Krieg 1936

Die Kategorie KRIEG1936 behandelt die Ereignisse nach dem Militär-Aufstand vom 18.Juli 1936, insbesondere die Folgen des Krieges für das Baskenland: die Vernichtung der Stadt Gernika durch die Legion Condor, Geschichte des Picasso-Gemäldes. Konsequenzen der Diktatur in den baskischen Regionen, die nazistische Intervention während des 2.Weltkriegs in Südfrankreich, das Konzentrationslager Gurs, die Maquis-Guerrilla. Generelles Thema ist die Aufarbeitung von Krieg, Kriegsverbrechen und Diktatur.

maq01In den Bergen gegen Franco

Auf der Suche nach den verlorenen Spuren der antifranquistischen Guerrilla: Archäolog*innen und Historiker*innen haben bei Ausgrabungen in Galicien die legendäre Waldstadt (Ciudad de la Selva) entdeckt, die der antifranquistischen Maquis-Guerrilla als Unterschlupf diente sowie als Ausgangspunkt für ihre Aktionen. In diesen Lagern der Guerrilla wurden alte Waffen gefunden sowie verschiedene andere Gegenstände des täglichen Lebens. Historische Forschung wurde verbunden mit archäologischen Arbeiten.

stolp1Tod im Nazi-KZ

Zwölf Stolpersteine werden ab dem 1. Oktober 2022 an die zwölf Republikaner aus der Bizkaia-Stadt Barakaldo erinnern, die in den Konzentrationslagern der Nazis inhaftiert und ermordet wurden. In den deutschen Konzentrationslagern wurden sie zu Nummern gemacht, eine Gedenkfeier am 1.10. wird dafür sorgen, dass ihre Namen in Barakaldo nicht vergessen werden. An jenem Tag werden die Stolpersteine offiziell enthüllt. Auch in Elgeta, Iruñea (Pamplona) und Busturias sind bereits Stolpersteine zu finden.

lalod1Lodosa, Nafarroa

Der Zirkus Anastasini schlug am 18. Juli 1936 seine Zelte in der Kleinstadt Lodosa in Navarra auf, genau an dem Tag, an dem das Militär gegen die gewählte republikanische Regierung putschte. Die lokalen Arbeiter-Organisationen riefen auf, die Stadt zu besetzen und Widerstand zu leisten. Tags darauf schlug das Militär zu und richtete ein Massaker an. Dabei wurde ungefähr die Hälfte der Zirkustruppe getötet. Die Leichen wurden von den Falangisten in zwei oberflächlich ausgehobene Gräber geworfen.

gerda1Die ignorierte Frauenarbeit

Bisher wurde davon ausgegangen, dass nur wenige Frauen als Journalistinnen von den Kriegsschauplätzen aus über den Spanienkrieg 1936-1939 berichteten. Dem widerspricht ein Universitäts-Professor. Er hat eine umfassende Forschungsarbeit vorgelegt, in der dokumentiert ist, dass damals 183 Reporterinnen durch das Land zogen, die Fronten besuchten und Soldaten interviewten. Ihre Berichte zeichneten sich vor allem dadurch aus, dass sie die Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung aufzeigten.

matxitx1Die Schlacht von Matxitxako

Juan Azkarate (Bermeo, 1922) ist der letzte Soldat (gudari) der baskischen Hilfsmarine. Er beendet sein Jubiläumsjahr als einziges noch lebendes Mitglied einer einzigartigen und wenig bekannten Militäreinheit des Spanienkriegs. Die baskische Hilfsmarine war eine improvisierte Militärtruppe, für die Fischkutter mit Eisenplatten ausgestattet und mit leichten Kanonen bestückt wurden, um Schiffe zwischen Bilbao und dem republikanischen Frankreich zu eskortieren. Juan Azkarate ist der letzte Seemann.

1936naf1Keine Front, viele Erschießungen

Es mag erstaunlich klingen, aber in verschiedenen Regionen und Provinzen des spanischen Staates gab es nach dem franquistischen Militärputsch vom 18. Juli 1936 keine Front und keinen Krieg. Das heißt, jener Krieg fand nicht im ganzen Staat statt, sondern hatte stark regionalen Charakter. In all jenen Gebieten, die sich sofort den Putschisten anschlossen, gab es keinen Krieg. Dazu gehören – aus baskischer Sicht – Navarra und Araba. Dennoch gab es auch hier viele Tote durch faschistische Erschießungen.

orue1Franquistische Repression in Bilbo

Frauen, die 1937 in Bilbao franquistische Repression erlitten oder gar ermordet wurden – bei einer Gedenk-Veranstaltung im Stadtteil Santutxu wurde eine Geschichtstafel vorgestellt, die an das Schicksal jener faschistischen Unterdrückung von politisch aktiven Frauen erinnert. Im Blickpunkt die Villa Orue, von den Franquisten zu einem provisorischen Frauengefängnis umfunktioniert: fünf Jahre Gefängnis, später eine Klinik, Ende der 1960er Jahre Abriss. "Mit Erinnerung wird Würde wieder hergestellt".

irujo001Vernichtung durch die Legion Condor

Xabier Irujo, Historiker und Leiter des Zentrums für Baskische Studien an der Uni Nevada, hat zehn Jahre lang alle verfügbaren Einzelheiten des Angriffs auf Gernika recherchiert, für sein Buch "Gernika, 26. April 1937". Er gilt als der beste Kenner der Kriegsverbrechen der Legion Condor in Bizkaia. "Auf eine Gräueltat folgt immer eine Lüge, Franco hat die Bombardierung angeordnet, das ist dokumentiert", so Irujo bei der Präsentation des Buches "Gernika. Genealogy of Lie". Ein Rückblick auf Gernika.

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