Die Kategorie beinhaltet folgende sieben Bereiche: 1. allgemeine Geschichte Baskenland-Navarra; 2. Krieg, Diktatur, historische Erinnerung; 3. Migration, Diaspora; 4. Politische Normalisierung seit 2011; 5. Persönlichkeiten; 6. Deutsche Spuren im Baskenland; 7. Geschichten aller Art.
Friedhof Polloe Donostia
Das Madrider “Tal der Gefallenen“ – Diktator Francos Mausoleum – zeichnet sich dadurch aus, dass neben faschistischen Soldaten willkürlich auch republikanische Tote dort begraben liegen. Putschisten und republikanische Opfer in einer Gruft. Zur großen Überraschung der baskischen Öffentlichkeit geschah Ähnliches 85 Jahre lang auf dem Polloe-Friedhof von Donostia. Fast unbemerkt. Bis die linke EH Bildu der Sache nachging und das Institut Aranzadi den kleinen Skandal der Kriegs-Aufarbeitung bestätigte.
Quo vadis Baskische Linke?
"Dies sind keine Zeiten für Rückzug, wir brauchen einen Staat, der sich um die Menschen kümmert". Arkaitz Rodríguez wurde als Generalsekretär der links-nationalistischen Partei Sortu wiedergewählt. Im Interview erläutert er die strategischen Vorstellungen der Partei für die Zukunft, basierend auf den Beschlüssen des soeben beendeten dritten Partei-Kongresses, bei dem die bisherige Politik bestätigt und ein neuer Vorstand gewählt wurde. In Teilen der baskischen Linken ist Sortu nicht unumstritten.
Legion Condor vs Durango, Eibar, Gernika
Genau 85 Jahre sind vergangen, seit Bizkaia und Teile Gipuzkoas mit einer Serie von Terror-Bombardierungen überzogen wurden, die das Land im Frühjahr 1937 verwüsteten. Nacheinander wurden Durango, Eibar und Gernika angegriffen. Die "experimentelle" Bombardierung von Gernika mit Spreng- und Brandbomben zerstörte 85% der Stadt. Gernika erlebte drei Faktoren gleichzeitig: Terror gegen Zivilbevölkerung, ein Test der Waffen und Bomben-Effektivität und ein verspätetes Geburtstagsgeschenk für Hitler.
Wegweisende Mädchen-Bildung vor 100 Jahren
Die Lehrerin Adelina Méndez de la Torre war eine Pionierin in zahlreichen Bereichen der Unterrichtsgestaltung und Ausbildung für Lehrkräfte. Anfang des 20. Jahrhunderts setzte sie sich für eine gleichberechtigte Schulausbildung für Mädchen ein. Gleichzeitig plädierte sie für ein kostenloses, öffentliches Schulsystem und schlug eine zweisprachige Erziehung vor, die das soziokulturelle Umfeld der Kinder widerspiegelt. Ihr Ansatz kann als Grundlage des heutigen baskischen Lehrplans betrachtet werden.
Ein kastilisches Monopol
Der Kultur-TV-Sender Canal Historia stellt die neue Eigenproduktion "In Ketten" (Encadenados) vor, die den kastilischen Sklavenhandel über 400 Jahre hinweg analysiert: Die erste Serie, die das Schweigen über die Geschichte der Sklaverei im spanischen Staat bricht. Ähnliches gilt für das Baskenland. Analysiert wird die Bedeutung des Sklavenhandels für die Entwicklung des frühen Kapitalismus, von der Kolonisierung Amerikas bis zur industriellen Revolution. Sklaverei als Grundlage der spanischen Wirtschaft.
Ein unwirksames Gesetz
"Wir wussten, dass dieses Gesetz die Diskriminierung der Opfer staatlicher Gewalt nicht lösen würde, aber das ist nicht das Ende". So kommentieren Mitglieder der Menschenrechts-Organisation Egiari Zor das vorläufige Ergebnis des Gesetzes zur Anerkennung und Entschädigung der “Opfer polizeilichen Missbrauchs in einem politisch motivierten Kontext“. Die baskische Regierung hatte dieses in Spanien polemisch aufgenommene Gesetz vor fünf Jahren verabschiedet. Doch nur wenige haben einen Antrag gestellt.
Buchstudie über Yolanda Gonzalez
Die baskische Studentin Yolanda González wurde 1980 von Faschisten kaltblütig ermordet. Zwar hat dieses Verbrechen den “demokratischen Übergang“ von der Diktatur zur Demokratie geprägt. Doch war es nicht der einzige Mord, der von Rechtsradikalen und Polizeikräften verübt wurde. Denn, entgegen der heute bevorzugten Geschichtsschreibung, war der Übergang (Transition) alles andere als friedlich und vorbildlich, sondern von hunderten von Morden geprägt, an denen staatliche Sicherheitskräfte beteiligt waren.
Blinder Fleck antifaschistischer Aufarbeitung
Das Erinnerungs-Institut der Region Navarra hat eine umfassende Studie über die wirtschaftliche Repression veröffentlicht, die in Navarra gegen die Überlebenden des faschistischen Terrors von 1936 praktiziert wurde. Das Franco-Regime führte mehr als tausend Gerichts-Verfahren durch, dabei hatten Repressalien Vorrang vor Bußgeld-Erhebung. Bei dieser Form von Repression ging es um Enteignung von Besitz und willkürliche Strafgelder gegen Republikaner und Antifaschisten, um sie wirtschaftlich zu ruinieren.