Mehr als eine Sprache
Der aktuelle politische Streit um die baskische Sprache Euskara bedroht vier Jahrzehnte von sprachlichem Konsens. Der Ausschluss der baskischen Sprache als Bewerbungs-Kriterium für öffentliche Stellen und die Kontroverse um den Gebrauch des Euskara in Behörden sind jüngste Beispiele für den Konflikt zwischen Parteien baskischer und spanischer Prägung. In den 1980ern, nach 40 Jahren Verbot und Verfolgung der Sprache während der franquistischen Diktatur, befand sich das Euskara in einer kritischen Lage.
Die baskische Sprache Euskara ist nach derzeitigem Forschungsstand mit keiner anderen bekannten verwandt. Es gilt als isolierte Sprache, während alle anderen heutigen Sprachen Europas zu größeren Sprachfamilien gehören.
Die Sprachkenntnisse der baskischen Bevölkerung lagen nach dem Ende des Franquismus bei etwa 20% und es gab kaum gesellschaftliche Strukturen, um die Sprache wiederzubeleben. Zu Beginn der Demokratie und mit dem bereits in Kraft getretenen Autonomie-Statut von Gernika von 1979 gelang mit dem Normalisierungs-Gesetz von 1982 zweierlei: erstens, die Grundlagen für die Sprachplanung zu schaffen, und zweitens einen breiten politischen Konsens zu erzielen. Der wurde von der rechts-baskischen PNV, der sozialdemokratischen PSE, der sozialdemokratisch-nationalistischen EE, von der spanisch-rechten UCD und der kommunistischen PCE unterstützt. Nur die Alianza Popular AP, die direkten Erben des Franquismus, stimmte dagegen. Herri Batasuna, die Stimme der baskischen Linken, die wie keine andere Kraft für den Erhalt des Euskara gearbeitet hatte, blieb bei diesem Konsens außen vor, nachdem sich die Koalition als Ausdruck des Boykotts gegen das von ihre abgelehnte Autonomie-Statut aus dem baskischen Parlament zurückgezogen hatte. (1)
Nach vier Jahrzehnten Konsens vermittelt die neue Realität in vieler Hinsicht das genaue Gegenteil. Die Umsetzung des Normalisierungs-Gesetzes, das insbesondere Einfluss auf das Bildungswesen und die Verwaltung hatte, hat den Zustand der baskischen Sprache deutlich verbessert: 36% der Bevölkerung der Autonomen Gemeinschaft CAV sprechen Baskisch und weitere 18% verfügen über passive Kenntnisse, so das Ergebnis der letzten sozio-linguistischen Umfrage aus dem Jahr 2021. Dagegen ist der in den schwierigen Zeiten des Postfranquismus geschmiedete politische Konsens so weit zerbrochen, dass die Einigung von 1982 heute als Illusion erscheint.
Die baskische Sprache ist mittlerweile zu einem weiteren Element des politischen Streits geworden, in dem jede Partei ihre jeweiligen Strategien entfaltet und dabei sowohl den Gegner als auch ihre potenzielle Wählerschaft im Auge behält. Ein Kampf, der sich auf verschiedenen Streitfeldern abspielt und dessen Ausgang sehr stark über die Zukunft der baskischen Sprache entscheiden wird. Derzeit größte Herausforderungen sind die Benutzung der Sprache, die Digitalisierung und die Weitergabe des Euskara an Migrant*innen.
Die Kenntnis des Euskara in der Bevölkerung steigt zwar und hat einen historischen Höchststand erreicht, doch die Nutzung der Sprache im täglichen Leben steigt nicht im selben Maß, sondern stagniert. Dieser Umstand stellt ein Motivations-Problem der Euskara-Sprecherinnen selbst dar, eine formelle Lösung gibt es also nicht. Ebenfalls mit Motivation zu tun hat die Vermittlung des Euskara an die migrantische Bevölkerung, die im Baskenland mittlerweile ca. 12% ausmacht. Weil es wenig Versuche gibt, dieser Bevölkerungs-Gruppe den Sonderstatus der Autonomen Gemeinschaft und die Geschichte der Zweisprachigkeit der Region zu vermitteln, verstehen viele auch nicht die Notwendigkeit des Erlernens der Sprache. Eine Folge ist, dass viele Migrations-Familien ihre Kinder im baskisch-feindlichen Schulmodell A anmelden und nicht im Modell D, das allein die Zweisprachigkeit garantiert. Dazu kommt, dass Migrant*innen zu den armen der baskischen Gesellschaft gehören. Baskisch-Kurse für Erwachsene waren jedoch bislang teuer und für viele nicht bezahlbar – Euskara-Schulen (Euskaltegi, Barnetegi) sind ein Geschäftszweig. Das Problem wird neuerdings mit einem Finanzierungs-System der öffentlichen Hand angegangen – die Forderung ist alle Kurse kostenlos anzubieten.
