tour5x0700aFerienzeit!

Weltbekannte Filme machen die Drehorte zu Treffpunkten für Massen-Tourismus und damit unbewohnbar. Das reiche Notting Hill in London ist unerträglich geworden. Experten stellen fest, dass es nicht mehr die internationalen Reise- und Tourismus-Messen sind, auf denen solche Orte beworben und verdorben werden. Es reicht ein Eintrag bei einem der berüchtigten Reiseportale wie Trip-Zerreißer oder ein privat gedrehtes Video auf Instagram, um kostenlos Schaden anzurichten. Nicht zu vergessen die Influencer.

Auch "Tourismus-Phobie“ wird einen neuen Saison-Rekord nicht verhindern. Flughäfen quillen über, Autobahnen erliegen. Die betroffene Empfänger-Welt zieht sich auf unsichtbare Balkone zurück und wartet auf Pleiten, Pannen und Abstürze.

(2026-07-12)

SABOTAGE GEGEN TOURISMUS

Über hundert Schilder von Ferienwohnungen in Valencia wurden sabotiert. Die Kampagne „Boicot Gay Games“ bekennt sich zu den Aktionen und prangert Verbindungen des Großereignisses zur Rüstungsindustrie, zur Gentrifizierung und zum „Pinkwashing“ Israels an. – Die Austragung des Sport-Großereignisses „Gay Games“ in Valencia hat eine Welle koordinierter Proteste und Sabotageakte ausgelöst, von denen mehr als hundert Touristenunterkünfte und öffentliche Einrichtungen betroffen sind. Laut einer Pressemitteilung, die von der Plattform „Boicot Gay Games“ an die Medien verbreitet wurde, haben sich lokale Gruppen zu einer Reihe von Sachbeschädigungen bekannt, die in den ersten Julitagen des Jahres 2026 an verschiedenen Orten der valencianischen Hauptstadt verübt wurden.

Die Aktionen begannen in den frühen Morgenstunden des vergangenen Freitags, dem 3. Juli, als Zugänge unpassierbar gemacht und auf sieben Wettkampf-Sportplätzen Farbe verschüttet wurde. Die Aktionen verschärften sich in der Nacht zum Samstag, dem 4. Juli, durch die Sabotage von mehr als hundert Schlüsselkästen für Ferienwohnungen und die Verbreitung von Graffiti mit Slogans wie „Tourist go home“ in den Stadtteilen Ciutat Vella und Benimaclet; nach der Abschlusszeremonie der Veranstaltung waren auch die Wände der Sporthalle Fonteta de Sant Lluís betroffen.

Die Initiatoren dieser Aktionen rechtfertigen den Boykott mit dem Widerspruch zwischen der „Inklusionspolitik“ der Veranstaltung und ihren wirtschaftlichen und geopolitischen Verbindungen. In ihrer offiziellen Erklärung erklärte die Kampagne, dass „diese Aktionen durchgeführt wurden, um die Verbindungen zwischen der Veranstaltung und dem zionistischen Staat Israel deutlich zu machen“. Kritisiert wurde dabei die aktive Teilnahme eines LGBT-Sportvereins aus Tel Aviv sowie das Sponsoring durch den US-Rüstungskonzern General Electric, dem sie vorwerfen, wesentliche Komponenten für das beim Völkermord eingesetzte Militärarsenal herzustellen.

GENTRIFIZIERUNG UND „PINKWASHING“

Die Auswirkungen dieser Proteste beschränkten sich nicht auf das Gebiet Valencias, da die Organisation angab, die Sabotageaktionen mit Farbe und Plakaten an den Standorten der als Komplizen bezeichneten Unternehmen auch in anderen Hauptstädten des Staates wiederholt zu haben, darunter die Büros von General Electric in Barcelona und verschiedene Einrichtungen der Hotelkette Axel Hotels sowohl in der katalanischen Hauptstadt als auch in Madrid. Über die internationalen Forderungen hinaus ist die Ablehnung der „Gay Games“ Ausdruck einer tiefgreifenden internen Krise innerhalb des Vereins- und Institutionen-Gefüges von Valencias. Obwohl die Ausrichtung der Spiele ursprünglich im Jahr 2021 in der Amtszeit des früheren Bürgermeisters Joan Ribó durch eine linke Koalition organisiert wurde, führte der Wechsel in der Stadtverwaltung, die derzeit von der PP-Bürgermeisterin María José Català in Koalition mit Vox geführt wird, zu einem Bruch mit den traditionellen sozialen Gruppierungen.

Nachbarschafts- und Branchenverbände prangerten die Kommerzialisierung der Veranstaltung zugunsten der Nachtclub-Betreiber und großer Hotelketten an und kritisierten die Verdrängung der lokalen Bevölkerung aus ihren Wohnvierteln. Zudem erklärte die LGBT-Bewegung im Mai 2024 offiziell ihren endgültigen Rückzug aus dem Projekt, nachdem sie angeprangert hatte, dass die Stadtverwaltung den Lenkungsausschuss geändert und die Vertretung der Gründungsgruppen, der Stiftung „València Diversitat“ und des Sportvereins „LGTBIQ+ Samarucs“ auf nur zwei der acht verfügbaren Stimmen reduziert hatte. Das führte dazu, dass ein Großteil der Basis die diesjährige Veranstaltung als „Spiele der Schande“ bezeichnete. (diariosocialista-baskultur)

(2026-07-02)

KEIN PLATZ FÜR VÖLKERMORD IN NAFARROA

Die Solidaritäts-Organisation Yala startet eine Kampagne im Gastgewerbe und Tourismus: „In Nafarroa gibt es keinen Platz für Völkermord“. Die von Yala Nafarroa in der Region ins Leben gerufene und von BDS unterstützte Kampagne „No Room for Genocide“ fordert das Gastgewerbe auf, den Verantwortlichen für den Völkermord in Gaza den Zugang zu verweigern. Bereits rund fünfzig Betriebe haben sich der Initiative angeschlossen. Das Plakat mit der Aufschrift „No Room for Genocide“ ist bereits an den Türen einiger Bars in Nafarroa zu sehen. Eine rote Wassermelone unterteilt die Buchstaben, wobei derselbe Satz auf Baskisch, Spanisch, Arabisch und Französisch zu lesen ist. Dahinter steht „Yala Nafarroa mit Palästina“, die eine BDS-Kampagne in die Region gebracht hat, die sich an die Gastronomie und den Tourismus richtet und auf eine Ausweitung auf das gesamte Euskal Herria abzielt. (Foto: Ein Lokal mit dem Plakat von Yala Nafarroa, inspiriert von der BDS-Kampagne. / Jagoba Manterola / foku)

Die Initiative zielt darauf ab, denjenigen den Zugang zu verwehren, die am Völkermord in Gaza beteiligt waren, während das Plakat palästinensische Menschen und Flüchtlinge ausdrücklich willkommen heißt. Alle Informationen sowie die zum Herunterladen bereitstehenden Plakate finden sich auf der Website von Yala Nafarroa. Der Mindestbeitrag besteht darin, die beiden Plakate anzubringen: das „No Room for Genocide“-Plakat und das Plakat zum Hausrecht. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, Marken, die sich mitschuldig am israelischen Völkermord machen, aus dem Sortiment zu nehmen und stattdessen lokale Alternativen anzubieten; sich als „Apartheid-freier Raum“ zu erklären und sich zu verpflichten, keine Produkte von mitschuldigen Unternehmen zu kaufen oder zu verkaufen; und, im Falle einer Unterkunft, dem Netzwerk „Refugios de Paz“ beizutreten, das Hotels, Campingplätze und Ferienhäuser vereint, die es ablehnen, mit Kriegsverbrechern Geschäfte zu machen. Die Kampagne richtet sich auch gegen Booking und Airbnb, denen vorgeworfen wird, Wohnungen in illegalen Siedlungen anzubieten, und läuft parallel zu einem Antrag auf ethische Beschaffung, den Yala in Stadtverwaltungen und Gemeinderäten vorantreibt.

