(1) Waffenexport (rnd)
Industrie mit Rekord-Profiten

Die Welt führt Krieg und die deutsche Rüstungs-Industrie macht fette Gewinne. Die BRD-Rüstungsexporte haben erneut den bisherigen Höchstwert gesprengt. Genehmigt wurden nach vorläufigen Angaben Exporte im Wert von 13,87 Milliarden Euro, allein im ersten Halbjahr 2026. Davon 9,6 Milliarden Euro für Kriegswaffen und 4,3 Milliarden Euro für andere Kriegsgüter. Das ist viermal so viel wie im selben Zeitraum 2025. Maßgebliche Exportadressen sind die Ukraine, die USA, die Niederlande und Tschechien.

Die Bundesregierung genehmigte im ersten Halbjahr 13,9 Milliarden Euro an Waffenexporten. Im Fokus stehen die Aufrüstung der „NATO-Ostflanke“, die Unterstützung der USA, sowie der Verkauf eines modernen U-Boots an Israel. 

Die Ukraine bleibt weiterhin der Hauptempfänger der deutschen Waffen-Lieferungen und erhielt in diesem Zeitraum Ausfuhrgenehmigungen im Wert von rund 2,5 Milliarden Euro. Auf Platz zwei der Empfängerländer befindet sich die USA mit rund 1,6 Milliarden Euro, darauf folgen die Niederlande und Tschechien.

Aufrüstung der "Ostflanke"

Vergleichsweise hoch sind ebenfalls die Waffenlieferungen an die baltischen Staaten in Höhe von insgesamt über 2,1 Milliarden Euro: Rund 1,2 Milliarden Euro an Litauen, 500 Millionen Euro an Lettland und 425 Millionen Euro an Estland. Die Kriegsvorbereitungen für einen ausgeweiteten Krieg gegen Russland kontextualisieren die enormen Waffenlieferungen an die Ukraine und die baltischen Staaten. Ein Bild ergibt sich dabei in Hinblick auf den erst kürzlich stattgefundenen G7-Gipfel. Dort wurde die langfristige Stärkung der Ukraine im andauernden Krieg gegen Russland beschlossen. Damit einhergehen fortlaufende Waffenlieferungen, weitere Unterstützung für Luftverteidigung, Energieinfrastruktur und weiteren Sanktionen gegen Russland. Das weitere Voranschreiten der Kriegsvorbereitungen gegen Russland zeigen hier in Deutschland nicht nur die zunehmende Militarisierung und Aufrüstung, sowie die Waffenlieferungen an die NATO-Ostflanke, sondern auch diverse Übungsmanöver der NATO. So etwa die Übung „Steadfast Dart 2026“ im Frühjahr diesen Jahres, in welcher die schnelle Verlegung von Verstärkungskräften aus Südeuropa an die Ostflanke geübt wurde.

(2) Waffenexport (youtube)

Deutsche Beteiligung am Iran-Krieg

Der gewohnt große Umfang von Waffenlieferungen an die USA zeigt das weitere Bemühen des deutschen Staates sich weiterhin an ihren langjährigen Partner zu binden und diesen zu unterstützen. Dies bezieht sich auch auf den noch immer anhaltenden Angriffskrieg der USA und Israel auf den Iran. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte in einem Interview nach dem G7 Gipfel, dass er den Krieg gegen den Iran insgesamt als Erfolg werten würde und dass durch die Angriffe der USA „eine deutliche Schwächung des Terrorismus in der Region“ hätte erreicht werden können. „Und auch die Fähigkeit der iranischen Regierung, Atomwaffen zu produzieren, ist für Jahre geschwächt, zurückgeworfen, möglicherweise beseitigt.“ Neben ideologischem Beistand und Waffenlieferungen beteiligt sich die BRD auch direkter am Iran-Krieg. So etwa bei der Verlegung eines Minenräumbootes der Bundeswehr in die Region. Ebenso spielen die US-Militärbasen in Deutschland – vornehmlich die Ramstein Air Base nahe Kaiserslautern – eine zentrale Rolle in der Koordination und Logistik der US-Aktivitäten in Westasien.

Ein 480 Milliarden Euro schweres U-Boot für Israel

Den sechsten Platz belegt Israel mit Rüstungsexporten in Höhe von knapp 800 Millionen Euro. Damit zählt Deutschland weiterhin zu einem der wichtigsten militärischen Verbündeten Israels. Diese 800 Millionen Euro in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026, sind mehr als in den vergangenen 20 Monaten zusammen. Mehr als 60 Prozent von diesem Wert, also etwa 480 Millionen Euro gehen auf ein einziges Projekt zurück. Aus einer Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums kann man die Formulierung „Großprojekt im maritimen Rüstungsbereich“ entnehmen. Die Vermutung liegt nahe, dass damit das „INS-Drakon“ getaufte U-Boot gemeint ist, für welches Israel und die Firma Thyssenkrupp Marine Systems bereits 2012 einen Kaufvertrag unterzeichnet hatten. Damit erhält Israel wohl demnächst das bereits sechste hochmoderne U-Boot aus Deutschland.

Es ist unklar, ob dieses neue U-Boot auch für eine atomare Kriegsführung ausgestattet ist. Laut Berichten den Fachmagazins Marineforum wurde der Turm des U-Boots bei Testfahrten mit Glasfaserplatten und Planen abgedeckt, damit möglichst wenig Informationen über die Ausstattung des U-Boots nach außen dringen. Aufnahmen führen im Magazin zu der Spekulation über Startvorrichtungen für vier ballistische Raketen, die im Zweifel auch mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden könnten. Trotz der mehrfachen Versprechen, keine weiteren Waffen an Israel zu liefern, steht Deutschland also weiterhin fest an der Seite Israels und verschickt weiterhin Waffen. Somit unterstützt die BRD auch weiterhin den Genozid an Palästinenser:innen im Gazastreifen, sowie die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland.

ANMERKUNGEN:

(*) „Deutsche Waffenexporte in Rekordhöhe“, Perspektive online, 30.07.2026 (LINK)

ABBILDUNGEN:

(1) Waffenexport (rnd)
(2) Waffenexport (youtube)

(PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2026-07-30)

 

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