschistische Lynch-Pogrome entstehen können, denn neben den Wahlerfolgen der Krawatten-Nazis in Parlamenten gibt es nach wie vor die alte SA-Methode der direkten Aktion. Lügen, Fakenews, soziale Netzwerke zur Mobilmachung von alten und Konjunktur-Faschisten. Erst eine bunte antifaschistische Bewegung erstickte mit entschlossenem Vorgehen gegen die Ultrarechte deren Aufstand.