Den Anstoß gab im Jahr 2024 ein Gastwirt aus Navarra, der keine Touristen beherbergen wollte, die am Völkermord beteiligt gewesen waren. Die Kampagne als solche startete jedoch erst im Juli 2025, als die internationale BDS-Bewegung, die von der in Ramallah ansässigen Palästinensischen Nationalkommission vorangetrieben wird, die Initiative „No Room for Genocide“ ins Leben rief und Yala sie in die Region brachte. „Das Völkerrecht wurde dabei genau berücksichtigt“, erklärt man bei Yala Nafarroa. Deshalb richtet sich die Kampagne ausdrücklich an diejenigen, die am Völkermord beteiligt waren, von denen viele eine doppelte Staatsangehörigkeit besitzen. Tatsächlich haben laut der Medienplattform „Declassified UK“ etwa 450 Personen mit spanischer Staatsangehörigkeit während des Völkermords in Gaza im israelischen Militär gedient. Diese Feststellung stützt sich auf die Arbeit der Hind-Rajab-Stiftung, die dem Internationalen Strafgerichtshof die Namen von mehr als tausend israelischen Soldaten übermittelt hat, von denen viele anhand von Fotos identifiziert wurden, die sie von der Front oder im Urlaub in Europa hochgeladen haben. Das Problem, so betonen sie, sei, dass diese Bürger kein Visum benötigen, um sich auf dem alten Kontinent frei zu bewegen, und sich daher „trotz ihrer Eigenschaft als Kriegsverbrecher ungehindert bewegen können“. Daher fordern sie von den Regierungen Kontrollen und Gerichtsverfahren, da der spanische Staat das Römische Statut unterzeichnet hat und den Resolutionen der UNO unterliegt.

Tatsächlich handelt es sich dabei nicht um ein Einzelfall. Auf den griechischen Inseln hinderten Gastronomen und Anwohner israelische Kreuzfahrtschiffe mit Soldaten an Bord am Anlegen, im vergangenen Sommer lehnte sich Sardinien gegen die Anwesenheit von Militärangehörigen im Urlaub auf, die von der italienischen Polizei eskortiert wurden, während sie sich vom „Stress“ in Gaza erholten. Von Yala Nafarroa wird ein Tourismusmodell beschrieben, das in Gruppen reist und „das Gelände in Beschlag nimmt“. In diesem Sommer verlagert sich der Fokus auf das benachbarte Huesca, wo Gruppen wie BDS Huesca das „Sizigia Eclipse Gathering“ anprangern, ein Festival für elektronische Musik am Stausee von La Sotonera, das dafür bekannt ist, junge Israelis anzuziehen, die gerade aus der zionistischen Armee entlassen wurden.

SANFERMINES STEHEN VOR DER TÜR

Die Kampagne zählt in Nafarroa bereits gut fünfzig teilnehmende Lokale, etwa 25 in Tafalla, rund 16 in Lizarra und fast 40 in Iruñea, wobei „in ganz Navarra“ Treffen stattfinden, um weiter zu wachsen. Auch in Bilbao schließen sich immer mehr Lokale an. Bei Yala Nafarroa betonen sie, dass es sich nicht um eine Sommerkampagne handelt, sondern um ein langfristiges Projekt. Doch die Sanfermines stehen vor der Tür, und die Organisation, die im vergangenen Jahr den Txupinazo vom Rathaus aus gezündet hat, wird in diesen Tagen, in denen Iruñea von Touristen überflutet wird, mit einer Botschaft präsent sein, die auch die Fiesta-Gruppen erreicht. Ihr Ziel ist es, die Theke zum Schauplatz des Boykotts zu machen, damit bei diesen Festen von internationaler Bedeutung auch deutlich wird, dass es keinen Platz für Völkermord gibt. (naiz-baskultur)

(2026-04-18)

DAS KREUZ MIT DER KREUZFAHRT

tour5x0418aDie baskische Regierung setzt nicht auf das Kreuzfahrtmodell. Der Minister für Tourismus sprach sich gestern für eine „ausgewogene Besucherstrategie“ aus, „die Besucher in die gesamte Region lenkt und darauf abzielt, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer zu verlängern“. Es ist nicht das erste Mal, dass sich der sozialdemokratische Teil der baskischen Regierung gegen den Kreuzfahrt-Tourismus ausspricht. Gestern wiederholte es der Minister für Tourismus. Auf Fragen von EH Bildu erklärte er: „Das ist nicht unser Modell.“ Wie er klarstellte, verfolgt die Regionalregierung eine andere „Strategie“, die auf einer „ausgewogenen Verteilung der Besucher über das gesamte Gebiet beruht, und der Verlängerung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer“. Oder: flächendeckender Tourismus, bis in den kleinsten Ort.

Der Minister ist der Ansicht, dass es im Baskenland noch kein „Problem“ gebe, wie es bereits in „anderen Reisezielen“ der Fall sei – eine Trugschluss, der nicht nur für die Hauptstädte gilt, sondern auch für Hotspots wie Gaztelugatxe oder Zumaia. Er erinnerte daran, dass Kreuzfahrtpassagiere lediglich „3%“ der Gesamtzahl der Personen ausmachten, die zu Freizeitzwecken in die Region kämen. Damit antwortete er auf die Anfrage der linksliberalen Koalition, die darauf bestand, dass die Schiffe in Getxo zunehmend Probleme durch „Lärm, Umwelt-Verschmutzung und Menschenmassen“ verursachen. Belästigungen, die nach Ansicht der Partei mit der Ankunft von „80.000 Menschen mehr als im Jahr 2025“ in diesem Jahr zunehmen werden. Nach Angaben der Hafenbehörde werden in dieser Saison 260.000 Touristen auf 106 Schiffen auf dem Seeweg nach Bizkaia kommen. Eine brutale Invasion.

Der Minister unterscheidet zwischen den „Riesen“, die in Getxo anlegen – „schwimmende Unterkünfte“ – und den Fähren, deren Verlegung vom Hafen Zierbena an das rechte Ufer geprüft wird. Er versicherte, dass es nicht in seiner „Zuständigkeit“ liege, über die Änderung zu entscheiden, dies sei „eine Angelegenheit der Hafenbehörde“, noch gebe es „keinen konkreten Vorschlag“. Jedenfalls soll neben dem Kreuzfahr-Anleger in Getxo ein neuer Yachthafens angelegt werden. „Wir setzen auf einen nachhaltigen und intelligenten Tourismus“, erklärte er. Absurde Diskurse, die die Folgen des Massen-Tourismus im Großraum Bilbao verschleiern. (elcorreo-baskultur)

(2026-03-22)

TOURISMUS RAUF UND RUNTER

tour5x0322Der Tourismus in Bizkaia geht zum ersten Mal seit einem Jahr zurück, während Bilbao weiterhin einen Aufwärtstrend verzeichnet. Die Statistik der Hotelbelegung für Februar 2026 verzeichnet einen allgemeinen Rückgang der Besuchszahlen in den drei baskischen Provinzen Araba, Gipuzkoa und Bizkaia. – Die am Freitag vom Baskischen Institut für Statistik veröffentlichten Daten spiegeln eine Situation wider, die in Bizkaia leider seit Langem nicht mehr zu beobachten war. Während bisher die Zahl der Touristen Monat für Monat stieg, war dies im Februar nicht der Fall. Zum ersten Mal in den letzten zwölf Monaten ging der Tourismus in der Region zurück. Insgesamt übernachteten im vergangenen Monat 104.516 Tourist*innen in einem Hotel in Bizkaia, 1,2% weniger als im Vorjahr. In der Praxis ist dieser Rückgang allerdings kaum spürbar. Auch ist es fraglich, ob der Tourismus allein an den Hotelbelegungen gemessen werden kann. Denn bei steigenden Preisen wählen möglicherweise immer mehr Reisende billigere Unterkünfte wie Pensionen oder Hostals, wenn nicht gleich die privaten und halb illegalen Airbnbs.

Der Rückgang betrifft nicht nur Bizkaia. In allen drei Provinzen ist ein Sinken der Touristenzahlen zu verzeichnen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Die offiziellen Statistiken, die ausschließlich die Ankünfte und Übernachtungen in baskischen Hotels erfassen, zeigen, dass die Besucherzahlen im gesamten Baskenland im vergangenen Monat um 3,2% zurückgingen. Insgesamt kamen 225.477 Touristen in die Region, gegenüber 232.954 im Februar 2025. Gipuzkoa verzeichnet die schlechtesten Zahlen (oder die besten, je nach Ansicht). Dort wurden 89.880 Reisende gezählt, 6,2% weniger als vor einem Jahr. In Araba sank die Zahl auf 31.081 (minus 0,8%). Ob Bizkaia seinen Höchststand erreicht hat oder ob der Rückgang auf rein zufällige Faktoren wie das Wetter zurückzuführen ist – die Region war im Winter von starken Stürmen heimgesucht worden – lässt sich schwer sagen. Auf jeden Fall fällt der Trendwechsel auf, vor allem weil in diesem Jahr die Tourismus-Steuer eingeführt werden wird, die Übernachtungen besteuert.

