mcc25aDie erfolgreiche Riesen-Kooperative

Die in Mondragon Corporación Cooperativa MCC integrierten Genossenschaften haben das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von 11,322 Milliarden abgeschlossen und in dieser Zeit 1.346 neue Arbeitsplätze geschaffen – die Belegschaft umfasst nun 71.415 Mitarbeiter. Gleichzeitig wurden 406 Millionen in neue Projekte investiert und weitere 49 Millionen für soziale Projekte bereitgestellt. Den größten Teil des Umsatzes im Bereich Vertrieb erwirtschaftet die Konsum-Genossenschaft Eroski.

Die Mondragon-Gruppe MCC ist ein Unternehmens-Verbund aus rund 100 Genossenschaften mit Ursprung in Arrasate-Mondragón (Gipuzkoa, Region Baskenland). Medienberichten zufolge handelt es sich um die größte Industrie-Genossenschaft der Welt.

Gegründet wurde die Kooperative Mondragón 1958 vom Priester José María Arizmendiarrieta, der von den Idealen der Sozialwirtschaft und der Soziallehre der Kirche beeinflusst war. Ihre Haupttätigkeits-Bereiche sind Industrie, Finanzen und Vertrieb. Im Jahr 2022 erzielte MCC einen Umsatz von 10,607 Milliarden Euro und beschäftigte insgesamt 70.000 Mitarbeiter. Zu den mit Mondragón verbundenen Einrichtungen zählen die Konsum-Genossenschaft Eroski, die Bank Laboral Kutxa, die Küchengerätefabrik Fagor Industrial sowie die Universität von Mondragón.

MCC ist der umsatzstärkste Unternehmensverbund im Baskenland, sowie der zehntgrößte im spanischen Staat die zweitgrößte Gruppe der Sozialwirtschaft in Spanien. Ende 2022 umfasste der Konzern 81 Genossenschaften, 8 Stiftungen, einen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, 12 Forschungs- und Entwicklungs-Zentren, 4 Bildungs-Einrichtungen und 104 Standorte weltweit, verteilt auf vier Bereiche: Finanzen, Industrie, Vertrieb und Wissen.

Bilanz 2025

mcc25bDie Gesamtheit der in Mondragon integrierten Genossenschaften erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von 11,3 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 1% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zudem wurden 1.346 neue Arbeitsplätze geschaffen, “eine der wichtigsten Kennzahlen des Geschäftsjahres und eines unserer vorrangigen Ziele“, betonte der Vorsitzende Pello Rodríguez. Damit festigt die Gruppe ihre Position als größter privater Arbeitgeber im Baskenland, als zweitgrößter in Navarra und als fünftgrößter in Spanien. (*)

Nach Geschäftsbereichen betrachtet macht der Bereich Vertrieb erneut mehr als die Hälfte des Umsatzes aus – 6,403 Milliarden, wobei der größte Teil dieses Volumens nach ihrer Umstrukturierung auf die Konsum-Genossenschaft Eroski entfällt, die erstmals die 6-Milliarden-Marke beim Umsatz überschritten hat – 6,081 Milliarden. Aus dem Hause Mondragon heißt es, dass das Unternehmen “die Bedingungen einer umfassenden Refinanzierungs-Maßnahme erfolgreich abgeschlossen hat, die seine Schuldenstruktur neu definiert und ein effizienteres und nachhaltigeres Finanzmodell für die Zukunft festigt“.

In diesem Zusammenhang ist auch die “hervorragende“ Entwicklung des Agrar- und Lebensmittel-Konzerns Erkop (bestehend aus Ausolan, Miba, Barrenetxe und Behi Alde) zu erwähnen, der insgesamt einen Umsatz von 322 Millionen Euro erzielte, 4,5% mehr als im Vorjahr.

Im Finanzbereich sind die von der Bank Laboral Kutxa verwalteten Mittel um 7,8% auf 33,913 Milliarden gestiegen und haben ein “Rekordergebnis“ von 305 Millionen erzielt. Die Versicherung Lagun Aro erzielte ihrerseits eine Rendite von +6,78% auf ihr Anlageportfolio, und ihr Vermögensfonds beläuft sich nun auf 7,817 Milliarden.

