Kultur-Hauptstadt Durango
Die Buch- und Musik-Messe in Durango ist ein Hit im baskischen Kulturleben. Sie gilt als Gratmesser für das Wohlergehen der baskischen Sprache und Kultur und erlebt jeden Dezember einen Zulauf von hunderttausend Besucher*innen. Im Zentrum steht der direkte Kauf-Kontakt mit den Kulturschaffenden: Schriftsteller*innen, Fernsehstars oder Musiker*innen, die sonst nur aus den Medien bekannt sind. Doch leidet die Azoka unter einem Konzentrations-Prozess: die Kleinen bleiben weg, die Großen breiten sich aus.
Über den Charakter, den Reiz, den Ablauf und die Veränderungen bei der größten baskischen Buch- und Musik-Messe, der Durangoko Azoka – ein Baskultur-Interview mit dem Bücher- und Musikfreund Klaus Armbruster, der sich die Messe mit Ausnahme der Pandemie seit 23 Jahren zu Gemüte führt.
Baskultur.info: Durangoko Azoka ist der offizielle Name der Messe. Das ist Baskisch … was steckt dahinter?
Klaus Armbruster: Durango ist der Name der Stadt, “azoka“ bedeutet Messe und die Endung “-ko“ ist eine grammatische Formel des Euskara, die “von“ bedeutet. Also: die “Messe von Durango“.
Baskultur.info: Was charakterisiert die Durangoko Azoka, die Literatur- und Musik-Messe in Durango?
KA: Um es einmal etwas flapsig zu sagen: die Azoka ist eines der vielen Großevents, die die baskische Kultur ausmachen. Generell geht es um Musik und Literatur, es geht um Sehen und Gesehenwerden. Alle Verlage bringen rein zufällig im November ihre Neuigkeiten heraus, um sie Anfang Dezember bei der Azoka feilbieten zu können. Zwar findet die Messe in einer großen Halle unter einem Dach statt, aber letztendlich gibt die ganze Stadt den Rahmen für die Azoka ab. Denn Trinkengehen, Mittagessen, Bekannte treffen … all das gehört genauso zur Azoka wie die Einkäufe, die ja im Übrigen mit weniger Massenstress auch in der Buchhandlung des Heimatortes gemacht werden könnten. Aber nein! Durango ist angesagt, mehr denn je!
Das Konzept der Azoka ist: es darf alles verkauft werden, was entweder Baskisch ist oder ein baskisches Thema berührt. Insofern sind viele Euskaldune unterwegs, das sind die Baskisch-Sprecher*innen. Ich würde sagen, das Bildungs-Bürgertum ist in der Mehrheit, denn viele arme Leute können erstens kein Baskisch und zweitens haben sie kein Geld zum Einkaufen. Auch Migrant*innen sind leider sehr wenig vertreten, das ist ein bitterer Minuspunkt in der Bewertung.
Baskultur.info: Viele Kreative stellen ihre Produkte bei der Azoka also selbst vor.
KA: Richtig. Das ist über die Jahre zum ganz besonderen Markenzeichen geworden. VIP trifft Basis – so könnten wir das nennen. Die baskischen Kreativen waren ohnehin nie für besondere Eitelkeit bekannt oder gar verrufen. Im Gegenteil. Wie bei den Tagesnachrichten im Fernsehen gibt es eine enorme Nähe zur Basis. Du hast bei der Azoka die Macher*innen der Musik oder Literatur direkt vor dir. Das heißt, du kaufst nicht nur ein Buch, sondern lässt es dir unterschreiben mit persönlicher Widmung. In Zeiten von Mobiltelefonen mit Kamerafunktion gehört das Tête-a-Tête-Foto mit Körperkontakt ebenfalls dazu. Diese Nähe mit den VIPs hat natürlich ihren Reiz. Vor allem bei Kids, die ihre Fernsehstars mal so richtig anfassen dürfen.
Baskultur.info: Die Azoka begann bereits im Franquismus, ihre Geschichte im Schnelldurchlauf?