Nach monatelangen Debatten wird die Provinzregierung von Bizkaia in den kommenden Wochen grünes Licht für diese Regelung geben (Gipuzkoa hat dies bereits getan). Danach beginnt das parlamentarische Verfahren. Obwohl die endgültige Verabschiedung für Juni vorgesehen ist, wird die Steuer, die den Gemeinden Einnahmen von bis zu 7,5 Euro pro Nacht und Person ermöglichen soll, erst am 1. Januar 2027 in Kraft treten, nachdem vereinbart wurde, dass sie in allen Städten gleichzeitig angewendet wird. Im Gegensatz zu Bizkaia hebt der Bericht erneut die Attraktivität von Bilbao hervor. Die Hauptstadt von Bizkaia, die noch nicht bestätigt hat, ob sie einen Aufschlag von bis zu 50% auf Übernachtungen erheben wird, ist weiterhin führend eines Wirtschaftszweigs, der im Jahr 2025 angeblich 1.871 Arbeitsplätze sicherte, eine genauere Erklärung zu dieser Zahl lässt die Statistik-Behörde offen. Sollte die Zahl stimmen, fehlt der Hinweis, dass die große Mehrheit dieser Arbeitsplätze prekär und schlecht bezahlt ist. Laut Statistik ist Bilbo die einzige baskische Hauptstadt, die einen Besucher-Zuwachs verzeichnet. Im Februar wurden 77.372 Hotel-Übernachtungen registriert, 0,4% mehr als im Vorjahr. Im März dürfte es noch einen Sprung nach oben geben, denn mit Monatsbeginn erschienen auffällig viele Free-Tours-Gruppen an den üblichen Stellen, dass Ostern in diesem Jahr früher staatfindet, wird die Situation verschärfen, momentan wird die Stadt von französischen Schulklassen überflutet. In Donostia hingegen betrug der Übernachtungs-Rückgang 9,2% und in Gasteiz 4,2 %.

DIE DURCHSCHNITTLICHE AUFENTHALTSDAUER STEIGT - Die Kehrseite der Medaille ist, dass im Gegensatz zu den sinkenden Übernachtungs-Zahlen die Verweildauer steigt. Das heißt, die Touris bleiben länger in Bizkaia, was schon immer eines der Ziele der öffentlichen Verwaltung ist, der alle Mittel recht sind, den Massen-Tourismus weiter zu puschen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 1,87 Nächte gegenüber 1,83 vor einem Jahr. Die Übernachtungszahlen stiegen über das Jahr um 1% (195.082) in Bizkaia und um 1,7% in Álava. Im teuren Gipuzkoa hingegen gingen sie um 6,6% zurück.

Wie üblich sind es ausländische Reisende, die am längsten in der Region verweilen; sie verzeichnen erneut einen Anstieg, während die Zahl der Besucher aus anderen autonomen Gemeinschaften (spanischen Regionen) deutlich zurückging – die Leute haben eben weniger Geld zum Reisen. Insgesamt kamen im Februar 79.713 Touristen aus anderen Teilen der Welt nach Bizkaia, 8,3% mehr als im Jahr 2025. In Gasteiz liegt der Anteil bei 10%, gegenüber minus 5,2% in Gipuzkoa. Im Gegensatz dazu gingen die Zahlen der inländischen Touristen in Bizkaia um 5,5%, in Álava um 3,4% und in Gipuzkoa um weitere 6,9% zurück. Der Rückgang der Touristenzahlen wirkte sich auf die Hotelauslastung aus. Die Unterkünfte in Bizkaia schlossen den Februar mit einer Auslastung von 41% ab, ein Prozentsatz, der in Bilbao auf 48% stieg. Der durchschnittliche Zimmerpreis lag bei 84 Euro in der Region und bei 89 Euro in der Hauptstadt. Die Preise sind 5% höher als im vergangenen Jahr. (elcorreo-baskultur)

(206-02-05)

TOURISMUS-STEUER IM BASKENLAND

tour5x0205Dass Massen-Tourismus im Baskenland zunehmend zu einem Problem wird, ist allseits bekannt. Dass die Behörden kein Interesse daran haben, an der Tendenz etwas zu ändern, ebenfalls. Um die Kritik zu beschwichtigen, werden Pseudo-Maßnahmen getroffen, wie ein vorläufiger Stopp von Neu-Lizenzen für private Tourismus-Wohnungen. Hotels hingegen werden zu Dutzenden neu installiert. Mit Blick auf Städte, in denen der Kampf gegen die Massen längst verloren ist, wurde nun eine Besteuerung eingeführt: alle Touris sollen für ihre Anwesenheit extra löhnen. Das spült zwar Geld in die Kassen vieler Orte, wird aber die enorme Mehrheit der Reisenden nicht davon abhalten, hier ihre Spuren zu hinterlassen. Was mit dem Geld passieren soll, ist völlig unklar, womöglich werden damit erneut unsinnige Projekte finanziert. Zudem trifft die Besteuerung auch den Binnen-Tourismus, sprich: wer in Donosti lebt und eine Nacht in Gasteiz verbringen will, zahlt ebenfalls. Schwachsinn ist die richtige Beschreibung.

Im Baskenland soll allen Touristen bis zu 7,5 Euro pro Tag berechnet werden. Die drei Provinzialräte haben am Donnerstag den Prozess zur Einführung einer gemeinsamen Tourismussteuer eingeleitet, mit der Besuchern, die ins Baskenland kommen, je nach Unterkunft und Gemeinde, in der sie übernachten, bis zu 7,5 Euro pro Tag berechnet werden können. Die Steuer wird für maximal fünf Nächte erhoben, wobei unter anderem Minderjährige, Studenten, Senioren und Menschen mit einer Behinderung des Grades II und III befreit sind. Die Einzelheiten zu dieser Abgabe, die nach intensiver Debatte vollständig von den Gemeinden erhoben wird, wurden von der Finanzministerin bekannt gegeben, sie bestätigte, dass ihre Anwendung für alle Orte obligatorisch sein wird, mit Ausnahme derjenigen, die nur über 25 oder weniger Übernachtungsplätze verfügen. Letztere können Ermäßigungen von bis zu 100% gewähren.

Die Höhe der Kurtaxe wird zwischen 0,75 und 5 Euro pro Person und Nacht liegen, variiert jedoch je nach Art der Unterkunft. Das heißt, auf einem Campingplatz oder in einer Herberge wird nicht derselbe Betrag erhoben wie in einem Luxushotel. Dies ist auch in anderen Regionen wie Katalonien der Fall. Darüber hinaus können große Gemeinden mit mehr als 750 Betten, wie beispielsweise Bilbao, Aufschläge von bis zu 50% festlegen, wodurch sich der Höchstbetrag auf 7,5 Euro erhöht. In jedem Fall entscheiden die Gemeinden innerhalb der von der Regionalregierung vorgeschlagenen Spanne, welcher Betrag für jede Art von Unterkunft gilt. Gemäß dem veröffentlichten Vorentwurf der Regionalverordnung gelten Preisklassen je nach Unterkunft.