Im Bereich Industrie sank der Umsatz um 1,9% auf 4,919 Milliarden, und das Nettoergebnis ging um 13% auf 251,5 Millionen zurück. Dennoch wurden 277 Arbeitsplätze geschaffen, sodass die Gesamtzahl der Beschäftigten nun bei 26.975 liegt. Die Daten bestätigen die internationale Ausrichtung der Industriebetriebe der Gruppe, da der Umsatz in Auslandsmärkten 73% ausmacht und die Produktionsstandorte im Ausland bereits 104 umfassen, an denen 9.708 Personen beschäftigt sind. Schließlich hat Mondragón im Bereich Wissen im Jahr 2025 insgesamt 218 Millionen in Forschung und Entwicklung investiert, was 4,4% des Gesamtumsatzes der Industrie entspricht, und beschäftigt 2.100 Vollzeitforscher.

Für Rodríguez bedeuten diese Zahlen, dass “die Anpassungsfähigkeit und die Stärke des Genossenschafts-Modells es der Riesen-Kooperative Mondragón ermöglicht haben, im Jahr 2025 trotz eines komplexen und unsicheren internationalen Umfelds eine positive Entwicklung aufrechtzuerhalten“, als Folge des “Engpasses“, der durch die anhaltenden kriegerischen Konflikte auf globaler Ebene verursacht wird und sich auf die Lieferketten sowie die Öl- und Energie-Preise auswirkt.

Investitionen und soziales Engagement

mcc25cIn seiner Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres hebt Mondragón den Bereich der getätigten Investitionen hervor, der sich auf 406 Millionen beläuft – davon 219 Millionen im Industriebereich. Das entspricht einem Anstieg von 7,8% und hat in den letzten fünf Jahren insgesamt 1,8 Milliarden erreicht, wobei der Schwerpunkt auf “der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und der technologischen Anpassung ihrer Aktivitäten“ liegt.

In diesem Zusammenhang hat Mondragon im Jahr 2025 drei neue Unternehmen gegründet: Orbik Cibersecurity (industrielle Cybersicherheit), Amets Power Electronics (Leistungselektronik für Energie und Industrie) und Innkia (Lösungen im Bereich künstliche Intelligenz für Unternehmen). Ziel ist es, die Aktivitäten der Genossenschaften auf neue Bereiche in Zukunftsbranchen wie Energie, Luft- und Raumfahrt, Gesundheit, digitale Technologien, fortschrittliche Fertigung oder Robotik zu verlagern. Es geht darum, “die Transformation unserer Unternehmen hin zu Aktivitäten mit höherer Wertschöpfung und einer nachhaltigen Zukunft weiter voranzutreiben, um der Gesellschaft weiterhin Wohlstand zu bringen“, betont Rodríguez.

Was den sozialen Beitrag betrifft, so hat die Gruppe mehr als 49 Millionen Euro, verteilt auf rund tausend Einrichtungen, für Themen wie Armut und Inklusion, Klima und Biodiversität, Kultur, Gesundheit und Sport, Bildung oder die baskische Sprache (Euskara) bereitgestellt. Zudem wurden Projekte mit benachteiligten Bevölkerungsgruppen vorangetrieben, um deren Inklusion durch Wege zur sozialen und beruflichen Eingliederung zu fördern, bei denen Ausbildung und Arbeit kombiniert werden, sowie den Generationswechsel in Handwerks-Berufen und im Einzelhandel und die Prävention von Schulversagen. (*)

Artikel bei Baskultur.info

Auf den Seiten von Baskultur.info wurde in der Vergangenheit bereits über Mondragon Corporación Cooperativa (MCC) berichtet, am 2022-12-19 unter dem Titel: “Krise bei MCC-Corporation – Der große Kooperativen-Ausstieg“ (LINK); und am 2025-07-10 unter dem Titel: “Mondragon Kooperative – Geschäftsbericht 2024“ (LINK)


ANMERKUNGEN:

(*) Quelle: ”Corporación Mondragon factura 11.322 millones y crea 1.346 nuevos empleos” (Die Mondragon-Gruppe erzielt einen Umsatz von 11,322 Milliarden Euro und schafft 1.346 neue Arbeitsplätze), Tageszeitung Gara, 2026-06-04 (LINK)

ABBILDUNGEN:

(1) MCC (orain)
(2) MCC (diariovasco)
(3) MCC (platform coop)

(PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2026-06-06)

Für den Betrieb unserer Webseite benutzen wir Cookies. Wenn Sie unsere Dienstleistungen in Anspruch nehmen, akzeptieren Sie unseren Einsatz von Cookies. Mehr Information