Geschichte

Die Kategorie GESCHICHTE beinhaltet folgende sechs Themenbereiche: 1. allgemeine Geschichte des Baskenlands, Königreich Navarra; 2. Krieg, Gernika, Diktatur, historische Erinnerung; 3. Migration, Diaspora; 4. Aktueller Friedens-Prozess; 5. Historische Persönlichkeiten; 6. Deutsche Spuren im Baskenland.

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Todesschwadrone in Iparralde aktiv

Am 25. September 2019 waren es genau 34 Jahre seit dem Anschlag auf die Hotelbar Monbar in Baiona (frz: Bayonne). Hinter dem Attentat, das vier baskische Flüchtlinge das Leben kostete, steckte eine Todesschwadron, die unter dem Kürzel G.A.L. agierte und innerhalb von vier Jahren mehr als 20 ins französische Baskenland Geflüchtete ermordete. Hinter dieser Gruppe von Polizisten und Rechtsradikalen, so sollte sich Jahre später herausstellen, standen wichtige Köpfe der sozialdemokratischen PSOE-Regierung.

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Die Basken vom anderen Ende der Welt

Eine große Anzahl von Baskinnen und Basken war es nicht, die das ferne Australien als Emigrationsziel wählten. Konkret zwischen den 1920ern und Mitte der 1960er Jahre. Danach ersetzten Maschinen die handwerkliche Ernte des Zuckerrohrs, Arbeiter wurden nicht mehr gebraucht und der migratorische Zulauf stoppte. Eine neue Vereinigung hat sich nun das Ziel gesetzt, die Erinnerung an jene jungen Bask*innen aufzufrischen, die vom Baskenland nach Australien auswanderten, um in der Zuckerrohrernte zu arbeiten.

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José Moreno mit 100 Jahren gestorben

83 Jahre nach dem faschistisch-franquistischen Militärputsch vom 18. Juli 1936 sterben die letzten Kämpfer, die sich damals auf Seiten des Baskenlandes und der spanischen Republik den aufständischen Faschisten entgegenstellten. Es verstummen die Stimmen, die aus eigener Erfahrung erzählen können. Verstummt ist nunmehr auch die Stimme von José Moreno Torres aus Bilbao, der vor 100 Jahren geboren wurde und vor 83 Jahren in den Krieg gezogen war, gegen Faschisten aus Spanien, Italien und Deutschland.

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82 Jahre später keine Rückgabe in Sicht

Carmen García wurde von einem Gericht in Navarra vorgeladen, an einem Schlichtungsverfahren teilzunehmen. Verklagt hatte sie der Bürgermeister von Yesa, Roberto Martínez. “Sie haben meinen Vater erschossen, haben uns Land weggenommen und jetzt wollen sie, dass ich den Mund halte”. Diese Aussage sollte sie nach dem Willen von Martinez zurücknehmen. Denn als Mittäter war der Name von Martinez‘ Großvater gefallen, unter Franco ebenfalls Bürgermeister und an der illegalen Enteignung von Gütern beteiligt.

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Zwischen Franquismus und gescheiterter Demokratie

Mit seiner journalistischen Arbeit in Radios und Zeitungen wurde Mariano Ferrer aus Donostia im Baskenland bekannt, bereits in Zeiten von Franquismus und Zensur. Tausende Baskinnen erinnern sich an sein Radio-Programm “Rosi´s Kiosk“, mit dem er das Regime austrickste. Wie viele im Franquismus machte Mariano Ferrer den Schritt ins Priesterseminar, bevor er sich dem Journalismus widmete. Mariano Ferrer ging brenzligen Fragen nicht aus dem Weg, auch nicht, wenn es um politische Positionierung ging.

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Richthofen: "Ein voller Erfolg!"

Die Bombardierung von Gernika am 26. April 1937 ging als Fanal der Grausamkeit gegen Zivilbevölkerung in die Kriegsgeschichte ein. Weitgehend unbekannt ist, dass die baskische Kleinstadt in der Provinz Bizkaia nach diesem ersten verheerenden Angriff deutscher und italienischer Flieger eine ganze Woche lang weiter mit Bomben und Granaten überzogen wurde. Sogar nach der Besetzung durch die Franquisten wurden in der Umgebung der Stadt von der Legion Condor und der Aviazione aus der Luft Menschen gejagt.

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Entscheidende Schlachten am Lemoatx-Berg

Auch 80 Jahre nach Ende des Spanienkriegs gibt es noch viele dunkle Stellen in der Geschichte, die einer Aufklärung bedürfen. Das beginnt bei der Aushebung von bislang unberührten Massengräbern, in denen von den Faschisten erschossene republikanische Soldaten oder Zivilisten liegen, es geht über die Rekonstruktion der Verteidigung im Baskenland und der stattgefundenen Gefechte und endet bei der Rettung der Bunkeranlagen und Schützengräben, die nach und nach von der Natur überwachsen werden.

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Franquistischer Durchbruch am “Eisernen Ring“

Nach dem Militärputsch der faschistischen spanischen Generäle musste die baskische Regierung aus dem Nichts eine eigene Armee aufstellen und die Verteidigung ihrer verbleibenden Territorien organisieren. Navarra, Araba und Gipuzkoa fielen schnell in die Hände der Aufständischen, wichtig war deshalb vor allem die Verteidigung von Bilbao. Dazu wurde ein 80 Kilometer langer “Eiserner Ring“ aus Mauern, Bunkern und Schieß-Stellungen gebaut, der verhindern sollte, dass die Putschisten die Stadt erobern.

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