Schulmodelle
Das gesamte staatliche Bildungsmodell im Franquismus war in der Hand der katholischen Kirche, die gleichzeitig eine der repressiven Hauptsäulen des spanischen Faschismus darstellte. Baskisch und Katalanisch waren verboten, im Baskenland musste ein neues Schulsystem erfunden werden. Mit Rücksicht auf die mächtige reaktionäre katholische Kirche wurden kirchliche Privatschulen beibehalten, gleichzeitig entstand das Ikastola-Modell von Baskisch-Schulen, die von Eltern-Initiativen betrieben wurden und klar auf Euskaldunisierung ausgerichtet waren. Zudem begann die baskische Regierung mit der Einrichtung von öffentlichen Schulen, es entstand ein drei-gliedriges Schulmodell, wobei die Eltern entscheiden, zu welchem Modell sie ihre Kinder schicken.
Modell A sind katholische Privatschulen, in denen der Unterricht auf Spanisch abgehalten wird und Baskisch in besten Fall ein Unterrichtsfach ist. Diese Schulen haben häufig kein Interesse an der baskischen Sprache, werden jedoch von der baskischen Regierung zu entsprechendem Angebot genötigt, weil sie sonst keine öffentlichen Zuschüsse erhalten. Abgänger*innen aus A haben keine Baskisch-Kenntnisse. In den ausschließlich öffentlichen Schulen des Modells B wurde je zur Hälfte in Baskisch und Spanisch unterrichtet, mit dem Ergebnis, dass die Abgänger*innen Baskisch verstehen, es aber in der Regel nicht benutzen, weil das Niveau als zu gering empfunden wird; deshalb ist B ein Auslauf-Modell. Der Buchstabe C existiert im baskischen Alphabet nicht. Modell D sind öffentliche und private Schulen, die ausschließlich auf Baskische unterrichten und deren Abgänger*innenperfekt zweisprachig sind. Mit dem Niedergang von Modell A und dem Verzicht auf Modell B stellt Modell D die einzige Zukunft dar, auch deshalb, weil es als einziges garantiert, dass die Abgänger*innen die Aufnahme-Kriterien in den öffentlichen Dienst erfüllen.
Öffentlicher Dienst
Mit zunehmender Verbreitung der Baskisch-Kenntnisse haben auch die baskischen Behörden ihre Anforderungen für den Zugang zum öffentlichen Dienst erhöht. Unter anderem sollten die Sprachanforderungen auch auf Aushilfskräfte und Mitarbeiter von Sub-Unternehmen ausgedehnt werden, die angesichts zunehmender Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen ein immenses Potential an Arbeitskräften darstellen. Dabei handelt es sich um einen wünschenswerten Vorgang, der mit zur Euskaldunisierung beiträgt. Schätzungen zufolge verfügen heute sieben von zehn öffentlich Angestellten über ein mittleres oder höheres Sprachprofil. In den letzten Jahren hat die Justiz jedoch begonnen, diesen Prozess zu bremsen. In rund dreißig Urteilen wollen verschiedene Richter in Auswahl-Verfahren von Stadtverwaltungen und Provinzialräten “überzogene” Anforderungen festgestellt gesehen haben, sie haben die Kriterien der Verfahren gekippt und die Auswahlverfahren maßgeblich beeinflusst – zum Nachteil der Baskisch-Kenntnisse.
Um diese Reihe juristischer Entscheidungen zu verstehen, sind drei Aspekte wichtig. Erstens, die baskische Justiz wird aus dem spanischen Staat gesteuert, das heißt, die Berufung der im Baskenland tätigen Richter*innen wird nicht in der Region selbst, sondern im Staat entschieden. Die wenigsten davon haben Baskisch-Kenntnisse, entsprechende Anforderungen gibt es nicht. Zweitens, die meisten dieser Richter*innen haben ihr Gewerbe im spanischen Staat gelernt. Und drittens, keiner der Richter (durchweg Männer), die in den vergangenen Jahren euskara-negative Entscheidungen getroffen haben, spricht selbst Baskisch. Wenn die Euskara-Verteidiger*innen also von Einmischung, Inkompetenz und zentralstaatlichem Dirigismus sprechen, treffen sie den Nagel auf den Kopf.
