lavideo1abFilmdokumente aus Los Angeles

Spanienkrieg (Bürgerkrieg) im Baskenland: Die Universität im kalifornischen Los Angeles (UCLA) hat auf ihrer Website bisher unveröffentlichte Filmaufnahmen über den Spanienkrieg von 1936 veröffentlicht. Darunter mehrere Streifen, die in süd-baskischen Orten wie Iruñea, Donostia, Irun, Bilbo oder Lekaroz gedreht wurden. Sie zeigen die Kriegshandlungen am Boden und aus der Luft sowie ihre vernichtenden Folgen. Auch die Niederlage von Bilbao im Juni 1937 und den triumphalen Einzug der Faschisten.

Die Kriegsfilme von 1936/37 waren eine Schenkung des US-Pressemagnaten William Randolph Hearst an die Universität Los Angeles, von der UCLA-Uni wurden sie an das Packard Humanities Institute weitergegeben. Das Material wurde gereinigt, restauriert und ist von außergewöhnlich guter Qualität.

Einige dieser Videos wurden bereits in der Vergangenheit verwendet, aber ein großer Teil des Materials war für unbrauchbar befunden worden und blieb im Lager, ohne der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden. Dem ausrangierten Material verleiht diese Tatsache fast 90 Jahre später einen zusätzlichen historischen Wert. Eines der in der Presse dokumentierten Fotos zeigt die Kämpfe in Gipuzkoa, bei denen baskische Milizionäre (Gudaris) versuchen, den Vormarsch der aufständischen faschistischen Truppen zu stoppen. (1)

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Das Eingangs-Video stammt aus Iruñea (Pamplona), es zeigt den Plaza del Castillo voller aufständischer Truppen von unterschiedlicher politischer Couleur: Karlisten, Falangisten und Armeesoldaten. Das Video beginnt mit einem Aufmarsch rund um den hölzernen Kiosk mit seinen schmiedeeisernen Verzierungen, der damals die Mitte des Platzes bildete. Ihnen folgen Zivilgardisten, Requetés und junge Männer ohne Uniform, die mit Gewehren auf den Schultern vorbeiziehen und ihre Begeisterung deutlich machen, an die Front zu ziehen. Dazu gehört auch weibliche Präsenz in Form von Falangisten-Frauen, Requeté-Krankenschwestern, die enthusiastisch applaudieren, wenn die die aufständischen Faschisten vorbeimarschieren.

Es handelt sich um einen Film vom Juli 1936, von der Anfangsphase des Spanienkrieges, der im Baskenland bis Juni 1937 und im Staat bis April 1939 dauerte. Ergänzt werden die ersten Aufnahmen durch Sequenzen von Menschen, die bereits die spanisch-französische (baskische) Grenze (Muga) überqueren, um den Kämpfen in Gipuzkoa zu entkommen. In diese baskische Provinz war ein Teil der Putschisten-Truppen unter dem Befehl von General Emilio Mola aus Navarra verlegt worden, während der Rest der faschistischen Truppe in Richtung Madrid unterwegs war.

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(Über einen Klick auf die Bilder Nummer drei bis sieben können die entsprechenden Videos aktiviert werden,
Legenden zu den Filmen sind am Ende unter "Abbildungen" zu finden).

Der Vormarsch der Aufständischen in Gipuzkoa ist in einem weiteren Video vom 31. August zu sehen, sechs Wochen nach dem Militärputsch vom 18. Juli 1936. In dessen erstem Teil protestiert die Regierung in Washington gegen den Angriff eines spanischen Flugzeugs auf einen US-Zerstörer. Der zweite Teil zeigt das Ausmaß der Kämpfe in Gipuzkoa, mit Rauchschwaden, die von Donostia in den Himmel steigen, mit Bildern von Gebäuden, die durch die Bombardierung getroffen wurden, sowie einer Brücke. Im Landesinneren erscheinen republikanische Verteidiger in der Umgebung von Bauernhöfen (Baserris), sie schießen, um den Vormarsch der Aufständischen zu stoppen.

Die nächste Wochenschau, die in Hego Euskal Herria aufgenommen wurde, hat die Kämpfe um die Grenzstadt Irun zum Gegenstand. Darin ist der Vormarsch der Franquisten zu sehen, dem die Regierungstruppen einen letzten Widerstand entgegensetzen. Beide Seiten erscheinen während der Kämpfe auf dem Bildschirm, eingehüllt in dichte Rauchsäulen.