KA: Die erste Azoka wurde im Jahr 1965 unter dem Vordach jener Kirche organisiert, die italienische Faschisten im Spanienkrieg 28 Jahre zuvor in Schutt und Asche gelegt hatten, mit Hunderten von zivilen Toten. Ausgangspunkt der Azoka-Initiative war der Kulturverein Gerediaga. Die erste Messe bestand aus zwölf Bücher- und zwei Schallplatten-Ständen. Alles unter scharfer Kontrolle der Franquisten. Weil die Kirche 1967 reformiert wurde, musste die dritte Azoka bis 1968 warten. Sie hatte bereits 28 Stände und mehr Besucher*innen. Die Messe bedeutete Erfahrungsaustausch, die baskische Gesellschaft war an der Basis bereits mit einem ideologischen Aufbruch beschäftigt. Anfangs fand die Messe um den 1. November-Feiertag statt, erst im Jahr 1980 wurde sie auf Anfang Dezember verlegt.
Ab 1974 wurde die Messe auf Befehl des franquistischen Militär-Gouverneurs in der Markthalle abgehalten, wo man sich den Raum mit den Fisch-, Fleisch- und Gemüse-Ständen teilen musste. 1975 endete der Franquismus, zumindest auf dem Papier. 1985 wurde die Azoka aus Platzgründen dividiert, die Bücher blieben im Markt, die Musik zog wieder unter das Kirchenvordach. Ein Jahr später eine Ausweitung auf Plätze in Marktnähe. Nach dem Tod des Diktators begann für die Azoka eine neue Ära. Neue Verlage traten auf den Plan, bisher verbotene Themen wurden behandelt. Die Reste des Regimes versuchten zu bremsen, doch war der Zug nicht aufzuhalten. Wahlen, neue Parteien, die erste baskische Regierung, ein Autonomie-Statut für das Baskenland. Die Organisation wechselte aus der Hand von Freiwilligen zu bezahlten Kräften.
Der 1. November wurde als Feiertag abgeschafft, dafür wurde der 6. Dezember zum Feiertag erklärt, als Datum der Verabschiedung der neuen Verfassung. Ab sofort war die Förderung der baskischen Sprache das transversale Thema. 1986 bis 1988 führte Gerediaga eine zweite Messe im Frühjahr durch, ähnliches Konzept, aber ausschließlich baskisch-sprachigen Publikationen gewidmet. Doch das Publikum zog nicht mit, das Projekt wurde wieder abgeblasen.
Nächster Wendepunkt 1997: Umzug in ein Großzelt – ich erinnere mich noch gut, es hatte einen knirschenden Holzboden und wurde mit Gas geheizt, oder besser gesagt: überheizt. 206 Stände fanden bei jener 31. Azoka Platz, dazu Multimedia und neue Technologien. 1999 hielt der virtuelle Markt Einzug, neue Technologien, eine Internet-Domain. Firmen wurden erst zugelassen, dann wegen Kritik wieder ausgeladen. 2003 dann der große Sprung in den neuen Messe-Pavillon Landaka: endlich eine feste Bleibe. Doch auch sie wurde zu klein, deshalb wurden neben der Azoka Zelte für Kultur-Programm installiert. 2004 wurde auf demselben Grundstück mit Plateruena ein Konzertsaal mit Kneipe eingeweiht. Bekanntlich sind Kultur und Gastronomie in Euskal Herria nicht voneinander zu trennen.
Baskultur.info: Zurück zu den Ursprüngen. Du sagtest, Euskara war verboten. Aber was wurde da verkauft, wenn Euskara auf der Straße doch illegal war?
KA: Als Umgangssprache war Euskara verboten. Aber als Wissenschaft hatte sie gewisse Rechte und Räume. Ein Teil der Kirchenhierarchie unterstützte das Messe-Projekt, die baskische Kirche war etwas progressiver als die spanische, sie widersetzte sich den franquistischen Verboten teilweise und bot Schutzräume. Auf den Verkaufstischen lagen vorwiegend spanische Publikationen zu baskischen Themen, aber auch baskische Veröffentlichungen waren vertreten, wenn auch in geringer Zahl. Daneben gab es für Eingeweihte noch Material, das unter dem Verkaufstisch lag, weil es der franquistischen Zensur nicht standgehalten hätte. Du musst dir vorstellen, nur ein paar Kilometer weiter, im französischen Staat, gab es keine Zensur. Da wurde alles Mögliche gedruckt. Die Frage war nur, wie es über die Grenze kommt und dass niemand erwischt wird.
