Xavier Vinader (1947-2015)
In den turbulenten Zeiten des späten Franco-Regimes Anfang der 1970er Jahre während und des „Übergangs zur Demokratie“, noch bevor geheime Dokumente der Geheimpolizei an die Öffentlichkeit gelangten, widmete sich der katalanische Journalist Xavier Vinader der Entlarvung der extremen Rechten und ihrer Verbindungen zu den staatlichen Sicherheitskräften. Xavier Vinader unterwanderte faschistische Kreise und machte daraus einzigartige Reportagen, die ihn vor Gericht brachten und ins Exil zwangen.
Interview mit dem renommierten katalanischen Historiker Xavier Vinader (1947–2015) über die extreme Rechte. Das Interview wurde 2014 geführt, ist aber interessant genug, es erneut zu veröffentlichen.
Die Aktivitäten der Elemente der extremen Rechten „werden in gewisser Weise von den Diensten dieser Obersten Leitung kontrolliert“. Dies wurde in einem Dokument der Generaldirektion für Sicherheit (DGS) aus dem Jahr 1977 anerkannt. In jenem Jahr ereigneten sich das Massaker von Atocha (24/01/1977), die Ermordung des Studenten Arturo Ruiz (23/01/1977) und der Paketbomben-Anschlag auf die Humor- und Satire-Zeitschrift El Papus in Barcelona (20/09/1977).
Vinader infiltrierte ein Jahr lang die faschistische Partei „Fuerza Nueva“ (Neue Kraft) und traf in dieser Zeit sogar den Führer der faschistischen Partei „Movimiento Social Italiano“ (MSI), Giorgio Almirante. Infolge seiner Arbeit wurde er zu einem der Ziele dieser Gruppen: Er erlitt zwei Anschläge und einen Entführungsversuch. 1979 veröffentlichte Vinader drei Reportagen über den schmutzigen Krieg des Staates im Baskenland, die ihn ins Exil und ins Gefängnis brachten. Die baskische Untergrund-Organisation ETA ermordete zwei der in den Reportagen erwähnten Rechtsextremen (Jesús García und Alfredo Ramos), in der Folge wurde Vinader wegen „beruflicher grober Fahrlässigkeit“ zu sieben Jahren Haft verurteilt.
Nachdem er mehr als drei Jahre im Exil verbracht hatte, wurde er im Gefängnis Carabanchel in Madrid inhaftiert, bis er anderthalb Monate später begnadigt wurde. Vinaders Wohnsitz ist eine riesige Bibliothek, die zum Großteil die Geschichte der extremen Rechten, des Terrorismus, des militärischen Geheimdienstes und des organisierten Verbrechens nachzeichnet. Rund 15.000 Berichte füllen die Regale des Mannes, der im spanischen Staat Pionier des linken Enthüllungs-Journalismus war. Ein Gespräch mit ihm bedeutete, in eine Form der Berichterstattung einzutauchen, die rigoros, mutig und engagiert war, und sich den Abgründen der spanischen Übergangs-Phase zu nähern. (1) (2)
INTERVIEW MIT XAVIER VINADER 2014
Der rechtsextreme Terrorismus, die europäischen Netzwerke, der schmutzige Krieg im Baskenland, die Sicherheitskräfte und die Geheimdienste … Es war in den 70er Jahren, als der investigative Journalismus in unserem Land entstand?
Wir waren nur wenige, die das praktizierten, wir waren Pioniere. Tatsächlich hat diese Aufgabe in unserer Geschichte keine Tradition. Zudem war das Wenige, was es gab, mit dem Bürgerkrieg zu Ende gegangen. Es begannen 40 Jahre Durststrecke, und wir mussten alles von Grund auf neu erfinden. Allerdings hatten wir einen gewissen Vorteil: Die meisten von uns kamen aus den Journalisten-Schulen und auch aus der Praxis der Illegalität. Die Lehren aus der Illegalität setzten wir in journalistische Praxis um. Wir wussten genau, wie man überall seine Nase hineinsteckt, waren politisch gut orientiert und hatten den großen Wunsch, die Teppiche der Macht hochzuziehen und die historische Erinnerung wiederherzustellen. Wir mussten den Weg mit einer sich noch im Aufbau befindenden Gesetzgebung beschreiten. Einerseits war das gefährlich, weil wir nicht wussten, wo die Grenzen lagen, andererseits war es interessant: Die imaginäre rote Linie war nicht definiert und man konnte sie ausreizen. Wir sprachen über Gefängnisse, über Folter in Polizeistationen oder über die Geschichte der Maquis (3), über die extreme Rechte und ihre Verbindungen zu den staatlichen Sicherheits-Diensten … Das waren Tatsachen, von denen dieses Land noch nie etwas gehört hatte. Auf der Straße gab es sieben Berichte dieser Art.
