Geschichte

Die Kategorie GESCHICHTE beinhaltet folgende sechs Themenbereiche: 1. allgemeine Geschichte des Baskenlands, Königreich Navarra; 2. Krieg, Gernika, Diktatur, historische Erinnerung; 3. Migration, Diaspora; 4. Aktueller Friedens-Prozess; 5. Historische Persönlichkeiten; 6. Deutsche Spuren im Baskenland.

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Erinnerung im häuslichen Schutzbunker

Zum ersten Mal nach Ende des Franquismus kann der Gedenktag an die Bombardierung und Vernichtung der baskischen Stadt Gernika nicht stattfinden. Oder zumindest nicht in der gewohnten Form. Die Coronavirus-Pandemie hat es unmöglich gemacht, auf die Straßen zu gehen, schon gar nicht in Gruppen. Am 26. April 2020 sind es genau 43 Tage Alarm-Zustand, den die Zentralregierung über den gesamten Staat verhängt hat. Historische Erinnerung ist kein Ausnahmegrund, dem unerbittlichen Hausarrest zu entkommen.

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“Operation Spanische Wiedereroberung“

Der Spanienkrieg von 1936 - 1939 und der Zweite Weltkrieg stehen in unmittelbarem Zusammenhang. Der erste war kein Bürgerkrieg, sondern eine militärische Auseinandersetzung auf internationaler Ebene. Sicher war es kein Zufall, dass der Weltkrieg von den Nazis nur fünf Monate nach dem Ende des Krieges in Spanien begonnen wurde. Viele Verlierer aus dem Spanienkrieg organisierten sich als Widerstandskämpfer an verschiedenen Fronten: in der Resistance, mit Blick auf Franco; oder in Guerrillas in Spanien.

drei01Normalisierungsprozess stagniert

In Zeiten von Coronavirus historische Rückblicke zu unternehmen ist nicht einfach. Sie scheinen fehl am Platz und finden nur wenig Publikum. Am 8. April 2017 (vor drei Jahren) übergab die baskische Untergrund-Organisation ETA auf französischem Territorium ihre Waffen. Ein Jahr später löste sie sich auf. Doch bedeuten Entwaffnung und Auflösung von ETA noch lange keine Befriedung oder Normalisierung. Zwei Mitglieder des zivil-gesellschaftlichen “Permanenten Sozial-Forums“ wagen einen kritischen Rückblick.

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Der Enkel eines Häftlings berichtet

Der Historiker Etxahun Galparsoro, Enkel des Mauthausen-Häftlings Marcelino Bilbao, hat ein Buch über das Konzentrationslager Mauthausen geschrieben. Es beruht auf Erinnerungen und Erzählungen seines Onkels. Ab Sommer 1940 wurden nach Frankreich geflohene Kämpfer der spanischen Republik nach Mauthausen deportiert, darunter viele Basken. Lange bevor der Holocaust begann, wurden dort bereits viele Männer durch harte Arbeit im Steinbruch, Unterernährung und medizinische Experimente vernichtet.

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1942: Kuba, FBI, Doppelagenten

Dokumente von FBI und CIA enthüllen die Irrwege des Schriftstellers Ernest Hemingway in der Karibik. Der Schriftsteller hatte sich baskische Pelota-Spieler an Bord geholt und wollte versuchen, von seiner Yacht aus Granaten auf Nazi-U-Boote zu werfen. Seine Strategie stellte für ein baskisches Spionagenetz, das der baskische Exil-Präsident J.A. Agirre in den USA und in der Karibik ausgebaut hatte, eine starke Bedrohung dar. Mit im Spiel ein baskischer Doppelagent, der für Nazis und FBI arbeitete.

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Besuch Bernd Langer aus Berlin

Auf Einladung des Antifaschistischen Netzwerks Sare Antifaxista, des baskisch-deutschen Kulturvereins Baskale und des Bildungsvereins IPES Bilbao war der linke Buchautor Bernd Langer fünf Tage lang zu Gast im Baskenland. Weil Sare und Baskale derzeit an der Übersetzung von Bernd Langers Buch arbeiten – “Antifaschistische Aktion. Geschichte einer linksradikalen Bewegung“ – sollte der Berliner Autor und Aktivist Vorträge halten über die Geschichte der antifaschistischen Bewegung in Deutschland.

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Baskische Frauen erkämpfen ihre Rechte

Im Januar 2020 organisierte die Stadt Bilbao in Kooperation mit dem Erinnerungs-Institut Gogora – Institut zur Aufarbeitung des Krieges und der Franco-Diktatur – zum ersten Mal eine Hommage für die Aktivistinnen der Hauptstadt Bizkaias während der Zweiten Republik und des Spanienkrieges von 1936 bis 1937. Das Datum war nicht zufällig, es fiel zusammen mit dem Gründungtag der “Vereinigung Antifaschistischer Frauen“ am 10. Januar 1937. Frauen wir Juana Mir oder Clara Campoamor spielten eine wichtige Rolle.

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Josefina Lamberto berichtet

Wenn Faschisten Krieg führen begehen sie Gräuel, die für Normalsterbliche kaum vorstellbar sind. Das gilt für die Nazis wie für die Franquisten. Nazis erfanden die Vernichtungslager und machten medizinische Versuche mit Menschen. Franquisten raubten, vergewaltigten und mordeten, lebende Opfer wurden in Erdgruben geworfen. In Navarra gab es keinen Krieg, dort stellten sich die Behörden umgehend auf die Seite der putschenden Faschisten. Alle Opfer in Navarra sind deshalb Mordopfer, 1% der Bevölkerung.

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