Die Kategorie beinhaltet folgende sieben Bereiche: 1. allgemeine Geschichte Baskenland-Navarra; 2. Krieg, Diktatur, historische Erinnerung; 3. Migration, Diaspora; 4. Politische Normalisierung seit 2011; 5. Persönlichkeiten; 6. Deutsche Spuren im Baskenland; 7. Geschichten aller Art.
Vom Neckar an den Ebro
Mehrere Zehntausend Freiwillige aus aller Welt kämpften im Spanischen Bürgerkrieg (besser: Spanienkrieg) auf Seiten der Republik. Auch aus Süddeutschland. Deutsche waren auch unter den Feinden der Republik: Am 26. April 1937 zerstörte die deutsche "Legion Condor", die im Krieg von 1936 bis 1939 die Putschisten um General Franco unterstützte, die baskische Stadt Gernika durch einen Luftangriff. Wie viele der Republik-Unterstützer:innen aus Württemberg kamen und wer sie waren, dazu ist wenig bekannt.
Gestern Legion Condor, heute Angriffskrieg
10. Juni 2023: In Wunstorf, Niedersachsen, wird der Krieg gegen Russland geprobt. 500 Anti-Militaristinnen demonstrieren vor dem Fliegerhorst, in dem einst die Piloten für die Legion Condor ausgebildet wurden, die Gernika und andere Städte bombardierten. "5 Minuten vor 12" ist der bezeichnende Titel der von der Friedens-initiative Neustadt-Wunstorf organisierten Kundgebung gegen das NATO-Großmanöver "Air Defender 23". Dokumentation des Beitrags von Hubert Brieden vom Arbeitskreis Regionalgeschichte.
Die leidenschaftliche Kommunistin
Die berühmte Kommunistin Dolores Ibárruri Gómez, auch bekannt als “La Pasionaria“ (Die Passionsblume) wurde 1895 im baskischen Dorf Gallarta im Bergbaugebiet von Bizkaia geboren. Von ihren sechs Kindern überlebten wegen Armut nur zwei. Von Beginn an war sie Mitglied der Kommunistischen Partei, sie wurde 1936 ins spanische Parlament gewählt, musste aber nach dem Spanienkrieg ins sowjetische Exil. Von dort kam sie erst nach Francos Tod wieder zurück und wurde erneut ins spanische Parlament gewählt.
Strategiewechsel inbegriffen
Gegründet wurde die ETA während der Franco-Diktatur, auch nach der sogenannten Demokratisierung Spaniens hielt sie an ihrem militanten Kampf fest. 2018 hat sie sich definitiv aufgelöst. Nachdem in der Organisation bereits seit Jahren über einen Strategiewechsel und ein Ende des bewaffneten Kampfes diskutiert worden war, hat der bewaffnete Arm der linken Unabhängigkeits-Bewegung im Mai 2018 seine endgültige Auflösung bekannt gegeben. Damit endete eine blutige und gleichzeitig vielschichtige Etappe.
Nur Einheimische und Fußball-Schüler
Seit den Williams-Brüdern hat sich das Publikum von Athletic Club Bilbao daran gewöhnt, dass auch afrika-stämmige Fußballer das rot-weiße Trikot tragen. Was nicht gegen die Club-Philosophie verstößt, die da lautet: bei Athletic spielen nur im Baskenland geborene Spieler*innen und solche, die hier das Kicken gelernt haben, egal wo geboren. Zu Nico und Iñaki Williams kommt demnächst auch der aus Marokko stammende Aymane Jelbat, der im Alter von 23 Jahren bereits eine kleine Odyssee hinter sich hat.
Gernika und die Spitze des Eisbergs
2023. Kurz vor dem 87. Jahrestag der Vernichtung der baskischen Stadt Gernika durch die nazi-deutsche Legion Condor jährt sich zum 50sten Mal der Todestag von Pablo Picasso. Gernika, Condor, Picasso – eine historische und fatale Dreiecksbeziehung. Nachkriegs-Deutschland hielt seine direkte Beteiligung am Spanienkrieg mittels der Legion Condor lange verborgen. Für seine mühsame Aufarbeitung der Interventions-Geschichte hat Deutschland mehr Lob erhalten als verdient. Viele KZ-Opfer mussten klagen.
Überstürzte Exhumierungen
Überstürzter Start der Exhumierungen im größten Massengrab Spaniens, dem in Madrid gelegenen ehemaligen “Valle de los Caídos“ (Tal der Gefallenen). Wozu die einen „endlich“ sagen, dagegen laufen andere Amok: Linke und Republikaner gegen alte und neue Franquisten. Dass kurz vor den Neuwahlen am 23. Juli 2023 wieder mit Umbettungen begonnen wird, lässt den Schluss zu, dass es sich nicht allein um die Aufarbeitung des Franquismus und der Diktatur handelt. Ralf Streck aus Donostia im Neuen Deutschland.
Der nicht endende Franquismus
Anna Miñarro (Barcelona, 1959) ist als Psychologin spezialisiert auf die Arbeit mit Opfern des Franquismus. Für sie ist das offene Sprechen über die erlebte politische Repression ein Heilverfahren gegenüber dem aufgezwungenen Vergessen. Miñarro stellt unmissverständlich fest, dass fortgesetztes Schweigen die Grundlage für die Straffreiheit der Kriegs- und Diktatur-Verbrecher ist. Auf dieser Straffreiheit wurde die heutige Demokratie aufgebaut. Aufarbeitung sei ein unverzichtbares Menschenrecht.