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Gleichzeitig sind Menschen zu sehen, die zu Fuß und auf Fahrrädern fliehen, um sich vor den Schießereien und den faschistischen Truppen in Sicherheit zu bringen. Manche fliehen mit Karren, in denen sie das Notwendigste transportieren. Im folgenden Film ist zu sehen, wie die Rebellen in die Stadt eindringen und ständig den faschistischen Gruß machen. Die Umgebung ist mit Leichen übersät, einige Teile der Stadt liegen infolge der Kämpfe in Trümmern.

Die Auswirkungen des hartnäckigen Widerstands gegen den Vormarsch der Aufständischen sind in der folgenden Sequenz vom 14. September 1936 zu sehen. Sie ist länger als die vorangegangenen Filme und enthält gegen Ende einige besonders aussagekräftige Bilder. Sie zeigen vor allem, wie Kämpfer der ultra-katholischen navarrischen Requetés und Legionäre im Blut-Hospital von Lekaroz im Baztan-Tal behandelt werden. Einige der Verwundeten werden von mehreren Personen ins Innere der Einrichtung getragen. Diejenigen, die bereits behandelt und bandagiert wurden und von den karlistischen “Margaritas“ mit Tabak versorgt werden, posieren mit einem Lächeln auf den Lippen ebenfalls vor der Kamera.

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Nachdem die Putschisten Ende September 1936 die Kontrolle über Gipuzkoa übernommen hatten, zogen sie weiter nach Bizkaia, mit dem Hauptziel Bilbo. Die Groß-Offensive gegen den Eisernen Gürtel (Cinturon de Hierro, ein Verteidigungs-Wall der baskischen Regierung) fand Mitte 1937 statt. Die Videos, die die Angriffe auf die Hauptstadt Bizkaias dokumentieren, zeigen die Folgen der Bombardierungen durch die Luftwaffe der Faschisten, an denen vor allem die von Mussolini aus Italien entsandte Luftwaffe und Hitlers Luftwaffen-Geschwader Legion Condor beteiligt waren.

Eine der Wochenschauen zeigt die Auswirkungen der Bombardierungen im Gebiet des Nervion-Flusses um Bilbao, einige der dortigen Treibstofftanks wurden durch Bomben-Einschläge getroffen, die zu Bränden und dichten schwarzen Rauchsäulen führten. Die US-Kameraleute zeigen, wie die Einwohner von Bilbao die Flammen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen, zum Beispiel, indem sie Erde schaufeln und mit Schläuchen Wasser verspritzen, um das Feuer einzudämmen. Zu sehen ist auch, wie die Bewohner der Stadt versuchen, einige ihrer Habseligkeiten wie Matratzen zu retten.

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Im Landesinneren gingen gleichzeitig die Kämpfe um den Eisernen Gürtel weiter, die Kanonen der Putschisten-Armee schossen massiv auf die Gudaris (baskische Soldaten), die diese Stellungen verteidigten. Gleichzeitig warf die faschistische Luftwaffe von oben Bomben auf die Republikaner. Der immer wahrscheinlicher werdende Einmarsch der Aufständischen in der Stadt war Hintergrund für die Evakuierung von Tausenden von Kindern, die mit verschiedenen Passagier-Schiffen aus Bilbo in Sicherheit gebracht wurden, in Länder wie England, Belgien oder die Sowjetunion. Die Bilder zeigen, wie die Kinder sich unter Tränen und mit Taschentüchern in der Hand von ihren Familien verabschieden.

Nach erneuten intensiven Bombardierungen durch die faschistische Luftwaffe, allen voran die Legion Condor, erfolgte schließlich der Fall von Bilbo, dessen verheerende Auswirkungen auf den Bildern zu sehen sind. Die baskische Regierung veranlasste die Räumung der Stadt und organisierte einen Exodus in Richtung Santander, Hauptstadt Kantabriens, die nächstliegende Großstadt im Norden des Staates, und eine der wenigen, die die Aufständischen noch nicht in ihrer Gewalt hatten.

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(Zum Film geht es mit einem Klick auf das Foto)

Nach Beendigung der letzten Kämpfe rückten Francos Truppen in eine Stadt ein, in der die Auswirkungen der Bombardierungen deutlich zu sehen waren. Die Brücken waren von der abziehenden baskischen Armee gesprengt und unbrauchbar gemacht geworden, die Faschisten mussten auf vertäute Kähne zurückgreifen, um von einem Ufer der Ría (Fluss) zum anderen zu gelangen. Die Sieger zogen durch die Straßen der Bizkaia-Hauptstadt, eingerahmt von Menschen, die ihre Arme zum faschistischen Gruß erhoben und spanische Flaggen trugen, die die Franquisten mitgebracht hatten. Nach der Militärparade der Truppen, einem Panzer und anderen gepanzerten Fahrzeugen schloss die Film-Wochenschau mit Bildern der Verteilung von Lebensmitteln an die Bevölkerung. Der Krieg von 1936 auf baskischem Boden war zu Ende gegangen, doch nun begann die harte Unterdrückung, die fast vierzig Jahre lang andauern sollte.