Euch war das klar, aber warum setzte ein Unternehmen wie Zeitschrift Interviú auf einen Journalismus, der teuer und für die Machthaber unbequem war?
Der Unternehmer wollte sich eine Nische im Markt erschließen und sah, dass dies ein Aufhänger war. Es gab eine junge, engagierte, mutige und politisch aktive Redaktion: Sie glich der fünften Galerie des Modelo-Gefängnisses, denn wir alle hatten irgendwann einmal im Gefängnis gesessen oder waren festgenommen worden. Einer kam von der Antifaschistischen und Patriotischen Revolutions-Front (FRAP), ein anderer von der Spanischen Kommunistischen Partei (PCE), auch Anarchisten waren dabei … Es existierte ein Interesse an politischem Journalismus, und indem die Zeitschrift dieses Interesse stillte, erreichte sie eine Auflage von einer Million Exemplaren. Um den Erfolg von Interviú zu erklären, wurde oft das berühmte Foto der nackten Marisol auf dem Titelblatt angeführt; doch das war nur der Auslöser, denn jede Woche deckten wir etwas auf – die Franco-Gefängnisse, die Massengräber, das Kriegs-Massaker von Badajoz. Wir interviewten Mitglieder von ETA oder der GRAPO … Wir veröffentlichten erschütternde Artikel und begannen, Menschen eine Stimme zu geben, die noch nie eine gehabt hatten. Die Leute sahen in dem Magazin eine Art von „Papiergericht“, dem sie Geschichten anvertrauen konnten, die sie sonst niemandem erzählt hätten. Es gab Erotik, aber auch Anklagen.
Heute (2014) gibt es so gut wie keine Recherche-Teams mehr, aber damals waren sie unverzichtbar. Wie habt ihr gearbeitet?
Wir waren eine Gruppe von Einzelkämpfern, die sich leicht einigen konnten. Die Gefahr, uns einem so großen und mächtigen Feind zu stellen, schweißte uns zusammen. Wir tauschten Informationen aus und stellten so sicher, dass die Recherche nicht ins Stocken geriet, falls etwas passierte. Es gab weder Konkurrenz noch Egoismen. Es entstand eine Art von Brüderlichkeit, die sich selten wiederholt hat und heute noch seltener, da der Journalismus zu einem sehr individualistischen Beruf geworden ist. Selbst wenn ich einen Bericht abschließen musste und mir noch Spuren zum Weiterverfolgen blieben, gab ich diese an andere Kollegen weiter, damit sie sie weiterverfolgen konnten. Es gab kein Ego, das auf eine Exklusivmeldung aus war, denn das Wichtigste war, dass die Wahrheit ans Licht kam. Man fühlte sich nie allein; wir waren uns bewusst, womit wir es zu tun hatten, das Wichtigste war, diesen riesigen Staats-Apparat zu demontieren, dem man lediglich ein Facelifting verpasst hatte. Es waren dieselben Leute, die zuvor in der Diktatur das Sagen hatten, aber plötzlich war von Leben in der Demokratie die Rede. In diesem Kontext tauchten wir in die Welt der extremen Rechten und des Staatsterrorismus ein.
Aber schon vor Francos Tod hast du begonnen, dich für diese Themen zu interessieren.
Anfang der 70er Jahre tauchen erste Bücher in katalanischer Sprache bei Verlagen wie Enlace oder Cinco de Oros auf, in Barcelona kommt zu einer Reihe von Anschlägen. Rechtsextreme Gruppen legten Sprengsätze in Schaufenstern und steckten einen Buchvertrieb in Brand. Außerdem verprügelten sie Priester, die ihre Pfarreien verließen, um heimliche Treffen abzuhalten. Damals begann ich mich für diesen Terrorismus von geringer Intensität zu interessieren, bei dem es keine Toten gab und der nur in kurzen Notizen in den Zeitungen erschien. Ich begann, meine Nase in die Apparate des Regimes zu stecken: die Falange, die Requetés (Kampf-Truppen des Karlismus), Francos Garde … Diese Welt übte eine gewisse Faszination aus, weil sie unberührt war. Das waren Leute, die das Sagen hatten, die völlige Straffreiheit genossen und auch noch damit prahlten. Bevor ich mit dem Schreiben begann, verbrachte ich viel Zeit mit Recherchen. Ich las klassische Werke des Faschismus: Primo de Rivera von vorne bis hinten, Ramiro Ledesma Ramos, Onésimo Redondo, Mein Kampf von Hitler.