Die ersten Organisatoren waren ein paar Unentwegte, die den einzigen Freiraum nutzten, den die Diktatur ihnen ließ. In den 1950er und 1960er Jahren wurden Wander- und Kulturvereine gegründet, die bei mit ihren Aktivitäten Freiräume hatten, in denen auch für die baskische Sprache Platz war. Das war immer eine Gratwanderung zwischen Kultur, Sprache und franquistischer Zensur. Kulturvereine waren damals die einzige legale Form der Pflege der baskischen Kultur, die die franquistischen Herrscher zuließen. Es entstand eine Mischung aus Kultur und Subkultur. Zum ersten Azoka-Programm gehörte Tanz, Akkordeon, Txistularis, Albokaris, Bertsolaris und kleine Chöre. Auch Filme zu baskischen Themen. Bei der zweiten Ausgabe 1966 wurden an 17 Ständen 396 Bücher in spanischer und 284 in baskischer Sprache angeboten. Doch war das faschistische Regime wachsam, was zu weit ging, wurde zensiert. Bestimmte Personen durften nicht an der Messe teilnehmen.
Baskultur.info: Wie müssen wir uns einen typischen Tagesablauf bei der Azoka vorstellen?
KA: Eine normaler Azoka-Tag? Du setzt dich früh morgens in den Bus oder Zug nach Durango, Auto ist nicht empfehlenswert, weil es keine Parkplätze gibt. Um 10 Uhr öffnen die Türen, ein guter Moment, um sich die Stände anzusehen, denn um 11 Uhr ist die Halle bereits so voll, dass du dich gar nicht mehr selbst bewegst, sondern in der Masse nur noch durch die Gänge geschoben wirst. Hoffentlich hast du schon eine Orientierungs-Karte in der Tasche, um dich zwischen Goienkale, Artekale und Barrenkale zurechtzufinden und deine gewünschten Stände zu finden. Du machst ganz gezielt deine Einkäufe, die du dir vorgenommen hast, in Ruhe rumzubummeln ist eine Illusion.
So gegen ein Uhr mittags wird es dann plötzlich leerer, weil viele auf den Vorplatz oder in die Plateruena-Kneipe umsiedeln, um was zu trinken, einen Joint zu rauchen oder für einen Imbiss. Viele andere gehen in die Altstadt, zum Mittagessen, Wartezeit gehört dazu, aber egal, immer triffst du alte Bekannte, die du lange nicht gesehen hast oder die du vielleicht gar nicht sehen wolltest. Die ganz Schlauen machen es umgekehrt, sie gehen erst in die Altstadt, wenn sie noch leer ist, und mittags dann in die Azoka, wenn dort der Rummel nachlässt. Aber Schlaue gibt es wenige, denn in Euskal Herria machen alle alles immer zur gleichen Zeit, das ist so eine Art von baskischem Naturgesetz. Ein Kollateralschaden ist übrigens, dass viele aus diesem Grund noch nicht mitgekriegt haben, dass es in den Großstädten einen schädlichen Massentourismus gibt. Das nur am Rande. Wenn du selbst einen Stand zu betreuen hast, sieht der Azoka-Alltag etwas anders aus, Vorbereitung inbegriffen.
Baskultur.info: Du hast somit auch Erfahrung als Verkäufer?
KA: Klar, mehr als 20 Mal habe ich mich in die 50 Zentimeter Raum hinter dem Verkaufstisch gezwängt, links ein Stand, rechts noch einer, der nächste Ausgang 10 Meter weiter, nichts für Klaustrophobe. Für drei kleine Organisationen, die mittlerweile keinen Stand mehr haben. Ein einziges Mal haben wir auch Veranstaltungen organisiert.
Baskultur.info: Als organischer Teil der Azoka?
KA: Wenn du es so nennen willst. Es war das Jahr, in dem der afro-amerikanische Journalist und politische Gefangene Mumia Abu-Jamal einen neuen Prozess hatte. Ein paar Jahre zuvor war ein Film über seinen Fall gedreht worden, der in baskischer, spanischer und deutscher Sprache publiziert werden sollte, also haben wir uns an die Übersetzung gemacht. In jener Zeit haben wir in Bilbo ein Mumia-Plenum gegründet und für die Azoka eine Lesung seiner Texte organisiert. Dabei hat uns der baskische PEN-Club unterstützt, verschiedene Schreiber*innen wie Edorta Jimenez, Urtzi Urrutikoetexea, die spätere Politikerin Laura Mintegi oder das Folteropfer Mikel Soto haben sich beteiligt. Im Kino haben wir den Film “In prison my whole life“ in baskischer Version gezeigt. Verkauft hat den Film ein Kleinverlag aus Iruñea, spanisch Pamplona, wir haben das Beiprogramm organisiert.