Besonders deutlich wird die Reichweite der juristischen Negativ-Entscheidungen an konkreten Fällen. In der Stadt TX (fiktives Beispiel) werden zwei Stellen für Stadtpolizisten ausgeschrieben, als Kriterien für die Bewerbung wird mindestens ein bestimmtes, in der Regel mittleres Euskara-Niveau verlangt. Denn Polizisten treten in der Öffentlichkeit auf und alle Bewohner*innen von TX sollten die Möglichkeit haben, in freier Wahl mit den Beamten in beiden offiziellen Sprachen zu kommunizieren. Spanisch als Bewerbungs-Requisit wird nicht verlangt, weil alle Einwohner*innen des Baskenlandes diese Sprache beherrschen. Nun stellt der Richter – nach einer Anzeige einer ultrarechten spanischen Organisation, die ausdrücklich keinerlei Interesse an der Nutzung der baskischen Sprache hat und professionelle Dauerklagen führt – fest, dass die erfolgte Ausschreibung eine “Diskriminierung der spanischen Sprache“ darstellt und deshalb illegal sei. Vielmehr sei die Ausschreibung ohne sprachliche Grundforderungen zu formulieren. Ergebnis: Die eingestellten Polizisten sprechen Spanisch, aber kein Baskisch – die formale und legale Zweisprachigkeit der Region, eigentlich in der Verfassung festgeschrieben, wird mit Füßen getreten.
Die baskischen Euskara-Verteidiger*innen und die wichtigsten Vertreter der baskischen Sprachwelt (Euskalgintza) beklagen folgerichtig eine “gerichtliche Offensive” gegen das Baskische, während die an Euskara wenig interessierten Sozialdemokraten die Frage auf “Arbeitsrechte” reduzieren und die juristische Intervention der Richter begrüßen. Angesichts dieser unterschiedlichen Einschätzungen ist es enorm schwierig, in dieser Frage eine Einigung zu erzielen und eine richtungsweisende Politik zur Weiterentwicklung des Euskara zu beschließen. Die baskisch-rechte PNV, die zunehmend unter Druck der linken Koalition EH Bildu steht, hat versucht, mit der spanisch-sozialdemokratischen PSE-EE eine gesetzliche Regelung zu vereinbaren. Doch die Verhandlungen sind angesichts der Blockade der PSE ins Stocken geraten, die PNV hat schließlich einen eigenen Vorschlag vorgelegt, für den sie jedoch eine Mehrheit braucht abseits der aktuellen Regierungs-Koalition mit den Sozialdemokraten.
Die Debatte um diese Initiative in der Koalition zielt teilweise darauf ab, die verbindlichen Euskara-Anforderungen abzuschaffen und es jeder Verwaltung selbst zu überlassen, die Kriterien für die zu besetzenden Stellen festzulegen. Diese Debatte wird in den kommenden Monaten die Beziehungen zwischen der PNV und den Sozialisten prägen oder belasten, da letztere den historischen Konsens über das Euskara als “gefährdet“ und die aktuelle Regierungs-Vereinbarung als “nicht eingehalten“ betrachten. Von außen übt die abertzale Linke, die an den Vereinbarungen der 1980er Jahre nicht beteiligt war, gemeinsam mit den beiden größten baskischen Gewerkschaften ELA und LAB Druck auf die PNV aus, das System der Sprach-Anforderungen auszubauen. Die beiden spanisch-orientierten Gewerkschaften CCOO und UGT (sozialdemokratisch) bewegen sich auf der Linie der PSE und der Richter.