Der Text wird bis zum 20. Februar öffentlich ausgelegt und soll noch vor Ostern von den jeweiligen Provinzialräten verabschiedet werden. Danach beginnt das parlamentarische Verfahren. In Bizkaia garantiert die Mehrheit aus PNV und PSE, dass der Prozess reibungslos verlaufen wird, es wird davon ausgegangen, dass das Gesetz noch vor dem Sommer verabschiedet wird. Ab diesem Zeitpunkt haben die Gemeinden maximal sechs Monate Zeit, um ihre Verordnungen anzupassen. Das heißt, dass ab 2027 alle Gemeinden von Touristen Gebühren erheben werden. Sollten sie diese Frist nicht einhalten, wird der von der Provinzregierung festgelegte Höchstbetrag erhoben. Für Fünf-Sterne-Hotels wird beispielsweise ein Betrag von fünf Euro festgelegt. Die Gebühr wird nicht nur von Touristen erhoben, die in Hotels, Herbergen, Campingplätzen oder Pensionen übernachten, sondern auch von denen, die in Ferienwohnungen übernachten, die einen Betrag von 2 bis 4 Euro zahlen müssen. Und von Kreuzfahrt-Touristen, für die derselbe Höchstbetrag wie für Luxushotels gilt. Der Text sieht sogar vor, Hotels zu besteuern, die einen stundenweisen Service anbieten. (elcorreo-baskultur)

(2026-01-24)

BASKENLAND: 5 MIO MASSENTOURISTEN

tour5x0124Die Reise-Zeitschrift National Geographic schreibt jedes Jahr einen so genannten “Travel Readers' Award“ aus, mit dem das angeblich beste nachhaltige Reiseziel Spaniens prämiert werden soll. Alle Award-Kandidaten lechzen förmlich danach, den Preis an Land zu ziehen und mit einer Sonder-Reportage 10 Seiten am Stück zu füllen und damit berühmt zu werden. Doch kann diese Berühmtheit bekanntlich überaus zweifelhafte Folgen haben. Denn wer bekannt ist, wird besucht, wer sehr bekannt ist, wie viel besucht und wer einen Award gewinnt, kriegt Massentourismus ab. Mit allem was dazu gehört. Ein vergifteter Award also.

In der diesjährigen Vorauswahl ist auch ein baskischer Ort vertreten, der von der Tourismus-Förder-Presse als “spektakuläre Ecke der baskischen Küste“ bezeichnet wird, die den Preis für gewinnen möchte. Gerade erst ist der verhängnisvolle Kelch eines Massen animierenden Museums an der Region vorbeigegangen, schon winkt die nächste Ungemach: Das Biosphären-Reservat Urdaibai in Bizkaia wurde als einer der sieben Finalisten in der Kategorie “Bestes nachhaltiges Reiseziel” der vierten Ausgabe der National Geographic Travelers' Choice Awards 2026 ausgewählt, einer Auszeichnung, die durch eine öffentliche Abstimmung ermittelt wird. Zum vierten Mal in Folge vergibt das renommierte Reisemagazin diese Auszeichnungen, um die besten Reiseziele, Hotels, Tourismusprojekte, Weingüter und Autos in Spanien und weltweit zu küren. Die Nominierung von Urdaibai “ist ein neuer Meilenstein für die Region“ und eine Anerkennung für die kontinuierliche Arbeit, die in den Bereichen Tourismusplanung, ausgewogene Raumplanung und Aufwertung des natürlichen und kulturellen Erbes geleistet wird. Viel Rauch um nichts, alles Propaganda.

Der Verein, der für das Tourismusmanagement in Urdaibai zuständige Einrichtung, bewertet diese Nominierung sehr positiv – keine Überraschung. „Diese Kandidatur spiegelt den Weg wider, den wir seit Jahren beschreiten: ein Tourismusmodell, das auf ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz der Umwelt, dem Wohlergehen der lokalen Bevölkerung und einem hochwertigen Erlebnis für unsere Besucher setzt“. Insbesondere die Erwähnung der Bevölkerung dürfte bei dieser selbst jedoch auf heftigen Widerspruch stoßen. Es ist müßig, die “spektakulären Gegenkandidaten“ im Detail zu beschreiben, denn mit negativen Folgen müssen alle rechnen. Die einzig bleibende Hoffnung ist die auf eine Niederlage bei der öffentlichen Abstimmung. Wer dem Urdaibai-Gebiet einen Gefallen tun will, kann für die gegen-Kandidaten stimmen, am besten für einen ausgemachten Favoriten. Dafür ist Zeit bis April – also los liebe Tourismus-Feindinnen und -Feinde! (baskultur)

(2026-01-23)

BASKENLAND: 5 MIO MASSENTOURISTEN

tour5x0123Immer mehr baskische Gemeinden vertrauen wenig auf die eigenen Produktivkräfte und setzen auf das einfache Modell Massen-Tourismus, zu dessen Bewerbung ein Informatiker auszureichen scheint. Kein Gedanke an die negativen Begleit-Erscheinungen, die immer mehr Personen aus der Bevölkerung zu spüren bekommen. Stattdessen Erfolgsberichte in der bürgerlichen Presse: Der internationale Tourismus wächst doppelt so schnell wie der nationale, und die Zahl der Reisenden steigt im Landesinneren und an der Küste schneller als in den drei baskischen Hauptstädten.

Abgesehen von der hohen Zahl an Touristen, die das Baskenland im letzten Jahr empfangen hat – fast fünf Millionen, ohne die Daten vom Dezember, was einem Wachstum von etwa 4% gegenüber 2024 entspricht –, wird die baskische Regierung auf der FITUR (Tourismus-Messe in Madrid) mit der Kampagne “Leitfaden für verantwortungs-bewusstes Reisen” vertreten sein – mit solchen Attributen, oder auch nachhaltig, ökologisch, werden die vom Tourismus angerichteten Schäden vom Tisch gewischt und unsichtbar gemacht. Friede Freude Eierkuchen, Hauptsache die Millionen von Euros gelangen in die Kassen der Unternehmen und Steuerbehörden. Mit diesem neuen Fahrplan bekräftigt die Regierung ihre Anstrengungen für einen angeblich “nachhaltigen, respektvollen und ethischen” Tourismus, der sich an baskische Bürger richtet, wenn diese ins Ausland reisen. Zum besseren Verständnis: ständig fliegen ist nachhaltig, durch die Straßen und Wohnhäuser lärmen ist respektvoll und Reise-Kapitalismus ist ethisch. Egal, ob Engländer in Donostia oder Basken in Berlin.

Die Heuchelei kennt keine Grenzen: Die Regionalregierung setzt sich für “Kohärenz und Gegenseitigkeit” ein, wie ein baskischer Senator betonte. “Wenn wir von unseren Besuchern verlangen, dass sie unsere Kultur, unsere Umwelt und unsere Lebensweise respektieren, müssen wir uns auf Reisen zu anderen Zielen genauso verhalten” – genau das tun mit Sicherheit 95% der Reisenden auf beiden Seiten nicht. Interessant ist höchstens, dass diese Frage überhaupt thematisiert wird – irgendwas muss da aus dem Ruder gelaufen sein, sonst hätte der Senator nicht die Sorge, dass sich das jemand daneben benimmt. Der Verantwortliche für Tourismus, Handel und Verbraucherschutz ist mit den im vergangenen Jahr erzielten Ergebnissen jedenfalls “zufrieden”, vor allem aber mit der “Art und Weise, wie sie erzielt wurden” (ohne Details). Sicher meint er damit nicht die englischen Hooligans, die beim Europa-Finale Restaurants und Ampeln demontiert und die Straßen vollgekotzt haben.

Außerhalb der Sommersaison

Der Senator betonte, dass das Baskenland „an keinem Wettlauf um Wachstum teilnimmt”, räumte aber ein, dass die Tourismusbranche im Baskenland “eine gute Phase” durchläuft – weil alle Türen kontrollfrei geöffnet werden. “Wir werden fast fünf Millionen Besucher erreichen”. Das wäre ein Plus von 5% gegenüber 1,9% im Zeitraum von Juni bis September, ein sprunghafter Anstieg. Aufgrund einer Ausweitung des Tourismus “im gesamten Gebiet“. Tatsächlich war der Anstieg zum ersten Mal in der Geschichte „außerhalb der drei Hauptstädte größer als in diesen“, wobei einige Gebiete im Landesinneren und an der Küste besonders stark betroffen waren. “Betroffen“ ist der richtige Begriff dafür.