ANMERKUNGEN:

(1) “Bilbo, Donostia, Iruñea, Lekaroz... los vídeos inéditos de la guerra del 36 en Euskal Herria” (Bilbo, Donostia, Iruñea, Lekaroz ... die unveröffentlichten Videos vom Krieg 1936 im Baskenland), Tageszeitung Gara, 2025-02-06 (LINK)

ABBILDUNGEN:

(1) Krieg 1936 Baskenland (naiz)

(2) Krieg 1936 Baskenland (naiz)

(3) Kriegsbilder Baskenland (naiz): 1936 Aug 03 (07-291-01) (2:04 min) ALL SPAIN TAKES UP ARMS IN CIVIL WAR. Women join men as revolt turns land into battlefield. Americans rescued. SUB 1—U. S. Ambassador Claude G. Bowers, at San Sebastian, declares he will stand by until all Americans are safe. Vivid scenes of refugees at Gibraltar, the French border, and the saving of U. S. tourists by Yankee warships. (LINK)

(4) Kriegsbilder Baskenland (naiz): 1936 Aug 31 (07-299-01) (1:44 min) U.S. WARSHIP BOMBED BY SPANISH PLANE. Washington protests attack on American destroyer. San Sebastian shelled. SUB 1—Rebel warships batter historic city. Dramatic scenes on the Loyalist northern front show Government militia engaging in desperate guerrilla warfare.(LINK)

(5) Kriegsbilder Baskenland (naiz): 1936 Sep 14 (07-303-01) (1:48 min) CITY DESTROYED IN GREATEST BATTLE OF SPAIN'S CIVIL WAR. Metrotone's front line cameramen record in amazing films the last stand of the Government troops in defense of Irun, gateway to San Sebastian; the merciless destruction of the city by insurgent guns and the torches of its Red defenders; the mad flight of the populace and the appalling scenes of desolation as Rebel forces enter the conquered town. A picture that vividly portrays the frightful price of war! (LINK)

(6) Kriegsbilder Baskenland (naiz): 1936 Sep 14 (VM-54918) (14:40 min) SPANISH CIVIL WAR, SPAIN. Patriot troops rush Red post and use trees as screen and use trees as screen Innocent victims surrender and are searched Wife and husband at door or home with white flag troops firing. Garrison of reds sprawled over the courtyard. Ruin and destruction totaling millions at Irun. White forces capture Irun after 47 days Patriot soldier wounded by aeroplane bomb gets first aid Wounded man carried to dug out for protection More casualties arrive at dressing station. Armoured car Red aeroplane bombs orphans milk welfare depot at Burgos Red aeroplane drops heavy bomb in Provincial Hospital Damage to hospital, operating rooms and damaged chapel and wards. Four killed, nine wounded General views of Irun after batter from French side, man running on bridge carrying child. Refugees on bridge. Militians running on railroad bridge Shots of dead people. Rebel troops hang monarchist flag on lamp post. Fires at Fontarabia Match factory burning. Bomb near railway station at Irun. House destroyed. Child killed Red Cross car. Militians defend positions. Refugees leave Spain over bridge. Armoured train Republic Center building destroyed. Plane dropped on old convent. Guns arrive to take positions at front line of Siguenza Entrance of village of trucks transporting battalion Unloading of trucks by militians and setting in position Gunner get ready their guns and shell Guns firing First line enemy bombarded Militians get ready to advance Guns keep on firing thru night Militians approach first lines while night spreads over the country Closeup of map while chief explains operations to officers Review of troops by commander. Smallest militan of Spain Streets of Madrid and passing American Embassy Arrival of station and parade in court Soldiers climbing in train, saluting thru windows Soldiers climbing in front of machine. Cheering good-bye to those who accompanied soldiers Train starts. (LINK)

(7) Kriegsbilder Baskenland (naiz): 1937 May 24 (08-271-06) (0:53 min). BESIEGED BILBAO FIGHTS FLAMES. Bombs spread havoc in Spanish city as gasoline depot is fired and terror spreads in embattled city. (LINK)

(PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2025-02-19)

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