Die Kategorie REISEN berichtet über alternative und sozial verantliche Formen des Reisens und stellt Reiseziele auf kritische Art vor. Im Vordergrund steht der alternative Zugang zu bekannten Städten, daneben Besuchsziele, die nicht von Massenandrang geprägt sind, sich an baskischer Kultur orientieren, ökologischen Charakter haben und dazu beitragen, nachhaltige Lebensgrundlagen zu schaffen oder zu erhalten, insbesondere ländlicher Tourismus und Kooperativen-Projekte. Weitere Themen sind Ökologie und Reisekultur im Allgemeinen, die Geschichte des Tourismus in den baskischen Großstädten, aktuelle Tendenzen des Tourismus, alternative Stadtführungen, Kleinstädte und Dörfer, die Geschichte von Höhlen, der Jakobsweg, Meereskultur, Welt-Kulturerbe, Naturschutz- und Biosphären-Gebiete, interessante Ausflüge abseits der Metropolen, sowie Reiseberichte.
Internationales Symbol des Friedens
Unter dem Titel „Internationales Symbol des Friedens“ organisiert die alternative Reiseorganisation Partizan-Travel im April 2016 eine Bildungsreise ins Baskenland. Auf dem Programm stehen Besuche in den Metropolen Bilbo, Donostia und Gasteiz, sowie den Kleinstädten Gernika, Lekeitio und Otxandio. Daneben sind Treffen organisiert mit Vertreterinnen der Erinnerungs-Bewegung. Reiseleiter ist der Historiker Ingo Niebel, die Fahrt geht über sieben Tage vom 24. bis 30.April 2016 und kostet ab 1180 Euro.
Greeters grüßen in Bilbao
Wenn wir uns auf Reisen begeben, nehmen wir in der Regel in Kauf, dass wir in den Orten die wir besuchen, abgeschottet sind vom normalen Leben, von den dort lebenden Menschen. Kontakt haben wir oft nur mit den in der Tourismus-Branche Beschäftigten, oder in Hotels, Restaurant und Geschäften. Hotelburgen, Massenstrände und Erlebnisparks wie Disneyland stehen dafür. Die weltweite Greeter-Bewegung versucht, diese Isolation zu durchbrechen und ermöglicht persönliche Kontakte mit Einheimischen.
Pionierprojekt integratives Reisen
Personen mit verschiedenen körperlichen Behinderungen sind derzeit damit beauftragt zu überprüfen, ob Bizkaia als Reiseziel für Menschen mit Handicap geeignet ist. Dabei bereisen sie auf verschiedenen Routen verschiedene Ziele der baskischen Küstenprovinz und beschreiben vorgefundene Barrieren genauso wie barrierefreie Zugänge. Es handelt sich um ein Pionierprojekt der Reiseagentur Travel For All. Ziel sind Ausflüge und Routen, die ohne Einschränkung für jedes Publikum geeignet sind.
Besuch in der versteckten Stadt
Im katalanischen Barcelona macht ein besonderes Tourismus-Projekt von sich reden: Hidden-City-Tours, Touren in der versteckten Stadt. Mit Hidden City gemeint sind jene Anteile der Stadt, die normalerweise für Touristinnen unsichtbar bleiben. Entweder, weil die Orte zu weit von den gefragten Zentren entfernt sind, weil kein Interesse besteht an ihrer öffentlichen Vorstellung oder der ihrer Bewohnerinnen. Versteckt, weil Armut und Elend keine üblichen Themen sind im Tourismus.
Gedenkstätten-Fahrt ins Baskenland
In den vergangenen Jahren wurde das Baskenland verstärkt zum Reiseziel von Gewerkschafts- und Jugend-Organisationen, die sich sowohl über die politische Situation, die Kooperativen-Bewegung, wie über den Krieg von 1936 und die Geschichte der Arbeiterbewegung informieren wollten. Im Rahmen ihrer antirassistischen und antifaschistischen Arbeit hat eine gemischt holländisch-deutsche Gruppe in diesem Sommer eine Bildungs- und Gedenkstätten-Reise nach Frankreich und ins Baskenland organisiert.
Der Diktaturen-Bürgermeister
Der Eliptica-Platz in Bilbao steht kurz davor, seinen volkstümlichen Namen zurückzuerhalten. Nach jahrzehntelangen Debatten soll der bisher offizielle Name Federico Moyúa verbannt werden. Dieser Moyúa war nicht mehr und nicht weniger als ein Bürgermeister der Stadt. Der Makel ist, dass er seinen Posten der Diktatur von Primo de Rivera (1923-1930) verdankt, von der er als Bürgermeister eingesetzt wurde. Die Krönung, dass das Franco-Regime Moyúa dann auch noch mit der Benennung eines Platzes ehrte.
"Rebellisches Baskenland"
"In den letzten dreissig Jahren kam das Baskenland nur dann in die Schlagzeilen, wenn es einen Anschlag gab. Der bewaffnete Konflikt überdeckte alles. Doch das Baskenland hat auch andere Seiten: Kaum irgendwo in Europa sind soziale Bewegungen, Basisgewerkschaften und linkssozialistische Parteien so stark wie hier". So wirbt die schweizerische Wochenzeitung WOZ für ihre Leserinnen-Reise ins Baskenland. Damit sind sie nicht allein, auch Partizan-Travel begeistert Reisewillige für das Land.
Moderne Stadtordnung
“Tourismus-Wohnungen rauben den Städten die Seele, deshalb müssen sie gestoppt werden“. Dieser Satz stammt von dem katalanischen Stadtplanungs-Experten Salvador Rueda, der gleichzeitig Direktor der Agentur für Stadtökologie in Barcelona ist. Rueda war eingeladen zu einem Kongress in Vitoria-Gasteiz mit dem Titel “Euskal Hiria“ – Die baskische Stadt. Dabei sollte es um Ideen und Konzepte gehen, um die vielfach auftretenden Struktur-Probleme in Städten anzugehen. Das Interview bezieht sich auf Bilbao.