Entsprechend einem Trend, der sich seit Ausbruch der Pandemie verstärkt hat, gewinnt der internationale Tourismus zunehmend an Bedeutung – Reisen auf Teufel komm raus, ohne Rücksicht auf Verluste. „Dies wirkt sich außerordentlich positiv auf die Wirtschaft aus, da die Aufenthalte und Übernachtungen verlängert werden und die Reisenden mehr Geld ausgeben. Die Zahl der ausländischen Besucher stieg von Januar bis November 2025 um 5,7% und doppelte damit die Zahlen der inländischen Besucher.“

Das Arbeitsplatz-Argument

Diese Entwicklung hat das BIP des baskischen Tourismus nach den neuesten Daten auf anteilmäßig 6,8% gesteigert, den “höchsten Wert in unserer Geschichte”. Dadurch würden 110.000 “direkte Arbeitsplätze” erhalten, der Sektor mache 11% der Arbeitsplätze in der Region aus Kein Wort über die Qualität dieser Arbeitsplätze: prekär, schlecht bezahlt, zeitlich limitiert, die große Mehrheit der dort angestellten können davon nicht leben. Das Baskenland hat in etwas mehr als einem Jahrzehnt die Zahl der Touristen verdoppelt. Ein “positiver Effekt”, von dem auch andere Sektoren profitieren, allen voran der Handel, gefolgt vom Transport, der (Un-)Kultur und Kongress-Veranstaltungen. Warum nicht auch die Prostitution in die Liste der Erfolge aufnehmen?

Die Region Baskenland wird diesmal zu einem “entscheidenden” Zeitpunkt an der FITUR teilnehmen, da das Jahr 2026 einen “Wendepunkt” darstellen wird, da ein neues Tourismus-Gesetz verabschiedet und eine Tourismus-Steuer eingeführt wird, die „den Gemeinden zur Verbesserung ihrer Dienstleistungen dienen wird”. Mehreinnahmen, die mehr Steuereinnahmen bedeuten, aber der Bevölkerung oder den ausgebeuteten Beschäftigten nicht zu Gute kommen. Das gerühmte Abkommen mit den Provinzialräten zur Förderung des nachhaltigen Tourismus ist eine einzige Farce, eine Lüge auf dünnen Beinen, die den Schein wahren soll. Denn jeder Bewohner der Altstadt (sofern nicht illegaler Airbnb-Anbieter) weiß, dass die Realität anders aussieht.

Bis es so weit ist, hofft die baskische Regierung, auf der großen nationalen Tourismusmesse (von 21. Bis 25. Januar in Madrid) wichtige Treffen für die fast 200 Unternehmen zu organisieren, die große Geschäfte machen wollen. „Letztes Jahr fanden 870 Treffen mit 172 Unternehmen statt, dieses Jahr werden noch mehr Unternehmen an unserem Stand vorbeikommen”, geschmückt mit einem folkloristischen Txalaparta-Instrument, dem Symbol eines “pluralistischen und offenen Baskenlandes, das Modernität und Tradition vereint“. Ein Diskurs, der angesichts seiner dreisten Lügen und Halbwahrheiten nur schwer zu ertragen ist. (baskultur)

(2025-10-27)

GUGGENHEIM BEDROHT BIOLOGISCHE VIELFALT

tour5x1027Greenpeace rechnet das Projekt zum Bau eines zweite Guggenheim-Museums im Biosphären-Reservat Urdaibai (nahe Gernika) zu den 12 großen Bedrohungen der biologischen Vielfalt im spanischen Staat. Die Umwelt-Organisation fordert in ihrem Jahresbericht ein "Ende dieses zerstörerischen Wahnsinns", während die Bizkaia-Institutionen ein von der neoliberalen PNV-Partei seit 2008 gefördertes Projekt verschleppen.

Das Projekt zum Bau zweier weiterer Guggenheim-Museen im Naturschutzgebiet bleibt auf der Tagesordnung der PNV-Institutionen, während Umwelt-Organisationen wie Greenpeace es bereits als eine der 12 Bedrohungen für die biologische Vielfalt im ganzen Staat einstufen. Die internationale Organisation zählt die von der Provinzregierung von Bizkaia seit 2008 geförderte Idee zu den Praktiken, die von Unternehmen und Institutionen bei der Entwicklung von Projekten in Schutzgebieten angewendet werden. Das doppelte Guggenheim-Museum im Feuchtgebiet Urdaibai war eine fixe Idee des Provinz-Präsidenten José Luis Bilbao und des abgetretenen Guggenheim-Direktors Vidarte, an der die PNV formell weiter festhält, obwohl die Nachfolgerin Elixabete Etxanobe bereits erkannt hat, dass "die Dekontaminierungs- und Stadtplanungs-Arbeiten es mittel- und kurzfristig nicht durchführbar machen".

Es macht keinen Sinn, dass die Verwaltungen - und viele Unternehmen - davon sprechen, wie besorgt sie über den Klimawandel oder den Verlust der biologischen Vielfalt sind, und dann Projekte wie das Guggenheim-Museum in Urdaibai auf den Tisch legen, was einen großen Rückschritt bei der Erhaltung des Biosphären-Reservats Urdaibai bedeuten würde", heißt es in dem Bericht mit dem Titel "Das andere Altri oder wie Unternehmen die biologische Vielfalt bedrohen und die Verwaltungen es zulassen".

In dem Bericht wird die Zellulosefabrik des multinationalen Unternehmens Altri in Galicien als Referenzpunkt herangezogen. Der Bericht schlägt auch bei anderen öffentlich-privaten Projekten Alarm, wie z. B. bei der Erweiterung der Makrofarm Valle de Odieta in Caparroso (Süd-Navarra) und dem Bergbau-Projekt im Weidegebiet von Erdiz in Nord-Navarra. Nach Ansicht von Greenpeace zeigt das Projekt des Guggenheim-Museums in Urdaibai, "wie scheinbar harmlose Umweltprojekte wie ein Museum ein echtes Risiko für die biologische Vielfalt darstellen können, wenn sie angesiedelt werden inmitten von Gebieten mit hohem Naturwert, die sehr empfindlich auf menschliche Anwesenheit reagieren".

Derzeit liegt das Projekt (angeblich) auf Eis, während die Forschungsgruppe unter der Leitung des ehemaligen baskischen Ministerpräsidenten Juan José Ibarretxe im Auftrag der Provinzregierung von Bizkaia einen aktiven Anhörungsprozess durchführt. Die Techniker des Agirre-Zentrums haben nach einer ersten Befragung mit 500 Interviews einen ersten Bericht erstellt, in dem die fast einhellige Ablehnung des Erweiterungsprojekts in Urdaibai bestätigt wird. "Der Standort in Murueta stößt auf Ablehnung in den verschiedenen Profilen und ist zu einem symbolischen Reibungspunkt geworden, der für die Gemeinden mit ökologischen, historischen und emotionalen Werten verbunden ist. Ein Überdenken des Standorts, der Größe und der Art der möglichen Standorte des Museums würde es uns ermöglichen, die Debatte neu zu beginnen", heißt es in dieser ersten öffentlichen Bewertung.

Das Projekt, dessen Kosten auf 130 Millionen Euro geschätzt werden, sieht die Schaffung eines neuen kulturellen Raums unter dem Dach der Marke Guggenheim auf einer Fläche von 60.000 Quadratmetern vor. Ziel ist es, 150.000 Besucher pro Jahr anzuziehen, eine willkürliche Untertreibung, um die erwartete ökologische Katastrophe durch Massen-Tourismus zu verschleiern. Die Gegner des Projekts warnen, dass das Projekt neben den Umwelt-Auswirkungen auf ein geschütztes Gebiet auch die Umwelt-Verschmutzung vervielfachen wird, wenn die Ankunft von Tausenden von Touristen an der Bizkaia Küste gewährleistet werden soll. (elmundo-baskultur)

(2025-10-04)

775 NEUE HOTELS BIS 2028

tour5x1004Goldfieber in der Hotelbranche: “In Andalusien und Valencia ist noch Platz“. Im spanischen Staat sollen bis 2028 etwa 775 neue Hotels gebaut oder generalüberholt werden, binnen drei Jahren. Für fast 8 Milliarden Euro. Im Blick hat die Hotel-Branche praktisch nur ausländische Touristen. Die Branche profitiert eiskalt von den zunehmenden Einschränkungen bei Tourismus-Apartments, Airbnb, etc. Angst vor einer Investitions-Blase hat die Branche nicht.

