Geschichte

Die Kategorie beinhaltet folgende sieben Bereiche: 1. allgemeine Geschichte Baskenland-Navarra; 2. Krieg, Diktatur, historische Erinnerung; 3. Migration, Diaspora; 4. Politische Normalisierung seit 2011; 5. Persönlichkeiten; 6. Deutsche Spuren im Baskenland; 7. Geschichten aller Art.

navsym1Langsame Säuberung

Die Demokratie lässt sich alle Zeit der Welt zur Aufarbeitung des Faschismus, der offiziell 1975 endete. Das gilt für den spanischen Staat wie auch für die baskische Region Nafarroa. Nach der Verabschiedung des Memoria-Gesetzes wurden in Navarra seit 2015 insgesamt 435 franquistische Symbole entfernt – oder anders gesagt: bis 2015, 40 Jahre nach der Diktatur, war die Region voller faschistischer Symbole, die für Kriegsverbrechen, Morde und Verbrechen gegen die Menschlichkeit standen. Schöne Demokratie!

ges01x01Txillardegis Durchblick

23F: Ein grotesker Putschversuch, eine Fülle von Anekdoten, eine tiefgreifende Analyse von Txillardegi. Der 23. Februar 1981 hatte damals so weitreichende Konsequenzen, dass in Iruñea (Pamplona) Listen erstellt wurden mit potenziellen Erschießungs-Kandidaten. Im Baskenland brachte sich eine Reihe von Personen in panischer Angst in Sicherheit. Doch die tragikomische Natur des Ereignisses wurde bald sichtbar. Nachzulesen auf den Seiten der Tageszeitung EGIN im Februar 1981, einer Fundgrube für Anekdoten.

atoch1ETA oder Islamisten

Das Bomben-Massaker am 11. März 2004 gegen die Vorstadtzüge in Madrid-Atocha hatte verheerende Folgen. Ein politisches Erdbeben löste im direkten Anschluss die PP von Regierungschef Aznar aus, als sie die baskische Organisation ETA für die Serien-Explosionen von zehn Sprengsätzen in vier Zügen verantwortlich machte. Obwohl es Hinweise auf islamistische Attentäter gab, beschuldigte Aznar die Basken. Der die Lüge prallte zurück, ihre Folge war eine soziale Revolte und die Niederlage der PP bei den Wahlen.

relegal1Die Gründung der Gründungs-Partei

Am Morgen des 7. Februar 2011 fand im Euskalduna-Palast in Bilbao eines der spannendsten politischen Ereignisse seit der Illegalisierung der baskischen Linken im Jahr 2002 statt. Die alten Herri-Batasuna-Aktivisten Rufi Etxeberria und Iñigo Iruin stellten die Statuten einer neuen Partei der nationalistischen Linken vor, mit der ein Jahrzehnt der Illegalisierung und Abwesenheit in Institutionen und Parlamenten überwunden werden sollte, allen Widrigkeiten zum Trotz. Das Projekt schlug hohe Wellen.

huegun1Mit Stockholm-Syndrom

Im September 2023 jährte sich zum zwanzigsten Mal die Entführung von sieben Personen im Dschungel des nördlichen Kolumbien. Neben vier Israelis, einer Deutschen und zwei Engländern betroffen war der Baske Asier Huegun aus Donostia, entführt von der ELN-Guerrilla. Die baskische, spanische und internationale Presse widmete der Geschichte damals viel Aufmerksamkeit. Die Gruppe war auf dem Weg zur “Verlorenen Stadt“, einer archäologischen Stätte in der Sierra Nevada de Santa Marta, nahe der Karibik.

luhuso1Antimilitaristen vor Gericht

Am 2. April 2024 werden vor dem Pariser Strafgerichtshof zwei baskische Aktivist*innen angeklagt. Der Grund? Sie hatten im Iparralde-Ort Luhuso an der Entwaffnung der Untergrund-Organisation ETA gearbeitet. Das Gericht wird keine Beweise benötigen, denn die Angeklagten sind “geständig“, sie stehen zu dem, was sie gemacht haben. Und erklären, dass sie es wieder tun würden. Eine andere Sache ist die Urteilsfindung. Denn die Aktion von Luhuso war zwar illegal, aber moralisch gesehen ihrer Zeit voraus.

mall01“Durchaus zerstörerisch”

Im November 1936 war die Legion Condor der Nazis einsatzfähig, um im Spanienkrieg eine entscheidende Rolle zu spielen. 20.000 Nazi-Soldaten war 29 Monate lang an den verschiedensten Ort im Einsatz, in hunderten von tödlichen Bombenflügen. Die berüchtigtste Aktion war die völlige Zerstörung der baskischen Stadt Gernika im April 1937. Weniger bekannt ist der Einsatz der Flugstaffel auf der Balearen-Insel Mallorca, wo sogenannte Seeflieger tätig waren, die auch auf der Halbinsel ihre Bomben abwarfen.

chilli01Verschwiegene Jugendsünden

Am 10. Januar 1924 wurde der bekannte Bildhauer Eduardo Chillida in Donostia (San Sebastian, Gipuzkoa) geboren. Vor wenigen Tagen war somit sein 100ster Geburtstag. Grund genug für die baskisch-spanische Presse, Nachrufe und Loblieder anzustimmen, und sein Leben Revue passieren zu lassen. In der ehrengeschichtlichen Schreiberei und in Zeitungs-Beilagen wird alles Mögliche erwähnt und breitgetreten, nur nicht seine jugendliche Überzeugung als "radikaler Franquist“. Ein Idol schwankt auf dem Sockel.

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