Es gab nie einen Bruch mit dem Franco-Regime, sondern eine Kontinuität der Justiz-, Polizei- und Verwaltungs-Organe – hat diese Tatsache dem gewalttätigen Widerstand Auftrieb gegeben?
Die extreme Rechte war voll einsatzfähig, weil sie unter dem Schutz der Sicherheitskräfte agierte. Sie war gedeckt und straffrei. Sie erledigte die Drecksarbeit, was diejenigen in Uniform nicht tun konnten. Plötzlich kam der Begriff „Unkontrollierte“ (Incontrolados) in Mode, obwohl sie das nie waren: Es gab eine vollständige Koordination mit den Sicherheitskräften. Die meisten Ermittlungen in diesem Bereich haben wir als Journalisten vorangetrieben. Wir standen im Wettstreit mit der Polizei, das zwang uns, vor denen an den Orten zu sein. Es war ein gefährliches Unterfangen. Du musst dir vorstellen, dass die Leute von Grupo Zeta (4) lange Zeit aus Angst, ich könnte erschossen oder angegriffen werden, nicht mit mir aus der Redaktion gehen wollten. Das Magazin erhielt Drohungen und beauftragte schließlich eine israelische Sicherheitsfirma, am Eingang Metalldetektoren aufzustellen.
Zu einer Zeit, als der rechtsextreme Terrorismus im Baskenland seinen Höhepunkt erreichte, hast du 1979 drei Reportagen veröffentlicht, die dich ins Exil und ins Gefängnis brachten. Warum wurdest du vor Gericht gestellt?
1979 hatte ich bereits mehr als zehn Jahre lang in dieser Welt recherchiert, deshalb habe ich immer betont, dass man mich nicht wegen dieses konkreten Vorfalls vor Gericht stellte, sondern wegen meiner gesamten Laufbahn. Sie hatten zwei Möglichkeiten: mich physisch zu beseitigen oder mich mit Papierkram zu überhäufen. Sie entschieden sich für die zweite Option, das war einfacher, denn die ETA hatte zwei Personen ermordet, die in einer meiner Reportagen erwähnt wurden. Wir deckten diese ganze Verschwörung dank des Nationalpolizisten Francisco Ros Frutos auf, der auf uns zukam, um uns zu erklären, dass die Polizei die extreme Rechte im Baskenland für verdeckte Operationen auf beiden Seiten der Grenze einsetzte. Sie planten Anschläge mit dem „Batallón Vasco Español“ oder der „Triple A“ gegen Abertzale (linke Nationalisten), Sympathisanten von Abertzalen, Personen aus dem Umfeld der ETA. Auf der Grundlage der gewonnenen Informationen stellten wir ein Beobachtungsteam zusammen, um das Ganze zu dokumentieren. Frutos wurde zum Maulwurf, wir machten Fotos von ihm mit den Ultranationalisten, an ihren Treffpunkten und Trainingsorten … Wir konnten die Projekte aufdecken, die sie planten, wie einen Anschlag auf Telesforo Monzón, den Vorsitzenden der PNV während der Republik und Gründer von Herri Batasuna. Was wäre in einem normalen Land passiert? Dass die Justiz in Gang gesetzt worden wäre, um die sich daraus ergebenden Verantwortlichkeiten aufzuklären.
Die Justiz kam in Gang, aber gegen den Überbinger der Nachricht. Ein mit der faschistischen Fuerza Nueva verbundener Richter verurteilte dich und Frutos. Wie wirkte sich dieses Verfahren auf den Journalismus aus?
Ich glaube, es bedeutete einen Wendepunkt. Es gibt Leute, die seitdem beschlossen haben, vorsichtig zu sein. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Staatsanwaltschaft zwölf Jahre Haft gefordert hatte und ich schließlich zu sieben Jahren verurteilt wurde – ein Urteil, das vom Obersten Gerichtshof und vom Verfassungs-Gericht bestätigt wurde. Wir lieferten uns einen erbitterten Kampf mit der Justiz, die bereit war, der Presse einen Riegel vorzuschieben. Was jedoch nicht bekannt wurde, dass Frutos nicht der Einzige war, der auspackte, es kamen noch andere Polizisten. Aber das habe ich nicht öffentlich gemacht, um weitere Gerichtsverfahren zu vermeiden. Aus denselben Gründen haben wir auch nie erklärt, welches Team an den Ermittlungen beteiligt war. Diese Berichte deuteten in Richtung GAL: Es wurde nie geklärt, wer die Ziele festlegte und welche Information bereitgestellt wurde. Die Repression zeigt, wenn von den Abgründen des Staates die Rede war, steckte darin ein hinweis, damit der Journalismus zurücksteckte.
