Die Kategorie KÜNSTE umfasst sechs Themenbereiche: Kunst, Musik, Theater, Film, Fotografie und Architektur.
Meinungsstreit in Gasteiz
Werke von Banksy und Obey, zwei Street-Art-Künstler, die ihr Handwerk auf der Straße gelernt haben und mittlerweile auf dem Kunstmarkt gehandelt werden, könnten in Vitoria-Gasteiz von Reinigungskräften übermalt werden, sollten sie an einer Hauswand erscheinen. Urbane Kunst ist seit ihrem Entstehen mit Illegalität behaftet. Darauf pocht der Bürgermeister. Doch kaum jemand bezweifelt, dass es sich um Kunst handelt. Graffiti-Künstler*innen, Wandmaler*innen und Expert*innen sprechen über "Straßenkunst".
Chaplin und die Hafenarbeiter
Gaur8 (bask: gaur zortzi – heute acht) ist der Titel der ausschließlich baskisch-sprachigen Beilage, die jeden Freitag mit der baskischen Tageszeitung Gara erscheint. In besonderem Format, angemessen in Schwarz-Weiß. Die Rubrik auf der vorletzten Seite zeigt ein großformatiges Foto vergangener Zeiten, um das damalige Leben der verschiedenen Regionen Euskal Herrias in Erinnerung zu rufen. Heute: Charlie Chaplin, Baiona, der Hafen Bilbao, Fischer in Mutriku, Warten auf den Zug, der Sklavenhändler.
Black is Beltza, Teil zwei
In den fast vierzig Jahren seiner künstlerischen Laufbahn war Fermin Muguruza mehr als der Frontman der Rockgruppen Kortatu und Negu Gorriak. Er produzierte eine Reihe von Musikprojekten mit unterschiedlichen Künstler*innen und machte sich auch im Filmgeschäft einen Namen. “Black is Beltza“ wurde zum Historien-Comic, zu einer Ausstellung und zum Film. Der Tod seines Bruders Iñigo hat Fermin in eine persönliche Krise gestürzt, die er mit einem zweiten “Black is Beltza“-Film zu überwinden versucht.

Frauen-Kunst in Bilbao
Die Geschichte wird größtenteils von Männern erzählt oder aus der Sicht von Männern. Auch die Kunst entzieht sich dieser patriarchalischen Sichtweise nicht. In diesem Jahr hat das Guggenheim acht Ausstellungen zur Rolle von Frauen im Programm, im Herbst 2021 werden in den Sälen des Museums Künstlerinnen in drei Ausstellungen zu sehen sein. Eröffnet wird dieser Frauen-Herbst mit einer etwa hundert Werke umfassenden Retrospektive, die der US-amerikanischen Malerin Alice Neel (1900-1984) gewidmet ist.
Die Familie Lucarini
Ende des 19. Jahrhunderts liessen sich drei aus Italien stammende Brüder mit dem Familiennamen Lucarini in Bilbao nieder. Sie kamen aus Pietrasanta in der Toskana. Alle drei waren Marmor-Arbeiter, die ihr Handwerk in den Marmor-Brüchen von Carrara gelernt hatten. Zwei von ihnen (und einige ihrer Nachkommen) wurden zu bekannten Bildhauern, deren Werke bis heute in verschiedenen Städten des Baskenlandes zu bewundern sind. Die Nähe zum Anarchismus zeichnete die Familie auch in schweren Kriegszeiten aus.

Ernesto Valverde stellt aus
Ernesto Valverdes Leben stand praktisch immer mit Fußball in Verbindung. Erst als Spieler, später als Trainer. Er spielte bei verschiedenen Clubs, dieselben und andere hat er später als Trainer begleitet. Und dabei auch Titel gewonnen. Weit weniger bekannt ist, dass der Ex-Trainer von Messi auch ein semi-professioneller Fotograf ist. In seiner Spielerzeit in den 1980er Jahren studierte er in Katalonien Fotografie und praktizierte nebenbei. Ergebnis waren verschiedene Ausstellungen und Fotobücher.

Zamora, mit päpstlicher Zustimmung
Das franquistische Regime ging nicht nur gegen Republikaner, Gewerkschafter, Anarchisten und Sozialisten vor, sondern auch gegen widerständische Priester. Bei der Aufarbeitung der Diktatur kam das Kapitel des Priester-Gefängnisses Zamora, in dem vor allem Basken eingesperrt waren, bislang ziemlich zu kurz. Ein Dokumentarfilm mit dem Titel "Apaiz Kartzela" (Priester-Gefängnis), der im November 2021 in die Kinos kommt, soll Licht in die Geschichte bringen. Kirche und Vatikan kommen dabei nicht gut weg.

Der frühe Skandal um die Vulpes
Sie wollten keine feministischen Ikonen sein oder Aushängeschilder von irgendetwas. Sie waren Rocker-Mädchen aus der Nachbarschaft, die Gruppen wie Sex Pistols oder Ramones hörten und eine eigene Punkband gründen wollten. Das war alles. Das Punk-Projekt “Las Vulpes“ entstand in den frühen 1980er Jahren im Bilbao-Stadtteil Irala, wo auch Gruppen wie MCD entstanden, mit familiären Verbindungen. Doch vor dem erfolgreichen Durchbruch kam der politische Skandal, weil die Texte zu provokativ waren.