Verschiedene Aspekte rund um die baskische kapitalistische Gesellschaft, Rüstungs-Industrie, Kapitalismus, Touristifizierung, Alternativ-Währung, Kooperativen.
Eine Migranten-Geschichte
Vor wenigen Tagen stellte eine baskische Tageszeitung fest, dass 1% der Welt-Bevölkerung ganze 95% des Reichtums dieses Planeten kontrolliert. Nicht ganz so extrem, aber ganz ähnlich sehen die Eigentums-Verhältnisse in urbanen Zentren aus. Am unteren Ende der Einkommens-Liste stehen Immigrantinnen und Immigranten, vor allem solche ohne Papiere und Arbeits-genehmigung. Sie sind gezwungen, auf der Straße ihr Auskommen zu suchen. Zu Geld machen, was andere wegwerfen: Metallmüll aller Art zum Beispiel.
Wirtschaftlicher Erfolg in Iparralde
“Eusko“ ist der Name des bedeutendsten alternativen Zahlungsmittels in Europa. Seine Nutzer*innen und Unterstützer*innen haben sich eine günstige Situation zunutze gemacht und einen großen Erfolg erzielt, indem sie in Iparralde (französisches Baskenland) ein breites Spektrum von wirtschaftlichen Aktivitäten zur Teilnahme an diesem Projekt animiert haben: Produzent*innen und Konsument*innen. Der Schlüsselfaktor für den Erfolg der Alternativwährung war das kämpferische Engagement der Gemeinschaft.
Problem erkannt
Gebäudebau ist ein wesentlicher Wirtschaftszweig. Das Recht auf eine würdige Wohnung ist jedoch nicht für alle garantiert, weil die Preise zu hoch sind. Massentourismus und private Vermietung über Airbnb haben die Situation in den großen Städten verschärft. Auch in Bilbao hat die Stadtverwaltung festgestellt, dass Touristen-Wohnungen bereits ein Problem sind. Deshalb werden in diesem Bereich weitere Beschränkungen vorbereitet. Neue Nutzungspläne und Tourismus-Steuer sollen die Situation entschärfen.
Der große Kooperativen-Ausstieg
Die Kooperativen Orona und Ulma waren Teil des Kooperativen-Multis MCC, Mondragon Cooperative Corporation. Sie stellen 15% des Konzernumsatzes und 14% der Arbeitsplätze, waren aber mit ihrer Position in der Geschäftsführung nicht zufrieden. Weil ihre Änderungs-Vorschläge abgelehnt wurden, haben die jeweiligen Aktionär*innen auf ihren Versammlungen am 16.12.2022 den Austritt aus dem MCC-Kooperativen-Verbund beschlossen. Über fünf grundlegende Fragen soll der Hintergrund der Entwicklung erklärt werden.
Baskische Waffenindustrie
Die baskische Militärindustrie und das Geschäft mit den Kriegen - Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Journalist, der sich eines Tages in Kriegsgebieten wie Israel, der Ukraine, dem Nahen Osten herumtreibt, auf Reste einer im Baskenland produzierten Waffe stößt: Mörser, Flugzeugteile, Panzer, Granaten, Munition. Denn obwohl baskische Regierung und Industrie oft behaupten, nicht in Kriegsgebiete zu verkaufen und zu liefern, ist die Realität ganz anders: die Waffen gehen sehr wohl in den Krieg!
Armut und Zahlungsunfähigkeit
Preise steigen überall, angefangen bei Energieprodukten, die Wirtschaft kriselt, die Inflation zieht an, die Einkommen bleiben hinterher, die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt. Dennoch soll sie die Rechnung bezahlen. Um der Inflation zu begegnen, wurden die Leitzinsen erhöht, das hat Auswirkungen auf die Kredit-Rückzahlungen. Euribor-Index ist das gefürchtete Zauberwort. Wer säumig ist, kann die noch nicht abgezahlte Wohnung verlieren. 8.000 Hypotheken im Baskenland sind von Zahlungsausfall bedroht.
Auf Kredit und Risiko gebaut
Die baskische Finanzkasse hat im Jahr 2023 bisher 550 Millionen Euro mehr eingenommen als geplant. Die Ziffer der Beitragszahler zur Sozialversicherung hat im Mai mit mehr als einer Million einen Rekordwert erreicht. In der Folge erhöhte die baskische Regierung ihre Wachstums-Prognose für das Jahr auf 1,6%. Die Arbeitgeber teilen den Optimismus jedoch nicht. Die Anhebung der Zinssätze zur Bekämpfung der Inflation droht mit einem komplizierten Herbst. Nur der Tourismus bleibt eine sichere Garantie.
Baskischer Schnellzug mitbetroffen
Angesichts der Dauerkonjunktur im Baugeschäft weltweit gehören die entsprechenden Riesen-Firmen zu den großen Gewinnern des aktuellen Kapitalismus. Als wäre das nicht genug, bilden sie illegale Kartelle, treffen Preisabsprachen und verlagern die “Schweinearbeit“ auf Subfirmen, die mit Arbeitern aus Niedrig-Lohn-Ländern und erhöhten Profiten operieren. Bis sie erwischt werden. Die folgenden Millionen-Strafgelder sind Tropfen auf den heißen Stein. Auch der Schnellzug in Euskadi ist ein “lohnendes“ Geschäft.