80% der zwischen 1975 und 1987 begangenen Verbrechen des Staates und der extremen Rechten bleiben weiterhin ungestraft. Aber gilt die Straflosigkeit bis in unsere Tage nur für die Rechte?
Ja, sie war endemisch. Wie lange saß der Mörder der jungen Aktivistin der Sozialistischen Arbeiterpartei, Yolanda González, im Gefängnis? Niemand wurde für den Anschlag von 1977 auf die Zeitschrift El Papus verurteilt; die Verbrechen von Montejurra endeten mit einer Amnestie; es gab keine Verurteilung für den Mord an dem Studenten Arturo Ruiz. Die Liste ist lang. Die Sicherheitskräfte wurden nie gesäubert, sie wurden von denen ausgebildet, die selbst ausgebildet wurden, und sie haben Traditionen, die sie bis heute pflegen. Tatsächlich hat der Staat in diesem Land die extreme Rechte nie als Gefahr angesehen, sondern als kooperierende Instanz, im Gegensatz zur Linken. Alles, was nach Nationalismus oder Unabhängigkeits-Bestrebungen, nach anarchistischer Revolution oder radikalem Islamismus riecht, löst Alarm aus. Die Verherrlichung des Nationalsozialismus oder die Leugnung des Holocausts haben jedoch keine Konsequenzen. Es entstehen erstaunliche Gegensätze. Denn es wurden Personen festgenommen, weil sie auf Facebook Kommentare zur Monarchie geschrieben haben, libertäre Kulturvereine wurden unter ähnlichen Vorwänden durchsucht und aufgelöst.
Seit du begonnen hast, sie zu untersuchen, hat die extreme Rechte ihren Feind gewechselt. Behält sie die Fähigkeit, zu ihrem eigenen Vorteil gesellschaftliche Unruhe zu stiften?
Ihre Anpassungsfähigkeit ist groß und flexibler als die der extremen Linken. Ihre Aktivitäten im Cyberspace, ihre Nutzung der sozialen Netzwerke, sind älter und wirkungsvoller. Als ich begann, sie zu untersuchen, war der Feind der Kommunismus, es galt, Europa gegen die Roten zu verteidigen. Ab den 90er Jahren, als die Berliner Mauer fiel und es im Osten einen Einbruch gab, klammerten sie sich schnell an einen anderen Strohhalm, nämlich die Invasion durch Ausländer, durch Migranten. Und wer eine Djellaba, einen Turban und einen Bart trägt, umso schlimmer! Das sind Gruppen, die den Begriff „nationalistisch“ pervertieren: Es gibt diejenigen, die dafür kämpfen, dass ihre Nation ihre Freiheit erreicht, und die anderen, deren identitäre Werte nationale Überlegenheit betonen. Die Positionierung der extremen Rechten unter diesen identitären Gesichtspunkten beginnt Mitte der 80er Jahre mit dem Front National von Jean-Marie Le Pen. Es ist das erste Mal, dass eine Formation bei Wahlen antritt und ins Wahlgeschehen eingreift, bis dahin waren sie außerparlamentarisch. Sie haben den Feind gewechselt und wollen keine Angst mehr einflößen. Die Hülle hat sich geändert, aber die Ideen sind dieselben. Nun ist auch das Selbstbestimmungs-Recht ein Feind, denn die nationale Einheit (Spaniens) verbindet und knüpft an die alten faschistischen Ideale an. Sie verbergen Dinge, deshalb bin ich es leid zu sagen, dass es an der Zeit ist, wachsam zu sein. Es besteht jedoch kein Grund zur Panikmache: Wenn die Polizei so sehr auf „schlafende Zellen“ vermeintlicher Dschihadisten achtet, sollte sie auch die extreme Rechte im Auge behalten.
Welche Verantwortung trägt die Linke am Vormarsch der extremen Rechten?
Wir müssen uns fragen, warum Casa Pound in Rom Erfolg hat. Oder warum es die English Defence League (EDL) gibt, die der British National Party (BNP) den Rang abläuft und in den Londoner Stadtvierteln stark ist, in denen es mehr Arbeitslosigkeit und Drogen gibt. Diese Bewegungen entstehen, wenn ein Vakuum oder eine Vernachlässigung durch den Staat besteht. Sie füllen die Lücken, die die Verwaltung hinterlässt, und auch eine Linke, die die marxistische Massenarbeit aufgegeben hat: die Arbeit an Bewusstsein und Zusammenhalt. Die zivil-gesellschaftlichen Organisationen werden von ihrer Generation wiederbelebt.