Der anhaltende Boom beim Bau neuer Hotels in Spanien nimmt nochmals Fahrt auf und gigantische Ausmaße an. Bis 2028, also binnen drei Jahren, sollen 775 neue Hotels eröffnet oder generalüberholt werden. Das ermittelte das Consulting-Unternehmen EY-Parthenon (Ernst&Young) und errechnete dafür eine Investitions-Summe von sagenhaften 7,8 Milliarden Euro für Neubau und Sanierungen von Hotels. Zudem wären 67 Prozent der Projekte im 4- und 5-Sterne-Segment angesiedelt, ein klarer Hinweis, dass Spaniens Hotelbranche weiter die ausländischen Touristen im Visier hat.

Deren Strategen wie auch den Politikern ist die Feststellung egal, dass sich immer weniger Einheimische einen Urlaub im eigenen Land leisten können. Egal ist auch die Tatsache, dass die Betonierung der Küsten, die Einverleibung öffentlicher Ressourcen wie Grünflächen und Wasser sowie die anhaltende Landflucht, wuchernde Mieten oder prekäre Arbeitsverhältnisse kurzfristig fatale Auswirkungen haben. Der Markt wird schon alles regeln. (costanach-baskultur)

(2025-08-31)

LA INVASIÓN DE CARAVANAS Y CAMPERS

tour5x0831El auge de caravanas y 'campers' dispara los choques con los vecinos en la costa vizcaína. Una asociación denuncia el incivismo de estos visitantes en Sopela, un problema que se reproduce en más puntos de Bizkaia. – ”Las vistas a la playa son maravillosas. ¡Y solo pagamos unos diez euros al día de OTA entre todos!”. El parking público de la playa de Atxabiribil, en Sopela, se ha convertido en lugar de pernoctación habitual para visitantes que, en su mayoría, vienen a disfrutar de las vistas y las buenas olas que ofrece la costa vizcaína. Es el caso de Chaelmin, un surfista alemán de apenas dieciocho años que pasa las noches en una furgoneta camperizada junto a otros cuatro amigos, quienes se declaran enamorados de la zona y, más aún, de lo barato que les sale esta forma de vida vacacional.

”Llevamos aquí ya cinco días, esta es nuestra última noche”, cuenta. Mientras descargan las tablas de surf, sus compañeros explican emocionados que este es su primer viaje por carretera, aunque algunos ya conocían Euskadi. Decidieron escoger este aparcamiento y no otro pasar la semana por su buena ubicación y, como admiten, por su módico precio: ”No podemos pedir más”, afirman. Desde que llegaron, han dedicado sus días a recorrer Bizkaia y coger olas, un viaje redondo.

A los vecinos de la localidad, sin embargo, no les parece un plan tan atractivo. La estancia de este tipo de visitantes les supone un auténtico dolor de cabeza desde hace varios veranos, pero este agosto se ha llevado la palma. ”Desde que acabó la pandemia, cuando empezó la fiebre de las campers, es un problema constante. Algunos no respetan el entorno, dejan basura y toallitas húmedas tiradas por los alrededores”, relata Cristian Moreno, portavoz de la plataforma SOS-Atxabiribil, que desde hace una semana denuncia en redes sociales los ”actos incívicos” que se están produciendo en la playa.

En una de sus primeras publicaciones mostraban cómo varios turistas utilizan una fuente pública cercana al aparcamiento para lavar utensilios de cocina. Su mayor problema, sin embargo, es el uso inadecuado del entorno natural. ”Tienen un camping a doscientos metros y dos bares a cincuenta, podrían usar el baño en vez de contaminar la zona”, señala. Que se aseen en las duchas de la playa, coman en la calle y ocupen plazas de aparcamiento que restan a otros bañistas son también inconvenientes que enumeran los vecinos de la zona.

Y es que el parking de Atxabiribil no está considerado zona de camping. Por eso no hay toma de agua ni de electricidad, tampoco servicio de duchas y de lavabos. ”Estos días nos hemos aseado donde hemos podido ... y para hacer nuestras necesidades tiramos de bares y baños públicos”, admite Chaelmin, ajeno a la polémica. No es un problema específico de esta localidad costera. En La Galea (Getxo) se cuentan por decenas las autocaravanas, lo mismo que en Bakio y Barrika, que reúnen dos características comúnes: buenas vistas a la playa y un espacio amplio de aparcamiento donde situar las furgonetas, sean 'camperizadas' o autocaravanas en toda regla.

Es una forma vacacional en auge a la que los municipios costeros han intentado dar respuesta dentro de parámetros cívicos. En Sopela, por ejemplo, ya existe un aparcamiento gratuito para caravanas y campers que este año amplió sus plazas dada la demanda de estacionamientos en la zona para el verano. Ubicado al lado del polideportivo de Urko, ofrece los servicios básicos (toma de agua, baños..). ¿El problema? Que solo se puede estar allí durante 48 horas y no ofrece unas vistas tan privilegiadas.

Aparcadas junto a la cuadrilla de chicos, Lea y Lina, también surfistas alemanas, descansan en una cama que han improvisado en el maletero de su furgoneta. Solo llevan una noche, pero ya están encantadas con la ubicación elegida. «Localizamos el parking a través de una página web que lo recomendaba. Como vimos que iba a hacer mal tiempo durante unos días nos pareció una buena opción para quedarnos a descansar», cuenta Lia. No son las únicas que usan portales de internet para encontrar los lugares estrella para pernoctar al mejor precio y sin llevarse una multa por el camino.

A la hora de decidirse por un sitio u otro, el precio suele inclinar la balanza. En función de la ubicación y de los servicios que se deseen tener, la tarifa por día varía considerablemente. Estacionar en una de las parcelas que oferta cualquiera de los cinco campings que hay en Bizkaia –uno de ellos ubicado en Sopela, a pocos metros del aparcamiento de Atxabiribil– cuesta entre 20 y 40 euros al día. En el segundo puesto en cuanto a comodidades estarían los aparcamientos habilitados específicamente para autocaravanas. En territorio vizcaíno existen 12, que van desde la gratuidad hasta los 17 euros y, a cambio, ofrecen servicios mínimos como electricidad y cambio de aguas.

En el último escalón quedarían los aparcamientos públicos, que dependen de la normativa municipal. En Sopela es clara: se puede pernoctar siempre que no se ocupen los estacionamientos de al lado ni se saquen toldos y sillas a la calle. Algo que no siempre se cumple. En los días que llevan, Chaelmin y sus amigos admiten haber sido increpados tanto por vecinos como por la policía por ese motivo. ”Teníamos la ropa y algunas cosas entre nuestra furgo y otra, nos mandaron recogerlo, así que lo dejamos dentro. Al principio no les entendimos, no fueron muy amigables”, relatan. Desde la plataforma de residentes, sin embargo, califican de ”vergüenzosos” los comportamientos que se ”consienten” en la playa.

En La Galea desde marzo

No muy lejos, en el parking de Punta Galea, en Getxo, dos agentes de la policía que patrullan por la zona varias veces al día explican que, mientras ”los vehículos ocupen su sitio y no molesten a los demás, no hay motivo de sanción”. Allí llevan viviendo desde marzo Oscar y Berta, una pareja catalana que llegó con el objetivo de cambiar de aires. ”Vinimos a buscar trabajo y, hasta encontrar algo, decidimos quedarnos aquí con la autocaravana”, cuentan. Durante los meses que llevan viviendo allí no se han encontrado con tantos visitantes ”incívicos”. El motivo, razonan, es que, a diferencia de Atxabiribil, el estacionamiento no se encuentra a pie de playa. ”Si estuviese cerca ahí ya cambiaría la cosa ... habría el doble de furgonetas y de problemas”. Al no contar con un aparcamiento exclusivo para caravanas, estas se concentran en distintos parkings públicos de la ciudad. ”De momento estacionan aquí y en el aparcamiento del molino de Aixerrota”, explican los agentes.

Los vecinos de Sopela, por su parte, han aclarado que no pretenden que la actividad se prohíba, ”solo que se regule”. Piden al Ayuntamiento unos baños permanentes en la zona y la instalación de puntos de limpieza. ”Entendemos que es un turismo que tenemos todo el año, pero hay que pensar en todos”. (elco-baskultur)

(2025-08-12)

DER ULTIMATIVE GEHEIMTIPP IN ASTRIZIEN

tour5x0812Es gibt sie noch, diese Geheimtipps, die das scheinbar Unmögliche auf die Tagesordnung bringen: “Eine astrizische Stadt ohne Tourismus, unberührte Strände und als historisch-künstlerische Stätte ausgewiesen. Dieses Küstenstädtchen, das in einer unschlagbaren Enklave liegt, bietet das Beste der atlantischen Gastronomie.” Das macht schön neugierig, wo wir doch für diesen Sommer noch eine unverplante Woche haben, da sind wir aber gespannt, welch unschuldiger Ort da den Massen zum Fraß hingeworfen wird. Aber informieren wir uns erst einmal weiter.