Bildung
Die Entwicklung der baskischen Schulmodelle verdeutlicht den Paradigmenwechsel, der sich inzwischen ereignet hat. Als die Modelle im Schuljahr 1983-84 für die jüngsten Schüler*innen eingeführt wurden, waren 47,3% von ihnen im Modell A (Spanisch als Unterrichtssprache) und 26,3% im Modell D (Baskisch als Unterrichtssprache) eingeschult. Im Schuljahr 2023-24, dem letzten, für das Daten des Baskischen Statistik-Instituts Eustat vorliegen, ist der Anteil von Modell A auf 1,4% gesunken und der Anteil von Modell D auf 84,2% gestiegen. Das Hybridmodell B ist von 22,7% auf 14% zurückgegangen. Das eindeutige Fazit: Modell D ist die Grundlage der Euskaldunisierung der jungen Generation, Migrant*innen eingeschlossen.
Das Modell-System zeigt jedoch Anzeichen einer Erschöpfung, Berichte der baskischen Regierung warnen davor, dass selbst das Modell D am Ende der Sekundarstufe (Abitur) keine ausreichenden Baskisch-Kenntnisse mehr gewährleiste, was in der vergangenen Legislatur-Periode zu einer intensiven politischen Debatte im Rahmen der Verhandlungen über ein neues baskisches Bildungsgesetz geführt hat. Die PNV, die gleichzeitig die PSE-EE und EH Bildu überzeugen wollte (ein Ding der Unmöglichkeit), nahm hinsichtlich der Beibehaltung der Modelle keine klare Haltung ein. Schließlich gab sie den Sozialdemokraten nach, was die linke Koalition in letzter Minute aus den Verhandlungen warf.
Die Debatte ist zwar offiziell beendet, sorgt aber im Bildungsbereich und auf politischer Ebene weiterhin für Gesprächsstoff. Die Bildungs-Senatorin Begoña Pedrosa (PNV) betrachtet die Debatte für “überwunden” und bezeichnet sie sogar als “künstlich”, da die neue Regelung einen “mehr-sprachigen Rahmen” mit Baskisch als “Achse” festlegt. Gleichzeitig sucht ihre Abteilung jedoch weiterhin nach Möglichkeiten, um die Verwendung des Baskischen in den Schulen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Klassenzimmer zu stärken, und will dazu ein entsprechendes Dekret verabschieden. Laut Gesetz müssen die Schüler die Sekundarstufe I (bis 12 Jahre) mit einem mittleren Niveau in Baskisch abschließen, was momentan jedoch bei weitem nicht garantiert ist.
Kongress, Präsidentenkonferenz, Europa
Die Verwendung des Euskara in baskischen Institutionen ist, abgesehen vom ungenügenden Gebrauch, vollständig normalisiert. Aufgrund von Absprachen mit der Zentralregierung (Pedro Sanchez braucht für eine Mehrheit in Madrid die Stimmen der baskischen Parteien) wird der Gebrauch von Euskara nun auch auf nationale und sogar internationale Institutionen ausgeweitet. Seit der aktuellen Legislaturperiode können die ko-offiziellen Sprachen des Staates – auch Katalanisch und Galicisch – im Kongress und in der Konferenz der Regional-Präsidenten verwendet werden. Darüber hinaus versucht die PSOE-Regierung, nach einer Vereinbarung mit der rechten katalanischen Partei Junts von Carles Puigdemont die offizielle Anerkennung in der EU zu erreichen, ein deutlich komplizierterer Prozess, da er die Einstimmigkeit aller 27 Mitgliedstaaten erfordert.
All diese Fortschritte bei der Anerkennung der Ko-Amtssprachen sorgen aufgrund des Widerstands der spanischen Rechten und Ultrarechten für heftige politische Auseinandersetzungen. Die PP lehnte die Maßnahme im Cortes-Parlament ab und will auf ihrem Kongress im Juli 2025 die Aufhebung der Maßnahme beantragen. In der EU intensivierte sie die Kontakte zu anderen Ländern ihrer politischen Familie, um ein Veto einzulegen. Bei der Konferenz der Regional-Präsidenten sorgte die ultrarechte PPlerin Isabel Díaz Ayuso für einen Eklat: als der baskische Lehendakari Imanol Pradales mit seiner Rede auf Baskisch begann, verließ sie die Versammlung mit der Begründung, sie fühle sich “wie eine Fremde im eigenen Land“. Eine Geste, die auch auf den katalanischen Ministerpräsidenten Illa zugeschnitten war, in erster Linie jedoch den baskischen Präsidenten brüskierte, aber auch Teile ihrer eigenen Partei, insbesondere der baskischen PP.