Es gibt eine Debatte darüber, ob es zur Bekämpfung der extremen Rechten notwendig ist, sie zum Schweigen zu bringen oder sie zu entlarven. Was denkst du?
Es muss ein Gegendiskurs entwickelt werden. Fanatismus wird bekämpft, indem er angeprangert wird, aber auch, indem ein Diskurs dagegen gestellt und die Gefahr des Totalitarismus erklärt wird: woher er kommt, welche Geschichte er hat, wohin er zielt. Ich bin kein Befürworter des Schweigens, sondern des Aufzeigens und der Entwicklung von Alternativen – was nicht gerade die Stärke der Linken ist. Journalismus muss als öffentliche Dienstleistung fungieren, ohne auf der Suche nach Schlagzeilen lautstark zu schreien. Wir müssen pädagogisch vorgehen, denn wir müssen überzeugen, nicht nur siegen.
ANMERKUNGEN:
(1) „Interview mit dem renommierten katalanischen Historiker Xavier Vinader (1947–2015) über die extreme Rechte“, spanischer Original-Titel: “Entrevista sobre la extrema derecha al histórico investigador catalán Xavier Vinader (1947-2015)”. Publiziert von Xauerri am 10. April 2026, / Directa: „Dieses Interview wurde im September 2014 geführt, aber wir fanden es interessant, es zu veröffentlichen“. (LINK) Vorher wurde das Interview am 19.02.2015 von Gema Garcia in der Zeitschrift Nabarralde veröffentlicht. (LINK)
(2) Xavier Vinader Sánchez (Sabadell, 1947 – Barcelona, 2015) war ein katalanischer Journalist, der sich auf investigativen Journalismus zu Themen wie Rechtsextremismus, organisierte Kriminalität und Staatsterrorismus spezialisiert hatte. Er trat 1978 der Grupo Zeta bei. 1979 veröffentlichte er in der Zeitschrift Interviú drei Reportagen über die Präsenz bewaffneter rechtsextremer Gruppen im Baskenland, zwei der darin erwähnten Personen wurden von ETA ermordet. Der Journalist wurde beschuldigt, „Anstifter“ dieser Morde zu sein, und die Audiencia Nacional verurteilte ihn wegen beruflicher Fahrlässigkeit zu sieben Jahren Haft. Um der Haftstrafe zu entgehen, ging er ins Exil nach Frankreich. Er kehrte 1984 zurück und verbrachte zwei Monate im Gefängnis, bis er begnadigt wurde. Vinader gilt als Symbol der Meinungsfreiheit während des so genannten „Übergangs zur Demokratie“ des spanischen Staats. Von 1990 bis 1993 war er internationaler Präsident der Nicht-Regierungs-Organisation „Reporter ohne Grenzen“.
(3) Die Maquis waren antifranquistische Guerillabewegungen, die nach dem Bürgerkrieg (1939–1950er Jahre) in Spanien operierten und sich hauptsächlich aus Republikanern zusammensetzten, die in Bergregionen Zuflucht gesucht hatten. Sie bekämpften die Diktatur durch Hinterhalte und Sabotageakte und erreichten ihren Höhepunkt zwischen 1944 und 1947, wobei sie von Kommunisten und Anarchisten unterstützt wurden, wurden jedoch von der Guardia Civil zerschlagen. Der Zweiten Weltkrieg überraschte die ehemaligen republikanischen Kämpfer auf französischem Gebiet; viele von ihnen schlossen sich der französischen Résistance an, im Rahmen der „Agrupación de Guerrilleros Españoles“ (Vereinigung spanischer Guerillakämpfer). Trotz des Scheiterns der Invasion des Arán-Tals in jenem Jahr gelang es einigen Kolonnen, ins Landesinnere vorzudringen und sich mit den Gruppen zu vereinen, die seit 1939 in den Bergen geblieben waren. (LINK)
(4) „Grupo Zeta“ war ein Medienkonzern mit Hauptsitzen in Barcelona und Madrid sowie Niederlassungen in Zaragoza, Córdoba, Castellón und Cáceres. Er wurde 1976 von Antonio Asensio Pizarro gegründet, der ihn bis zu seinem Tod im Jahr 2001 leitete.
ABBILDUNGEN:
(1) Xavier Vinader (elpais)
(2) Triple A Attentat (sinpermiso)
(3) Xavier Vinader (borreruak2)
(4) Attentat Triple A (publico)
(5) Xavier Vinader (borreruak2)
(PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2026-04-12)