“Mit jedem Sommer nimmt die Zahl der Besucher in der spanischen Region Astrizien zu. Diese Zunahme ist so bemerkenswert, dass es in einigen Dörfern sogar zu Demonstrationen gegen den Tourismus gekommen ist. Dennoch gibt es immer noch Orte, an denen man sich entspannen und von dem Lärm und der Hektik der überfüllten Orte abschalten kann. In der Provinz Ribade verbirgt sich eines dieser magischen Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und die Natur den Rhythmus des modernen Lebens überlagert. Es handelt sich um das Städtchen Teclas, ein Fischerdorf mit großer gastronomischer Tradition, in dem die Auswirkungen des Massentourismus noch nicht zu spüren sind.”

Ein historischer Ortskern mit Blick auf das Meer

“Eine der Hauptattraktionen von Teclas ist seine Architektur: Steinbauten, enge Gassen und Plätze, die zum Verweilen einladen. Die Gebäude der Stadt sind typisch für die Seefahrer-Tradition, mit Arkaden aus Granit an den Häusern, die den Fischverkäufern auf den Straßen als Schutz vor Sonne und Regen dienten. Dieses historische Zentrum mit so viel Persönlichkeit wurde 1870 zum kunsthistorischen Denkmal erklärt. Von der Plaza de Conco bis zum Mercado de Abastos, vorbei am Arco de Claro, ist die Stadt voller architektonischer Elemente, die ihre Identität als Seefahrer mit ihrer industriellen Tradition verbinden.”

“Diese industrielle Tradition zeigt sich im Hafen, wo das Isabellen-Festival stattfindet, bei dem die Boote zu Ehren der Stadtheiligen geschmückt werden. Über diesen Hafen werden die Rohstoffe für die Herstellung der wichtigsten Gerichte angeliefert: Meeresfrüchte, Fisch, Empanadas und Titenfisch. Strände und unberührte Natur: Als ob die Gebäude und die Gastronomie nicht schon genug wären, stößt man bei der Durchquerung der Stadt auf die Strände Paja und Pojo. Ein Spaziergang an ihnen ist ein Synonym für Ruhe und Genuss: feiner Sand, sauberes Wasser und keine Menschenmassen. Ein verstecktes Juwel der astrizischen Küste.”

Soso, ein verstecktes Juwel ohne Menschenmassen – mit solchen Pressemitteilungen wird das nicht lange so bleiben. Wie wäre es mit einer Hundertschaft Mobilhomes, die direkt am Strand Halt machen, weil es im Ort ja kein entsprechendes Park-Angebot gibt. Der Strand ist groß genug, um unbeobachtet den Müll auszuladen und das Chemieklo zu leeren. Versteht sich von alleine, dass dieser Bericht aus einer Reise-Seite stammt, die alles in ihrer Macht stehende tut, um den letzten Zipfel von Massen-Tourismus unbefleckter Erde ihrem Untergang zuzuführen. Nur Zyniker und Egomanen lesen solche Zeitungen. (LINK)

(2025-08-08)

ALARM IN DEN DOLOMITEN WEGEN MASSEN-ZUSTROM

tour5x0808Unruhiger Sommer in einer der beliebtesten Bergregionen. Chaos wegen des massiven Zustroms von Touristen und Erdrutschen. Völlig überwältigt von der Situation haben die Hirten aus Protest auf einigen Wanderwegen Drehkreuze aufgestellt. Der Massentourismus zieht in Europa immer weitere Kreise und erreicht entlegene Ziele: zum Beispiel die Dolomiten. Es scheint, dass dieses Phänomen, das bereits viele Orte auf der Welt betrifft, darunter auch das Baskenland, in diesem Sommer in einem noch nie dagewesenen Ausmaß aufgetreten ist.

Zu viele Menschen, zu viele Besucher, die nichts beitragen, die einfach vorbeikommen und wieder gehen, nachdem sie ein Selfie gemacht haben, nur um ihren Followern zu zeigen, dass sie dort waren, zwischen Weiden und Bergen, in der reinsten Natur. Und als wäre es ein unheilvolles Zeichen für die Zukunft, ist in genau der Zeit, in der darüber diskutiert wird, ob Maßnahmen gegen diese Invasion ergriffen werden sollen, ein Teil der Dolomiten eingestürzt, ohne Schaden anzurichten.

Barrieren auf den Wanderwegen

Die nicht enden wollende Liste von Problemen erreichte Mitte Juli ihren Höhepunkt, als ein Hirte, der mit seiner Herde unterwegs war, auf dem berühmten Sentiero del Seceda in Drei Zinnen Dutzende von Wanderern auf seinen Feldern antraf. Aus Protest hat der Mann auf einigen der Wege Drehkreuze aufgestellt und fordert die Leute auf, fünf Euro zu bezahlen, um sie zu überqueren. Ihm zur Seite steht Alberto Zanella, der Präsident des Italienischen Alpenvereins, die wichtigste Organisation für Landschaftsschutz in Italien. Der erklärte in den sozialen Medien: "Einer der meistfotografierten Wege in den Dolomiten, verwandelt in einen Spazierweg für Vollidioten, Instagrammer und Youtuber. Dies ist das Ergebnis einer Tourismuspolitik, die auch politisch motiviert ist".

Drehkreuze als Provokation

Mehrere örtliche Hirten haben sich über die Situation beschwert, die unerträglich geworden ist. Vorbeiziehende Touristen, die mit dem Elektrofahrrad auf schmalen Pfaden fahren, stören die Wanderer, zerstören den Boden, sie machen Picknick und hinterlassen Müll nur wenige Meter von den Schaf-Herden entfernt und tragen so zur Verschlechterung der Situation der lokalen Bevölkerung bei. “Die Drehkreuze waren eine Provokation, aber hoffentlich hört man auf uns", so der Bauernverband, der die Idee mit der "Maut" hatte.

Das größte Problem ist wie immer der unreflektierte Konsum-Tourismus, das kurze Anhalten der Besucher, der reine Hedonismus des Selfies um jeden Preis, ohne Rücksicht auf den Erhalt der Umwelt, nur weil an einem bestimmten Ort z. B. ein erfolgreicher Film gedreht wurde oder, typische Episode in der Vergangenheit, etwas Tragisches, aber "Berühmtes" passiert ist.

Erdrutsch auf dem Falknergipfel

Es liegt auf der Hand, dass die Maßnahmen, die (ohne Italien zu verlassen) an anderen Orten wie Venedig oder Rom eingeführt wurden, keine endgültige Lösung darstellten. Eintrittsgelder für den Zugang zu den Städten, Fußgängerbrücken zur Begrenzung des Menschenstroms – die Lösung ist vorerst nicht gefunden. Denn trotz allem verschlimmert sich die Situation von Jahr zu Jahr. Die Proteste schreien nach Schuldigen, auch nach den unwahrscheinlichsten: "Die Verantwortung für dieses Desaster liegt bei der Unesco, die die Dolomiten auf die Liste des Welt-Naturerbes gesetzt hat, sie hat damit ein ganzes Marketing-Instrument für Touristen geschaffen, die sich schlecht oder gar nicht benehmen", sagt Georg Simeoni, Präsident des Alpenvereins Südtirol.

