Die Bandbreite dieser Rubrik bewegt sich zwischen klassischer, moderner und folkloristischer Musik. Vorgestellt werden dem Baskenland eigentümliche Instrumente, Musiker*innen, Musikgeschichte und musikalische Projekte.
“Ich gehöre der Kulturfront an“
Fermin Muguruza lieferte einst die Soundtracks der rebellischen baskischen Jugend. Insbesondere der Jugend, die auf Unabhängigkeit setzte. Musik machte er weiter, in unterschiedlicher Besetzung, Kortatu, Negu Gorriak, Manu Chao … Dazu kamen Dokumentarfilme und der Zeichentrick-Zweiteiler “Black is Beltza“. Jetzt steht das 40-jährige Bühnenjubiläum vor der Tür, in Form einer kleinen Welt-Tournee. Für ein Auftakt-Konzert in Bilbo-Miribilla wurden innerhalb weniger Minuten 16.000 Karten verkauft.
Itziars Sohn - Itziarren semea
Im Jahr 1969 wurde in baskischer Sprache ein Lied mit dem Titel “Itziarren Semea“ (Itziars Sohn) veröffentlicht. Grundlage für den Liedtext war die wirkliche Geschichte eines mehrfach verhafteten und gefolterten baskischen Aktivisten. So wurde das Lied zum Plädoyer gegen Folter. Itziars Sohn war einer von vielen, die während des Franquismus in den Folterkellern der Guardia Civil schwer misshandelt wurden. Systematische Folter sollte den baskischen Widerstand brechen und das soziale Umfeld schwächen.
40 Jahre Kortatu
Vor 40 Jahren machte sich ein gewisser Fermin Muguruza auf, mit seiner Band Kortatu, die baskischen Musikherzen zu erobern, nicht wenige auch im europäischen Norden. Im spanischen Staat wurde er boykottiert, gemieden und verboten. Zum Jahrestag kehrt er zurück nach Madrid. Fermin Muguruza: "Nach allem, was sie versucht haben, um mich zum Schweigen zu bringen, wird es unser großer Sieg sein, wenn sich die Konzertsäle füllen". Der bekannteste baskische Musiker hat seine Welttournee 2024 vorgestellt.

Der frühe Skandal um die Vulpes
Sie wollten keine feministischen Ikonen sein oder Aushängeschilder von irgendetwas. Sie waren Rocker-Mädchen aus der Nachbarschaft, die Gruppen wie Sex Pistols oder Ramones hörten und eine eigene Punkband gründen wollten. Das war alles. Das Punk-Projekt “Las Vulpes“ entstand in den frühen 1980er Jahren im Bilbao-Stadtteil Irala, wo auch Gruppen wie MCD entstanden, mit familiären Verbindungen. Doch vor dem erfolgreichen Durchbruch kam der politische Skandal, weil die Texte zu provokativ waren.
“Schwarze Milch“ Abschiedstour
Nach einer 17-jährigen Geschichte verabschiedet sich die Musikgruppe “Esne Beltza“ (Schwarze Milch) von den Bühnen des Baskenlandes – nicht ohne der großen Fangemeinde ein letztes Album und eine angemessene Abschieds-Tournee zu bieten. Auf einen bestimmten Stil lässt sich “Esne Beltza“ nicht festlegen, die Einflüsse sind zu unterschiedlich, über die Jahre wurde dies in der Tradition von “Mano Negra“ zum Markenzeichen der Gruppe, zu hören sind da Elemente von Rock, Chanson, Salsa, Reggae, Ska, Cumbia.

Musikszene der 1970er und 1980er
Vor 70 Jahren, im März 1948, wurde Rory Gallagher im irischen Ballyshannon geboren. Er wurde zu einem der weltweit bekanntesten und beliebtesten Rock- und Bluesmusiker. Musikalisch war er vielseitig, spielte nicht nur Gitarre. Die ersten Erfolge gab es mit der Gruppe Taste. In Vergessenheit geraten ist, dass Rory Gallagher zwischen 1974 und 1986 insgesamt vier Mal im Baskenland gastierte. 1995 starb Gallagher mit 47 Jahren an den Folgen einer durch Alkoholkonsum verursachten Leberkrankheit.
Meister des Trikitixa-Akkordeons
Kepa Junkera Urraza ist ein baskischer Musiker, Komponist und Produzent von Volksmusik mit baskischen Texten. Er ist Meister des Trikitixa-Akkordeons und hatte bis 2018 dreißig Alben veröffentlicht. Im Laufe seiner Karriere erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Neben seiner internationalen Bekanntheit blieb Junkera auch im Baskenland seinem Publikum treu und ist beliebt wie wenige andere. Ende 2018 erlitt er auf Tour in Belgien einen Schlaganfall, der seine Triki-Karriere abrupt beendete.

Die andere baskische Hymne
Vor 40 Jahren (1978) wurde die später mythische Rockband ITOIZ gegründet. Ihre musikalische Lyrik, ausschließlich in Euskara gesungen, ist weiter aktuell in Tributes, im Radio oder auf Platten-Neuauflagen, die bis Japan reichen. Unzählige Versionen des größten ITOIZ-Hits „Lau Teilatu“, von dem jungen Musiker Juan Carlos Perez komponiert, sind weiterhin präsent in der baskischen Musikszene. ITOIZ behauptete sich mit seiner Poesie in einer ansonsten durchweg politisierten Rockszene der 1980er Jahre.