Baskultur.info: Wen oder was gibt es bei der Azoka zu sehen und zu erleben?
KA: Buchhändler*innen, Musik-Produzent*innen, Clowns, Schauspieler*innen, Fernseh- und Theaterstars, freiwillige Helfer*innen und Künstler*innen lang und schlapp. Zum Beispiel der Anarchist Lucio Urtubia, als er noch lebte, Fermin Muguruza, Ruper Ordorika, die Stars der Rockbands Gatibu, Zea Mays, Berri Txarrak, Esne Beltza oder Su Ta Gar, Schreiberinnen wie Bernardo Atxaga, Toti Martinez, Kirmen Uribe. Die linke und linksliberale baskische Prominenz. Deutsche wie Raul Zelik habe ich auch schon gesehen, manchmal auch Politiker*innen mit Familie in ihrer Freizeit. Fernando Aramburu übrigens nicht, der bräuchte wahrscheinlich Bodyguards – aber solche anti-baskischen Gestalten haben ohnehin kein Publikum bei der Azoka und kommen gar nicht erst.
Baskultur.info: Warst du dieses Jahr in Durango?
KA: Nein, dieses Jahr nicht. Du willst sicher wissen, warum … dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens: ich habe dieses Jahr keine Verkaufsschicht übernommen, weil die kleinen Organisationen, für die ich das schon gemacht habe, nicht oder nicht mehr dabei sind. Zweitens sind mir die Massen zu viel. Auch wenn ich zugebe, dass mir das Ambiente in der Stadt immer gut gefallen hat. Und drittens: die Azoka hat sich zum Negativen verändert, sie hat schon eine Weile ihre Unschuld verloren, da überlege ich es mit zwei Mal, ob ich nach Durango fahre oder nicht.
Baskultur.info: Was sind das für Veränderungen?
KA: Der Kapitalismus dringt auch in die kleinsten Ritzen der Kultur. Vor Jahrzehnten war die Azoka noch eine Mischung zwischen Kommerz und Alternative. Doch die Tendenz geht eindeutig zum Kommerz. Der Musikbereich ist davon weniger betroffen wie die Literatur. Was früher die Alternativen repräsentiert haben, ist heute weitgehend verschwunden. Denn alle zahlen dasselbe Standgeld. Und das steigt jedes Jahr. Die Kleinen und Alternativen haben sich die Stände erst zu zweit geteilt, dann zu dritt – ein Meter dreißig Standlänge zu dritt! Aber 800 Euro Gebühr müssen über den Verkauf erst mal hereingespielt werden. Die großen Verlage oder Labels mieten immer mehr Stände, die kleinen Gruppen verschwinden, einen Soli-Preis für nicht-kommerzielle Gruppen gibt es nicht.
Ein Konzentrations-Prozess. Weniger Anbieter verkaufen mehr, zu Lasten der Vielfalt. Für die Kleinen heißt das, du verkaufst von deiner ohnehin niedrigen Auflage erst einmal ein Viertel, um die Unkosten zu decken. Nur wenn dein Produkt attraktiv ist, kannst du danach ein wenig Geld verdienen. Manche kommen am Ende mit Null heraus und sind nicht einmal unglücklich. Weil sie zumindest dabei waren und keine Minus machten. Aber diese Existenz am Abgrund ist mühsam. Boltxe, Askapena, Ahaztuak, Ipes, DDT, Ekintza Zuzena, Euskalema und andere sind deshalb nicht mehr dabei.
Baskultur.info: Du hast von Alternativen gesprochen …
KA: Immer mehr Gruppen versuchten, auf dem Vorplatz nicht genehmigte Tische aufzubauen, um ihr weniges Info-Material unter die Leute zu kriegen, AHT, Sare Antifaxista … aber das wurde vom Ordnungsamt unterbunden, sprich verboten. Dazu kam der Skandal um den Hiru-Verlag von Eva Forest und Alfonso Sastre, zwei Ikonen des anti-franquistischen Widerstands. Die aber leider “nur“ auf Spanisch schrieben und deshalb ausgeladen wurden. Das gab böses Blut. Ein Boykott folgte. Die Veranstalter von Gerediaga merkten, dass sie sich völlig vergriffen hatten und versuchten zurückzurudern. Im folgenden Jahr wurde Hiru wieder eingeladen. Sie wollten aber nicht mehr, bis heute nicht. So was sitzt tief.