Die von Javier de Andrés geführte Partei bewegt sich in Bezug auf das Euskara zwischen zwei Stühlen. Sie prangert einerseits das “Zwangs-Modell” und dessen Folgen für das Funktionieren öffentlicher Dienste an, teilt jedoch Reaktionen wie die von Ayuso nicht – aus rein wahltaktischen Gründen, denn generell geht nicht über die spanische Weltsprache, die in entsprechenden spanisch-nationalistischen Verlautbarungen oft auch als “christliche Sprache“ bezeichnet wird. Der Vorsitzende der baskischen PP begann am nächsten Tag, selbst Baskisch zu sprechen, vermied es jedoch, die Madrider Regierungs-Chefin zu kritisieren.
“Sprung” in der Verwendung, Impuls für Initiativen
Zumindest derzeit ist der soziale Bereich einer der wenigen Bereiche, in denen das Baskische vor politischen Streitigkeiten sicher zu sein scheint. Als Pradales am 9. Juni seinen Vorschlag vorstellte, einen “Sprung” in der Verwendung zu machen und innerhalb von zwei Jahren eine gesellschaftliche Einigung zur Wiederbelebung der Sprache zu erzielen, war sogar die PP bei der Veranstaltung vertreten. Die Parteien sind sich bewusst, dass das Überleben des Euskara vor allem auf der Straße entschieden wird – und dass die Straße alle vier Jahre zur Wahl gerufen wird. Zwischen den Wahlterminen ist EH Bildu neben allen baskischen Gewerkschaften die einzige politische Kraft, die ohne Ambivalenzen für die Sprache eintritt.
Die aktuelle baskische Regierung (seit 2024) strebt einen breiten Konsens für die Wiederbelebung der Sprache in einer Zeit drängender Herausforderungen wie Digitalisierung und Euskaldunisierung der Migrant*innen an. Außerdem werden neuer Impulse für Initiativen wie Euskaraldia gesucht (2), ein alle zwei Jahre stattfindendes soziales Großexperiment, das bereits vier Mal durchgeführt wurde, aber seit der ersten, sehr erfolgreichen Ausgabe bis zur letzten, die eher schlicht blieb, von 220.000 Teilnehmern auf 130.000 zurückgegangen ist. Diese Initiative wird von allen baskischen Parteien politisch unterstützt – außer von der Faschisten-Partei Vox.
ANMELDUNGEN:
(1) Information und Zitate aus: “La disputa política por el euskera amenaza cuatro décadas de consenso lingüístico“ (Der politische Streit um das Baskische bedroht vier Jahrzehnte sprachlichen Konsens), Tageszeitung El Correo, Autor: Xabier Garmendia, 2025-06-29 (LINK)
(2) Euskaraldia ist ein soziales Massen-Projekt zur Änderung der mündlichen Sprachgewohnheiten der Baskisch-Sprachigen. Es handelt sich um ein Projekt, das die gesamte Gesellschaft erreichen soll und zeitlich begrenzt ist. Ziel von Euskaraldia ist, den Gebrauch des Baskischen durch die Veränderung der Sprach-Gewohnheiten zu erhöhen, Mindestvoraussetzung ist, Baskisch zu verstehen. Es handelt sich um eine kollektive Aktivität, Übung oder Praxis. Alle Interessierten können als Einzelperson oder als Gruppe an der Aktivität teilnehmen. Offiziell formulierte Ziele: * Beeinflussung der sprachlichen Gewohnheiten * Ermutigung, über die eigenen sprachlichen Gewohnheiten nachzudenken und sie zu verändern * Überwindung der Trägheit * Start von Maßnahmen aller Art, Einfluss auszuüben, um die Veränderung der sprachlichen Gewohnheiten zu befördern * Aktivierung der Gesellschaft durch diese kollektive Aktivität * Förderung der Zusammenarbeit von baskischen Sprachgruppen in jeder Stadt. Die erste Euskaraldia fand zwischen dem 23. November und dem 3. Dezember 2018 statt. Die zweite Ausgabe fand in der Pandemie statt, vom 20. November bis 4. Dezember 2020. Tausende von Menschen aus Hunderten von Dörfern im ganzen Baskenland nahmen an beiden Veranstaltungen teil. (LINK)
ABBILDUNGEN:
(1) Richtersprüche gegen Euskara
(2) Baskisch leben (elmundo)
(3) Baskisch leben (eitb)
(4) Euskaraldia (oiartzko ikastola)
(PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2025-07-06)