Es stimmt, dass Italien mit seinen 61 "Welt-Erbestätten" die Weltrangliste vor China anführt, und jedes Jahr kommt eine neue Stätte hinzu: 2025 werden zum Beispiel die Domus de Janas auf Sardinien, die für die Insel typischen prähistorischen Grabbauten aus Stein, in die Liste aufgenommen. Die Dolomiten wurden bereits 2009 zum Kulturerbe erklärt. Und es mag Zufall sein, aber es scheint, dass die Umwelt auch von sich aus protestiert. Letzte Woche kam es zu einem gewaltigen Erdrutsch auf dem Falknerkamm in den so genannten Brenta-Dolomiten. Niemand wurde verletzt, manche sprechen von glücklicherweise, doch am Ende werden immer erst dann Maßnahmen ergriffen, wenn Personen Schaden erleiden. Der Lärm der herabstürzenden Felsen und der Schreck waren jedenfalls eindrucksvoll. (naiz-baskultur)

(2025-08-05)

NEIN ZU KREUZFAHRT IN DONOSTIA

tour5x0804Für EH Bildu, die linke baskische Koalition, ist es an der Zeit, "Probleme" zu vermieden, bevor sie auftauchen. Gemeint ist das von den Institutionen praktizierte Modell des Kreuzfahrt-Tourismus, dem "die Türen geschlossen" werden sollen. Dazu will EH Bildu in der Plenarsitzung des Stadtrats von Donostia einen Antrag einbringen, um die Stadtverwaltung aufzufordern, das Ankern neuer Kreuzfahrt-Schiffe an der Küste vor der Stadt zu verhindern, nachdem festgestellt wurde, dass "die Präsenz von Kreuzfahrt-Schiffen an der baskischen Küste deutlich zugenommen hat". Auch die Einrichtungen und Unternehmen, die mit den an der Küste von Donostia ankommenden Kreuzfahrtschiffen in Verbindung stehen, sollen gebremst werden.

Laut EH Bildu hat "die Präsenz von Kreuzfahrt-Schiffen an der baskischen Küste zugenommen, während die entsprechenden Aktivitäten in Städten wie Venedig oder Barcelona reguliert und begrenzt werden". Nach Angaben der Stadtverwaltung werden 2025 neun Kreuzfahrt-Schiffe aus dem Bereich des Luxustourismus den Industrie-Hafen von Pasaia anlaufen (5 Kilometer von Donostia entfernt), das sind dreimal so viele wie in der letzten Saison, und in Donostia wurde die Sommersaison so früh wie noch nie eröffnet. Donostia hat zwar eine schöne Strandbucht, aber nur einen kleinen Hafen, der weder für Industriezwecke noch für Massentourismus nutzbar ist. Das führt dazu, dass Kreuzfahr-Schiffe entweder vor der Bucht vor Anker gehen und die Passagiere per Transfer in die Stadt gebracht werden oder eben in der Nachbarstadt Pasaia im Industriehafen einlaufen, der allerdings keinen speziellen Kreuzfahr-Service aufweist. Deshalb ist Donostia nicht das Ziel der großen Massen-Kreuzfahrer, sondern von kleineren Luxus-Kreuzern. Zuletzt ging das Luxus-Kreuzfahrt-Schiff Scenic Eclipse am 17. Juni vor der Mündung des Urumea-Flusses vor Anker ging, was für EH Bildu den Trend bestätigt.

"Auch wenn der Einfluss von Kreuzfahrt-Schiffen in unserem Gebiet noch gering ist, dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass wir es mit einem Tourismus-Modell zu tun haben, das ein bemerkenswertes Wachstum aufweist. Noch ist Zeit, Maßnahmen zu ergreifen". EH Bildu warnte davor, dass "eine wirksame Tourismuspolitik keine ist, die Probleme löst, wenn sie im Raum stehen, sondern Probleme vermeiden sollte, weil sie vorhersehbar sind. Für die Koalition ist "Nichtstun keine Option".

EH Bildu erinnerte daran, dass "mehrere baskische Institutionen seit Jahren dieses Kreuzfahr-Modell fördern. Im Juli 2017 zum Beispiel haben der Provinzialrat Gipuzkoa und die Hafenbehörde Pasaia beschlossen, "das Beste aus dem wachsenden Kreuzfahrt-Markt in Pasaia zu machen". "Nach Informationen der Provinzverwaltung selbst haben beide Einrichtungen eine gemeinsame kommerzielle Strategie entwickelt und nach verbündeten Häfen gesucht, um Zugang zu den Fahrtrouten von Elite-Schifffahrts-Gesellschaften zu erhalten, mit dem Ziel, Gipuzkoa in den maritimen Routen des Elite-Tourismus zu platzieren" bezog.

Ein weiteres kritikwürdiges Beispiel ist, dass "das Tourismusportal Euskadi Baskenland weiterhin für 'Euskadi als Kreuzfahrt-Ziel' wirbt". Dieses Tourismus-Modell werde die Stadt aufgrund ihrer "geografischen Lage" zwischen den Häfen von Getxo und Pasaia "voll treffen". Dies gelte umso mehr, “wenn unsere Stadt weiterhin als Touristenattraktion beworben wird, wie es auf den Websites des Hafens von Bilbao und des Hafens von Pasaia geschieht". Genug ist genug. Die Behörden in Donostia würden sicher gerne die Ziffern von Bilbao-Getxo erreichen, wo im Jahr 2025 auf etwa 80 Schiffen mehrere 100.000 Passagiere anlanden. Die tourismus-geschundene Bevölkerung will das nicht. (naiz-baskultur)

(2025-07-05)

“DEUTSCHE RAUS" VON MALLORCA

tour5x0705In Santanyí auf der Balearen-Insel Mallorca wurden Autos und Geschäfte mit “ausländerfeindlichen“ Parolen beschmiert, so berichtet das deutsch-sprachige Tagesblatt Mallorca-Zeitung. Ob der Begriff “ausländerfeindlich“ in diesem Fall angemessen ist, darf allerdings in Frage gestellt werden. Angesichts der seit Jahrzehnten andauernden touristischen Kolonisierung der Balearen-Inseln durch Briten und Deutsche ist es kein Wunder, dass Einheimische irgendwann auf den Ausverkauf ihrer Heimat reagieren. Denn zwei sehr unterschiedliche deutschstämmige Elemente setzen den Inseln seit Langem zu. Da sind auf der einen Seite die Reichen, die sich einen “Häuser-Komplex“, eine Villa oder was auch immer kaufen und mit Stacheldraht umzäunen. Und da sind zum anderen die Ballermänner, die auf ihren Billigurlauben so richtig “die Sau raus lassen“ oder Faschisten-Hemden zum Kauf anbieten, die in Deutschland verboten sind. Grund genug für Deutschen-Hass. Die Überraschung besteht vielmehr darin, dass es so lange gedauert hat, bis dieser Hass zum Ausbruch kam. Die Einheimischen verlieren ihre Wohnungen, oder können die Mieten nicht mehr bezahlen. Gleichzeitig schuften sie für Hungerlöhne in der Gastronomie, um sich von den arroganten Alemanes gängeln oder beleidigen zu lassen.

"Deutsche raus" und "Ausländische Käufer fahrt zur Hölle": Unbekannte haben in der Nacht auf Samstag (5.7.) knapp 30 Lokale und zahlreiche Autos in Santanyí beschmiert – schon der Begriff “beschmiert“ ist polemisch, wäre es um eine aus der Sicht der Redaktion erwünschte Forderung gegangen, hätte es “geschrieben“ geheißen." Es ist erschreckend", so ein Betroffener zur besagten Zeitung.

“In dem bei Deutschen beliebten (und für Mallorquiner unbezahlbaren) Ort Santanyí im Südosten von Mallorca sind in der Nacht auf Samstag zahlreiche Geschäfte und Lokale ausländischer Residenten sowie Autos mit ausländischen Kennzeichen mit ausländerfeindlichen Parolen beschmiert worden. Das bestätigte die Ortspolizei von Santanyí auf Anfrage. Aktuell wisse man noch nicht, wer hinter den Schmierereien stecke, die Ermittlungen dauern an“. Die deutsche Kolonisatoren-Zeitung verwechselt Xenophobie mit berechtigter Sorge um die eigene Existenz, die durch Massentourismus und Finanz-Kolonisierung bedroht ist. Denn die Aktion geht nicht gegen “die Deutschen“ wie die Zeitung und ihre Werbekunden glauben machen wollen, sondern gegen “gewisse Deutsche“. Dies ist nicht ausländerfeindlich, sondern legitime Interessen-Vertretung.

Bleibt zu hoffen, dass die “Ausländerfeinde“ keine Spuren hinterlassen haben und die Graffiti-aktion nicht die letzte bleibt auf dem Weg, die Inseln wieder denen zuzuführen, die dort geboren wurden, dort arbeiten und leben. In Würde, ohne Mitgefühl mit den Kolonisatoren. (mz-baskultur)

 

ABBILDUNGEN:

(*) Tagespresse

(ERST-PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2025-07-05)

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