Baskultur.info: Sind die Alternativen also verschwunden?
KA: Es ist wie im wirklichen Leben: Die Armen sind obdachlos und müssen sich nach illegalen oder halblegalen Alternativen umsehen. Zum einen die illegalen Tische auf dem Platz, daneben gab es in der Stadt neben dem Markt ein offenes Zelt, in dem anarchistische Gruppen ihre Flugschriften verteilten. Das war Subkultur total. Stell dir vor: Dezember, Regen, Minusgrade im offenen Zelt, das war unterirdisch und hatte keine Zukunft. Diese Angebote sind praktisch verschwunden. Ein paar andere haben sich nun zusammengetan und in der Altstadt für fünf Tage einen leer stehenden Laden gemietet. Die haben wenigstens Dach und Heizung, das funktioniert, solange es leere Läden gibt. Eine Alternativ-Azoka.
Baskultur.info: Wie viele Tete-a-Tete-Fotos und Autogramme hast du in deinen 23 Jahren Azoka schon gesammelt?
KA: Keines. Weder noch. Ich sammle Eindrücke und Erinnerungen. Es gefällt mir, mit unbekannten Personen ins Gespräch zu kommen. Und ich habe eine ganze Reihe Fotoreportagen gemacht, jedes Jahr. Wer einen Presseausweis hat, darf im Übrigen auch in die Presseräume, mit einer Galerie, die hoch über dem Verkaufsgeschehen thront, ein Elfenbeinturm. Die allerwenigsten wissen, dass da keine Ausweise kontrolliert werden, Kaffee gibts es gratis, weiche Sofas und einen Ruheraum, keine zehn Meter vom schlimmsten Trubel entfernt. Wie eine Insel im Meer. Aber immer noch kein Grund, auch 2023 dabei zu sein.
Baskultur.info: Auch wenn du selbst nicht dabei warst, sicher hast du mitbekommen, was bei der diesjährigen Azoka die Hits waren?
KA: Hits sind immer relativ. Kultur ist Geschmackssache. Die Aussteller sind sich einig, dass 2023 ein Rekordjahr war: Verkäufe und Besuche, mehrmals musste wegen Überfüllung der Zutritt gesperrt werden. 950 neue Produkte wurden vorgestellt, 689 Bücher, 179 Musikträger, 44 Zeitschriften. Der Zuwachs in der Musik ist beträchtlich, 38 mehr als im Vorjahr. Für die Kids war sicher wieder die TV-Serie Goazen (Lasst uns losgehen) mit ihrem Merchandising der Hit. Bei den Büchern waren es Klassiker wie Jon Arretxe, Bernardo Atxaga, Karmele Jaio und Toti Martinez de Lezea – nur Joseba Sarrionandia hat die Gelegenheit ausgelassen, nachdem er endlich zurückkehren durfte aus seinem Exil. In der Musik: die Mix-Gruppe Esne Beltza hat nach 17 Jahren ihren Abschied angekündigt, mit Scheibe und Abschiedstour, sicher ein Verkaufshit mit Küsschen und Autogrammen.
Baskultur.info: Wir danken für die Auskünfte – bis zur Azoka 2024!
KA: Na ja, mal sehen … ikusiko dugu!
Bereits bei zwei Gelegenheiten hat Baskultur.info in der Vergangenheit Beiträge publiziert zur Geschichte der baskischen Buch- und Musikmesse – Durangoko Azoka:
“Musikalische Neuerscheinungen – Buch- und Musik-Messe in Durango“ (2016-11-09). “Baskische Buch + Musikmesse – Das A bis Z der Azoka Durango“ (2019-12-14).
ABBILDUNGEN:
(1) Durango Azoka (cad.ser)
(2) Durango Azoka (diariovasco)
(3) Durango Azoka (disfrutabizkaia)
(4) Durango Azoka (europapress)
(5) Durango Azoka (eldiario)
(PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2023-12-12)
