Die Kategorie beinhaltet folgende sieben Bereiche: 1. allgemeine Geschichte Baskenland-Navarra; 2. Krieg, Diktatur, historische Erinnerung; 3. Migration, Diaspora; 4. Politische Normalisierung seit 2011; 5. Persönlichkeiten; 6. Deutsche Spuren im Baskenland; 7. Geschichten aller Art.
Die baskischen Adelskriege
“Wie sich die Basken im Mittelalter umbrachten“ ist der Titel eines Artikels, der zurückblickt auf die Adelskriege des 14. und 15. Jahrhunderts im Baskenland. Es handelt sich auch um einen Blick auf die Waffen jener Zeit, Armbrust und Speer waren die gängigen Waffen in den Kämpfen zwischen den Adels-Familien (linajes, banderizas), bei denen es um Macht, Ansehen und um wirtschaftlichen Einfluss ging. Erst die Katholischen Könige Ende des 15. Jhs. beendeten dieses vom spanischen Adel provozierte Chaos.
Von Republikanern zu Demokraten
In den Nord-West-Staaten der USA gibt es große Gemeinschaften von baskischen Migranten, die im 19. Und 20. Jahrhundert in den weit entfernten Westen ausgewandert sind. Weil Bask*innen die Gewohnheit haben, ihre Sprache und Traditionen zu bewahren, gibt es dort eine Reihe von Kulturzentren, Euskal Etxeak, zu denen die baskische Regierung wiederum enge Beziehungen pflegt. Auch in die Politik haben sich Basken eingemischt, bei Republikanern und Demokraten. Für die rechte PNV keine einfachen Kontakte.
Todesschwadronen 1977
Am 5. Oktober 1977 zerstörte am frühen Nachmittag eine Explosion das Redaktionsbüro der linken Zeitschrift "Punto y Hora de Euskal Herria" (Punkt und Stunde) in Iruñea (Pamplona). Wenige Minuten zuvor hatten zwei Journalisten und der Geschäftsführer dieses zur Unabhängigkeits-Bewegung gehörenden baskischen Magazins das Gebäude verlassen. Zu dem Anschlag bekannten sich die rechtsextremen Gruppen “Triple A“ und die “Jugendbrigaden von Navarra“. Solche Gruppen verübten im Baskenland über 70 Attentate.
Der erste baskische Staat
Die Vaskonen waren ein vor-römisches Volk (oder ein Stamm), das in den heutigen Gebieten von Nafarroa, Gipuzkoa, Rioja und Aragon lebte. Vor genau 1.200 Jahren begannen diese Baskonen in Nafarroa eine unabhängige Staatstätigkeit, die acht Jahrhunderte währen sollte – der erste und bisher einzige baskische Staat: das Königreich Iruñea (Pamplona), später Königreich Navarra genannt. Die Unabhängigkeits-Bewegung des 21. Jahrhunderts hat diese Geschichte nicht vergessen. Nafarroa, die baskische Wiege.
Asturien und Baskenland
Der Mazucu-Berg liegt 168 Kilometer von der baskischen Westgrenze entfernt in der Region Asturien. Jedes Jahr im September machen sich antifaschistische Unentwegte aus Bilbao auf, um am Mazucu an einer Gedenk-Veranstaltung teilzunehmen. Denn vor fast 90 Jahren fanden während des Spanienkriegs am Mazucu-Berg entscheidende Schlachten statt, die durch die militärische Überlegenheit der nazi-deutschen Flugstaffel Legion Condor entschieden wurden. Baskische und asturische Soldaten verloren dort ihr Leben.
Basken gegen Karl den Großen
Im 8. Jahrhundert war das Gebiet zwischen den Pyrenäen und dem Ebro mehr oder weniger unter der Kontrolle fränkischer Könige, es wurde "die Mark von Hispania" genannt. Dennoch blieben Saragossa und Tutera (Tudela, heute Süd-Nafarroa) in den Händen der Muslime, die seit 700 fast die gesamte iberische Halbinsel beherrschten. In Pamplona wechselten sich Franken und Muslime mit der Kontrolle ab. 778 stellt einen Hit in der baskischen Geschichte dar: Karl der Große wird bei der Rückkehr vom Feldzug geschlagen.
Saturraran 1940
“Ich wurde im Frauen-Gefängnis von Franco in Saturraran geboren“ – Merche Gallardo Carrillo erzählt zum ersten Mal von ihrem langen Kampf um im Leben vorwärts zu kommen. Nach der franquistischen Besetzung des Baskenlandes im Juni 1937 wurden Dutzende von Gefängnissen eingerichtet, um die Unterstützerinnen der Republik einzusperren. Einige Gefängnisse waren für Frauen, darunter jene Anstalt mit Namen Saturraran an der Küste zwischen Ondarrua und Mutriku. Viele dort geborene Kinder wurden entführt.
Sortu kann durchstarten
Baskenland 2012: Die baskische Linke ist seit zehn Jahren illegalisiert. ETA hat nach der internationalen Aiete-Konferenz zur Konfliktbeilegung vor einem Jahr ihren definitiven Gewaltverzicht erklärt. Während noch 700 politische Gefangene in spanischen Gefängnissen einsitzen, wird die Folterpraxis bei Verhaftungen weitergeführt. Die Linke präsentiert mit Sortu eine neue Partei, deren Statuten auf dem repressiven (illegalisierenden) Parteien-Gesetz basieren und die auf institutionelle Arbeit setzt.